6 vor 9

US-Skandalbehörde täuschte Pressekonferenz vor
(spiegel.de, hil)
Unechte Reporter, lammfromme Fragen – um ihr Image zu verbessern, hielt die US-Notfallbehörde Fema eine fiktive Pressekonferenz zu den Waldbränden in Kalifornien ab. Die Organisation ist seit ihrem Versagen während der Katrina-Katastrophe höchst umstritten.

Warum Sarkozy zornig ein US-TV-Studio verließ
(welt.de)
Offenbar aus Protest gegen die Frage einer Journalistin hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy ein Interview für die Sendung „60 Minutes“ des US-Senders CBS abgebrochen. Der Moderatorin zeigte er die kalte Schulter. Seinen Assistenten beschimpfte er danach als Dummkopf.

„Natürlich kann Bloggen ein Geschäftsmodell sein.“
(interview-blog.de, Klaus-Martin Meyer)
Im Gespräch mit Peter Hogenkamp (Blogwerk AG).

Mit Herzblut, Tinte und einem Bitter im Pub
(nzz.ch, Martin Zähringer)
«Gegen Ende des Morgens» – Michael Frayns Journalistenroman aus der Fleet Street.

Blog Comdays
(comdays.wordpress.com)
Das Blog zu den Bieler Kommunikationstagen.

Krieg und Krisen
(dradio.de, mp3)
Wie Journalisten sich auf ihren Einsatz in Krisenregionen vorbereiten.

Kurz korrigiert (439)

Sören Fiedler, bei „Bild“ zuständig für die Sportberichterstattung über den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue, berichtet dieser Tage über eine „Pannen-Serie!“ beim Spartensender DSF:

Da habe das DSF den Aue-Spieler Adam Nemec doch tatsächlich mal „Anton“ genannt und behauptet, er trage wie sein Vorgänger Andrzej Juskowiak die Nummer „32“ auf dem Trikot, obwohl der doch die Nummer „29“ getragen habe. Außerdem wurde Nemecs Kollege Hendrik Liebers vom DSF offenbar mal „Liebert“ genannt — und nicht nur das:

"Beim Spiel gegen Wehen (2:2) sind die Erzgebirgler keine Sachsen mehr, sondern es ist von Thüringern die Rede."

Schlimme „Pannen-Serie!“, fürwahr — die der Aue-Experte von „Bild“ jedoch mühelos fortzusetzen weiß, weil der FC Erzgebirge Aue gegen den SV Wehen Wiesbaden ja gar nicht 2:2-unentschieden spielte, sondern mit 3:0 gewann.

Mit Dank an Andreas für den Hinweis.

medienlese – der Wochenrückblick

Uneinigkeit über Amy Winehouse, Loriot, Blocher im Internet.

Früher wunderte man sich, wenn man an einem Konzert war und darauf in zwei Zeitungen zwei komplett gegensätzliche Kritiken las. War es nun sehenswert das Konzert oder nicht? Naja, dachte man sich – so ist es nun mal, wenn es dem einen gefällt, dem anderen nicht. Mit guten Begründungen gespickt könnten sogar beide Texte lesenswert sein.

Heute aber ist es anders: Da spielt Amy Winehouse in Zürich und 20 Minuten schreibt in der Bildergalerie zuerst „Am 25. Oktober 2007 begeisterte die britische Soul-Sängerin Amy Winehouse im Zürcher Volkshaus“ und aktualisiert dann in „Ihr gestriges Konzert war ein einziges Debakel“. Genauso unentschlossen ist der Blick. Die Printausgabe: „Amy in Bestform! Die Britin bestätigt bravourös: Ihre Stimme wird in die Geschichte eingehen!“. Online aber: „Nach knapp einer Stunde Horror-Show mussten die armen Musiker dann sogar die Zugabe ohne ihre Amy über die Bühne bringen – so kaputt war das Sorgenkind?“. Zusammengetragen hat diesen durchaus bedenklichen Fall benkoe.ch. Boulevard-Journalismus ist ja ganz nett, aber ohne Koordination und Hintergrund einfach peinlich.

Loriot bemitleidete heutige Fernsehmacher. Während er vier Sendungen im Jahr gemacht habe, müssen die „die armen Kerle“ heute „25 Sendungen machen“.

Read On…

In eigener Sache

Wer am Donnerstagabend dabei war, als in Berlin Charlotte Roche BILDblog las*, weiß es schon:

Wir versteigern ein Kleid, das uns Charlotte spendiert hat.

Weitere Infos zu diesem außergewöhnlichen Textil bei Ebay.

Die Versteigerung endet am 2. November 2007 kurz nach 9.55 Uhr.

Bis dahin: Viel Spaß beim Bieten!

