Michelle Godot

Irgendwann wird es bestimmt soweit sein. Irgendwann wird Michelle Hunziker wieder „Deutschland sucht den Superstar“ moderieren. Vielleicht nicht nächstes Jahr, vielleicht nicht überüberübernächstes. Aber wenn es dann soweit sein sollte, wird die „Bild“-Zeitung sagen können: Bei uns stand es zuerst.

Schon am 19. November 2005 hatte „Bild“ nach einem „Check“ festgestellt, dass „die schöne Michelle“ im Vergleich mit der „Käse-Tussi“ Tooske Ragas die bessere Moderatorin der Sendung ist, und forderte: „Schickt die Käse-Tussi nach Hause“.

Zwei Wochen später schien es fast soweit zu sein:

Schöne Michelle zurück zu Superstars?

Okay, die Rückkehr verzögerte sich noch ein bisschen. Aber im Januar 2006 schien es fast soweit zu sein:

RTL will ihre Vorgängerin Michelle Hunziker wieder ins Programm nehmen. Muß die Käse-Tussi jetzt zurück nach Holland?

Ein wesentliches Indiz für die bevorstehende Rückkehr sah „Bild“ übrigens in der Tatsache, dass RTL „die schöne Michelle“ „zurück ins Programm“ hole: „Die Schweizerin soll neben Hape Kerkeling (41) die neue Tanzshow ‚Let’s Dance‘ moderieren.“ Neben Hape Kerkeling (41) moderierte dann allerdings nicht Michelle, sondern Nazan Eckes.

Nun ist fast ein Jahr rum, die neue „Superstar“-Saison beginnt, und „Bild“ eröffnet sie heute (traditionell, möchte man fast sagen) mit dieser Schlagzeile:

Käse-Tussi schwanger! Kommt jetzt Michelle?

„Bild“ schreibt:

Nach der Schwangerschaft von „Superstar“-Moderatorin Tooske Ragas (32) soll Michelle Hunziker (29) als Ersatz bereitstehen. (…)

RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer vielsagend zu BILD: „Wir hoffen, dass Tooske moderiert. Aber Michelle ist natürlich eine sehr charmante und gute Moderatorin.“

Vielsagend, soso. Uns sagte Frau Eickmeyer heute auf Nachfrage: „Michelle ist bei uns nicht im Gespräch.“

Forsetzung folgt.

Ein hartnäckiger Irrtum

Blöd, dass niemand bei „Bild“ liest, was Bild.de so schreibt.

Denn am 29. September stand unter der Überschrift „Die größten Irrtümer der Allgemeinbildung“ bei Bild.de:

"Die größten Irrtümer der Allgemeinbildung"

Und heute steht in „Bild“ (und bei Bild.de):
"Wie voll sind Kirchen am Reformationstag?"

Mit Dank an Valeri K. für den sachdienlichen Hinweis.

Falsch sparen mit „Bild“

„Jeden zehnten Euro vom Einkommen sparen die Deutschen schon – oft aber falsch!“, stellte die „Bild“-Zeitung gestern fest und leistete ihren Beitrag dazu, dass das so bleibt.

Wer 1000 Euro zu 3,5 bzw. 3,55 Prozent Zinsen anlegt, bekommt nach einem Jahr nicht 1050 Euro bzw. 1055 Euro, wie sie vorrechnete, sondern 1035 Euro bzw. 1035,50 Euro.

Mit dem Geldmarktkonto der Dresdner Bank, das „Bild“ empfiehlt, kann man aber trotz 3,5 Prozent Zinsen aus 1000 Euro in einem Jahr nicht 1035 Euro machen — das Angebot läuft nämlich nur bis Ende April, also ein knappes halbes Jahr. Aus 1000 Euro werden in dieser Zeit laut Dresdner Bank 1015 Euro (Stand: heute), eine Verlängerung oder Wiederholung zu diesen Konditionen ist ausgeschlossen.

Danke an Christhart B., Thorsten D., Martin B., Mike S., Frank J., Peter T. und vor allem Janine K.!

Kurz korrigiert (275-277)

Gut, dann gehen wir die Sachen schnell durch:

Der Komiker Sacha Baron Cohen, dessen Film „Borat“ morgen in die deutschen Kinos kommt, hat — anders als „Bild“ gestern schrieb — nicht in Oxford studiert, sondern in Cambridge.

Das Drama „Nicht alle waren Mörder“ läuft heute abend — anders als „Bild“ heute schreibt — nicht im ZDF, sondern in der ARD.

Und König Artus, der drittwichtigste Mann auf der Liste der „101 wichtigsten Menschen, die nie gelebt haben“ (Tiere, Maschinen u.ä. inklusive), Antoine Fuqua spielte 2003 König Arthurist — anders als Bild.de schreibt — nie von Antoine Fuqua gespielt worden. Fuqua war Regisseur des Films „King Arthur“. Das Foto zeigt den Hauptdarsteller Clive Owen.

Danke an Sebastian D., Clemens H., Thorsten E., Thomas H., Michael S., Marcel G., Markus H., Benni M., Mitya K., Stephan T., Michaela B., Ron, Jens L., Uli Z. und Daniel M.!

Nachtrag, 13.35 Uhr. Bild.de hat „Antoine Fuqua“ durch „Clive Owen“ ersetzt…

Nachtrag, 16.20 Uhr. … und aus „ZDF“ „ARD“ gemacht.

6 vor 9

Schon dein ?Zine? gemacht?
(zeit.de, Henning Hoff)
Für einige Trendsetter sind Blogs von gestern: In Großbritannien boomt die ?kleine Presse?. Immer mehr Magazine und ?Fanzines? drängen auf den Markt. Eine kleine, feine ?Old-media?-Revolte.

Schrittmacher der arabischen Pressefreiheit
(welt.de, Christiane Buck)
Vor zehn Jahren löste der Start von al-Dschasira eine mediale Revolution aus. In diesen Tagen soll sein englischsprachiger Kanal auf Sendung gehen. Kritiker versuchen, das zu verhindern.

Die Blase 2.0
(spiegel.de, Frank Patalong)
Das Kunstwort Web 2.0 gilt als Zauberformel mit der Macht zur Geldvermehrung. Die Geschäftsmodelle der Vorzeigeunternehmen dagegen zeigen: Wirtschaftlicher Erfolg mit Web 2.0 ist schwierig – und noch schwieriger zu bewahren. Ein vorgezogener Abgesang.

Kampf der Kulturbanausen
(taz.de, Daniel Bax)
Das Feuilleton interessiert sich immer weniger für Kultur, schon gar nicht für solche aus fremden Regionen. Genau das macht es anfällig für eine schlicht gestrickte Rhetorik vom „Kampf der Kulturen“. Aufklärung sieht anders aus.

Ausgehöhlte Medienfreiheit
(medienheft.ch, Urs Meier)
Dem Grundrecht der öffentlichen Kommunikation drohen neue Gefahren.

Bekenntnisliteratur
(medienrauschen.de)
Spiegel-Bestsellerliste vom Montag.

6 vor 9

Last.fm zündet die nächste Stufe
(futurezone.orf.at, Patrick Dax)
Am Dienstag präsentiert das Musikempfehlungsservice Last.fm zahlreiche neue Features. ORF.at hat mit Martin Stiksel, dem aus Österreich stammenden Mitbegründer des Online-Musikdienstes, über einen möglichen Verkauf, die internationale Expansion und die Zukunft des Online-Musikmarktes gesprochen.

Zwischenmensch auf Zeichenreise
(taz.de, Timo Feldhaus)
Wegen ihm will schon halb Minnesota herziehen: Der englische Musiker Nick Currie alias Momus schreibt in seinem Weblog mit treffender Versponnenheit über das Leben in Berlin. Täglich. Verfehlte Globalisierte wie er sind Radar und Signal zugleich.

Niedergang des Bob Woodward
(die presse.at, Norbert Rief)
Der Ruf der Journalistenlegende Woodward ist angeschlagen, auch wegen des Buchs „State of Denial“.

Weblogs in Journalismus und Marketing
(serik.de, pdf, 332 kb)
Für den Kurs „Master-Tutorium“ schrieben Florian Sander und Erik Schneider eine Arbeit über Blogs im Bereich Journalismus und Marketing.

«Verstümmelte Nachrichten habe ich lange genug geschrieben»
(blog.zeit.de, Falk Lüke)
Mit der Readers Edition startete die Netzeitung im Mai ein ambitioniertes Projekt: funktionierenden Bürgerjournalismus sollte es mit dieser Plattform geben. Doch nicht jeder, der gerne liest, fühlt sich auch zum Schreiben berufen. Doch eigentlich gibt es sie, die perfekte Schreibergruppe: Journalisten, die nie schreiben konnten, wie und was sie wollten. Zeit für eine, und das ist in keiner Form despektierlich gemeint, «Rentners Edition»?

Ohne Zweifel
(brandeins.de, Wolf Lotter)
Das war schon immer so. Das weiß doch jeder.
Das sieht man doch. Vorurteile hat jeder.
Ihr Preis wird in der Wissensgesellschaft ins
Unermessliche steigen.