*) Wir möchten uns ganz, ganz herzlich bedanken bei Charlotte R. natürlich, bei Nicole M. und Fettes Brot, bei allen, die da waren (Ihr wart ein tolles Publikum!) und allen Helfern sowie bei Texpressed, Qype, sevenload, zitty, dem FritzClub und Radio Fritz, ganz besonders auch bei Diana von W. von apparat event für die Organisation und (insbesondere, weil wir das peinlicherweise vor Ort versäumt hatten) bei unserem Mit-BILDblogger Heiko Dilk fürs perfekte Timing bei der Power-Point-Präsentation!

Über die BILDblog-Lesung berichten:

(Wird ggf. fortgesetzt.)

Die „Bild“-Zeitung: Jetzt wieder neu mit Naumann!

Als unabhängiges und überparteiliches Medium berichtet „Bild“ natürlich auch über die anstehenden Bürgerschaftswahlen in Hamburg und die Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Über den amtierenden ersten Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust (CDU), beispielsweise schrieb „Bild“:

Als jedoch eines schönen Tages der ehemalige „Zeit“-Herausgeber Michael Naumann (der sich in der Vergangenheit häufiger kritisch über „Bild“ geäußert hatte) überraschend SPD-Spitzenkandidat wurde, berichtete auch „Bild“:

Bis Naumann vor einem halben Jahr bei einem öffentlichen Auftritt sagte:

„Nicht alles, was in der ‚Bild‘-Zeitung steht, stimmt; ich bin immer froh, wenn gar nichts über mich in der ‚Bild‘-Zeitung steht…“

Denn anschließend stand gar nichts mehr über Naumann in der „Bild“-Zeitung. Stattdessen hieß es bei sich bietender Gelegenheit zum Beispiel:

Kein „Naumann“, nirgends. So ging das eine ganze Zeit — bis Naumann sich bereit erklärte, am vergangenen Montag bei der Präsentation des neuesten Buches von „Bild“-Chef Kai Diekmann als Laudator aufzutreten. Das „Hamburger Abendblatt“ nannte es „einen taktischen Friedensschluss“. Und auch wenn der Friedensschluss selbst kein sonderlich harmonischer war, hatte er für Naumann am Mittwoch in der „Bild“-Hamburg doch ein Happy End:

Mehr dazu beim NDR-Medienmagazin „Zapp“.

6 zu Schmidt & Pocher

Pocher bringt den guten, alten Schmidt zurück
(rp-online.de, Judith Conrady)
Wer hätte das gedacht: Mit Oliver Pocher an seiner Seite ist Harald Schmidt plötzlich wieder das, was er einmal war – zu seinen besten Zeiten. ProSieben-Pocher bringt uns in der ARD den Sat.1-Schmidt zurück. Abwegige Ideen, beißende Ironie – alles, was Schmidt in den meisten seiner ARD-Sendungen fehlte, ist plötzlich wieder da.

Sausenclown und Feinschliffwitzler
(spiegel.de, Daniel Haas)
Das soll der Untergang des Abendlands gewesen sein? Als solchen hatten Kritiker die Schmidt-Pocher-Verbindung eingestuft. Die Premiere aber zeigte: Olli und Harry verursachen keine kulturellen Flurschäden. Sie schaden noch nicht mal der ARD.

Wie ein getunter Andrack
(sueddeutsche.de, Christian Kortmann)
Die Premiere von „Schmidt & Pocher“ war ein planloses Probieren vor Publikum: Harald Schmidt wirkte nachhaltig träge, Oliver Pocher erstarrte in Respekt vor dem großen Partner.

Jungs, das muss noch besser werden
(welt.de, Martin Klein)
Den Auftakt sollte und wird man schnell vergessen; „Schmidt & Pocher“, die Erste, war nicht gut. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, es werden gute, bestimmt auch noch brillante Sendungen folgen, doch das Debüt der mit Spannung erwarteten Moderatorenallianz taugte wenig.

Schmidt & Pocher, sie habens getan!
(monsieurfischer.ch)
„Zusammengefasst habe ich mich während der Stunde Schmidt & Pocher gut amüsiert. Beide haben das gebracht, was ich von ihnen erwartet habe. Oder vielleicht sogar noch etwas mehr. Pocher hat nämlich gezeigt, dass er nicht nur Kollegen auslachen und andere Leute beleidigen, sondern durchaus auch wirklich witzig sein kann. Schmidt seinerseits war der erwachsene Lehrer, der sich hie und da mal unwissend stellte, was ‚junge Themen‘ angeht.“

„schmidt & pocher“: die premiere live.
(popkulturjunkie.de)
„Wirklich eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Ich hatte mich wirklich auf die Show gefreut, weil ich eine ernsthafte Hoffnung hatte, dass Pocher frischen Wind in die Sache bringen kann. Konnte er leider überhaupt nicht. Entweder er hatte Schiss vor den ARD-Gremien oder vor sich selbst. Schmidt macht die Sendung anscheinend auch nur noch, weil er wenigstens an einem Tag pro Woche mal aus dem Haus gehen will. Ob die Welt diese lahme Sendung braucht – da bin ich extrem skep

href=“http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/gesellschaft/medien/493994″>Pocher bringt den guten, alten Schmidt zurück
(rp-online.de, Judith Conrady)
Wer hätte das gedacht: Mit Oliver Pocher an seiner Seite ist Harald Schmidt plötzlich wieder das, was er einmal war – zu seinen besten Zeiten. ProSieben-Pocher bringt uns in der ARD den Sat.1-Schmidt zurück. Abwegige Ideen, beißende Ironie – alles, was Schmidt in den meisten seiner ARD-Sendungen fehlte, ist plötzlich wieder da.

Sausenclown und Feinschliffwitzler
(spiegel.de, Daniel Haas)
Das soll der Untergang des Abendlands gewesen sein? Als solchen hatten Kritiker die Schmidt-Pocher-Verbindung eingestuft. Die Premiere aber zeigte: Olli und Harry verursachen keine kulturellen Flurschäden. Sie schaden noch nicht mal der ARD.

Wie ein getunter Andrack
(sueddeutsche.de, Christian Kortmann)
Die Premiere von „Schmidt & Pocher“ war ein planloses Probieren vor Publikum: Harald Schmidt wirkte nachhaltig träge, Oliver Pocher erstarrte in Respekt vor dem großen Partner.

Jungs, das muss noch besser werden
(welt.de, Martin Klein)
Den Auftakt sollte und wird man schnell vergessen; „Schmidt & Pocher“, die Erste, war nicht gut. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, es werden gute, bestimmt auch noch brillante Sendungen folgen, doch das Debüt der mit Spannung erwarteten Moderatorenallianz taugte wenig.

Schmidt & Pocher, sie habens getan!
(monsieurfischer.ch)
„Zusammengefasst habe ich mich während der Stunde Schmidt & Pocher gut amüsiert. Beide haben das gebracht, was ich von ihnen erwartet habe. Oder vielleicht sogar noch etwas mehr. Pocher hat nämlich gezeigt, dass er nicht nur Kollegen auslachen und andere Leute beleidigen, sondern durchaus auch wirklich witzig sein kann. Schmidt seinerseits war der erwachsene Lehrer, der sich hie und da mal unwissend stellte, was ‚junge Themen‘ angeht.“

„schmidt & pocher“: die premiere live.
(popkulturjunkie.de)
„Wirklich eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Ich hatte mich wirklich auf die Show gefreut, weil ich eine ernsthafte Hoffnung hatte, dass Pocher frischen Wind in die Sache bringen kann. Konnte er leider überhaupt nicht. Entweder er hatte Schiss vor den ARD-Gremien oder vor sich selbst. Schmidt macht die Sendung anscheinend auch nur noch, weil er wenigstens an einem Tag pro Woche mal aus dem Haus gehen will. Ob die Welt diese lahme Sendung braucht – da bin ich extrem skeptisch.“

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Psychohilfe für Sendeanstalten
(zeit.de, Harald Martenstein)
„Mein Lieblingssender ist Eurosport, wo sie nachts stundenlang alte Kickboxkämpfe wiederholen. Meistens gewinnt ein 2,20 Meter großer Koreaner.“

Frau Merkel und der Zufall
(sueddeutsche.de, Christopher Keil)
Das US-Nachrichtenmagazin Newsweek präsentiert Angela Merkel als „Lost Leader“, sie wirke reformmüde und unbeteiligt. Mitverfasser der Geschichte ist Bild-Kolumnist Hugo Müller-Vogg.

blogs in der krise?
(deutscheblogcharts.de/blog)
„Ich habe mir mal die Arbeit gemacht, mein gesamtes Blogcharts-Archiv durchzugehen und die jeweilige Zahl an Verlinkungen rauszuschreiben, die zum Erreichen der Plätze 20, 50 und 100 nötig waren – außerdem die durchschnittlichen Verlinkungen der Top-100-Blogs.“

Kampf um Anerkennung
(nzz.ch, luc.)
Am vergangenen Samstag hat sich die Schweizer Bloggerszene zum zweiten Mal zum «Blogcamp» getroffen. An der Konferenz in Zürich drehten sich die Diskussionen unter anderem um das schwierige Verhältnis zwischen Bloggern und Journalisten.

Ansichten eines Jedermanns
(zeit.de, Peter Henning)
Das Buch seines Lebens: 32 Jahre lang schrieb Charles Chadwick an dem faszinierenden Roman „Ein unauffälliger Mann“.

Als die grosse Blase platzte
(einestages.spiegel.de, Video, 4:01 Minuten)
Auf der Cebit 2001: Trotz abstürzender Aktienkurse – die Dotcom-Manager feiern sich immer noch selbst.

„Bild“ lässt Geographie den Bach runtergehen

Mag ja sein, dass die heutige „Bild“-Meldung über „das größte scheinbar dreidimensionale Kunstwerk aller Zeiten“ aus Ottawa kommt, wie es die Ortsmarke am Artikelanfang nahelegt. Die „Bild“-Überschrift dazu ist aber trotzdem Unsinn:

"Deutscher Straßenmaler lässt Ottawa den Bach runter gehen"

Das Straßengemälde, um das es geht, befindet sich nämlich in „Saskatchewan (Kanada)“, wie „Bild“ im Text richtig schreibt. Genauer gesagt, in der Stadt Moose Jaw auf der River Street. Um von Ottawa aus dorthin zu gelangen, muss man laut Google-Maps schlappe 3.155 Kilometer fahren.

Mit Dank an Oliver W. auch für den Scan.

Klaus Doherty und Pete Wowereit

Ist Wowi der Rüpel der Politik?

Interessante Frage. Und eine Gemeinsamkeit zwischen Klaus Wowereit und Pete Doherty sieht man ja schon auf den ersten Blick: Beide trinken Sachen.

Auf weiteren Fotos dokumentiert „Bild“ weitere Parallelen: Beide haben ein Buch geschrieben. Beide sind mit jemandem zusammen. Und es gibt von beiden Fotos, wo sie jemanden küssen.

Geradezu frappierend wird es, wenn man, wie „Bild“, in zwei Listen Kategorien wie „Triumphe“, „Selbsteinschätzung“ und „Vorlieben“ der beiden vergleicht. Oder ihre Tiefpunkte:

„Tiefpunkte Wowereit“ „Tiefpunkte Doherty“
„fällt bei seiner Wiederwahl zum Regierenden Bürgermeister im ersten Wahlgang durch“ „stellt mit Blut gemalte Bilder aus, spritzt sich bei Interview vor laufender Kamera Heroin, wird von seiner ersten Band ‚The Libertines‘ gefeuert und von Kate Moss rausgeworfen“

Ein Wunder, dass Freunde sie überhaupt auseinander halten können!

Nun hat den Vergleich aber ursprünglich nicht „Bild“ gemacht, sondern Bela Anda, ehemaliger Regierungssprecher von Gerhard Schröder, ehemaliger „Bild“-Redakteur. „Bild“ schreibt:

Ein Vergleich wie ein Fallbeil, es saust auf Wowi in der neuen Ausgabe des Feingeist-Magazins „Cicero“ nieder.

Ein Fallbeil? Die Nachrichtenagentur AP verbreitet den Vergleich Andas unter der Überschrift „Anda hält Wowereit für wahren SPD-Hoffnungsträger“, Spiegel Online unter der Dachzeile „Sozi-Lob“; die Original-Überschrift in „Cicero“ lautet „Was Wowereit zum Popstar macht“.

Kein Wunder, denn Anda schreibt (wie man auch in „Bild“ lesen kann):

„Dohertys neues Album mit den ‚Babyshambles‘ wird gerade von seinen härtesten Kritikern gefeiert. Und Wowereit schafft mit seinem Einsatz für Berlin den Umschwung — Elite-Uni, sinkende Schulden, beste Fan-Meile der WM, immer mehr Hollywood-Stars, die die Hauptstadt als Drehort entdecken und somit Geld in die Kassen spülen.“

Und Anda glaubt noch, diese Parallele zu sehen:

„Beide wurden lange Zeit unterschätzt, ihr öffentliches Bild war durch Klischees bestimmt. Hier der ‚Party-Bürgermeister‘, dort der ‚Kate-Moss-Begleiter‘.“

Ihr öffentliches Bild war durch Klischees bestimmt? War?

Was Lammert meint

Der Bundestagspräsident Norbert Lammert hat gestern in einer Rede der RAF-Opfer gedacht und dabei auch den Umgang mit ihnen kritisiert. Es sei zum Beispiel ein Zeichen mangelnden Respekts, das Bild des gefangenen Hanns Martin Schleyer als eine Art Logo von Zeitungsserien zu verwenden.

„Bild“ berichtet ausführlich. Bei Bild.de sieht das so aus:

Mit Dank an Christian B. für den Hinweis.

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