Fnockk!

Hat Uwe Seeler es tatsächlich vergessen? Weiß die „große Fußball-Legende“ („BamS“) etwa nicht mehr, wann ihre Achillessehne riss? Denkt „Uns Uwe“ wirklich, er habe 1970 sein Comeback in der Nationalmannschaft nach seiner Achillessehnen-OP gefeiert? Scheint so.

Jedenfalls stand gestern, anlässlich des 70. Geburtstags von Uwe Seeler in der „BamS“:

„Bei der WM 1970 feierte ich mein Comeback in der Nationalmannschaft nach meiner Achillessehnen-OP. Viele trauten mir das nicht zu. Ich habe körperlich eine Schippe drauflegen müssen, habe deshalb Sondertraining gemacht. Meine Frau Ilka übernahm für mich einige Touren als Vertreter für Adidas, damit ich für die Hitze-WM in Mexiko fit wurde.“

Tatsächlich riss Uwe Seelers Achillessehne. Allerdings schon am 20. Februar 1965 bei einem Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Angeblich mit einem Knall, der so laut war, dass er bis auf die Tribünen zu hören gewesen sein soll. Die Verletzung damals hätte fast das Karriereende für Seeler bedeutet. Im Herbst desselben Jahres spielte er aber schon wieder für die Nationalmannschaft und wurde bekanntlich 1966 in England Vize-Weltmeister.

Entweder hat also Uwe Seeler was durcheinander gebracht. Oder die „BamS“ hat den Knall nicht gehört.

Mit Dank an Norman S. für den sachdienlichen Hinweis.

6 vor 9

Die Beute wehrt sich
(zeit.de, Götz Hamann und Florian Klenk)
Günther Jauch und seine Frau prozessieren gegen die »Bunte«. Der Abdruck von Paparazzi-Fotos könnte in Deutschland bald sehr viel teurer werden.

In Prag schreibt sichs billiger
(sonntagszeitung.ch, Michael Soukup)
Die «Süddeutsche Zeitung» hat eine Auslagerung der Online-Redaktion nach Tschechien geplant.

„Redaktionelle Kernkompetenz ist für unser Geschäft nicht entscheidend“
(persoenlich.com, Oliver Prange)
Die Telekom-Industrie weltweit erfindet sich gerade neu, denn die herkömmlichen Geschäftsmodelle brechen ein. So auch die Swisscom: Der dominierende Anbieter im Markt will ins Inhalts- und Werbegeschäft einsteigen.

Blogs und Journalismus, oder: Die Ära der Komplementarität
(ejo.ch, Marco Faré)
Manche lieben sie, manchen sind sie zutiefst zuwider. Manche halten sie für das Kommunikationsmittel der Zukunft, manche nur für eine Modeerscheinung und somit ein vorübergehendes Phänomen. Tatsächlich scheinen die Blogs in eine neue Phase eingetreten zu sein, in der man sie als Ergänzung zu den traditionellen Medien sieht.

Die Zukunft des Radios
(spiegel.de, Tim Renner)
Tim Renner, ehemals selbst Plattenboss und heute scharfer Kritiker der Musikindustrie, glaubt an die rettende Kraft des Digitalen. Ödes Formatradio gehöre bald der Vergangenheit an, prophezeit Renner in einem Gastbeitrag – denn die digitale Welt schaffe Vielfalt und Freiheit.

„Ich war Unterschicht“
(faz.net, Matthias Heine)
Der Vater verschwand noch vor der Geburt, mittags gab es Toast mit Ketchup, Geld für den Schulbus war auch nicht immer da. Ein persönliches Protokoll über eine Kindheit am Rand des sozialen Abgrunds.

Kurz korrigiert (274)

Gestern berichtete „Bild“ gewohnt detailfreudig über neue „Schock-Fotos aus Afghanistan“:

Ein Soldat hält dem Skelett wie bei einer Hinrichtung seine Dienstpistole, eine Walther P8, an den Totenschädel.

Das Modell P8 ist nicht von Walther, sondern von Heckler & Koch.

Danke für die sachdienlichen Hinweise an Claus C. und Stephan S.!

…und die Nationalflagge mitsingen!

Weil Jürgen Klinsmann möglicherweise Trainer der Fußball-Nationalmannschaft der USA wird, hat „Bild“ gestern „die wichtigsten Fragen“ dazu „beantwortet“. Darunter diese:

Singt er die US-Hymne mit?

Unwahrscheinlich! Klinsi hat immer betont, dass er sich als Deutscher fühlt und unsere Hymne mit Inbrunst singt. Der Text von „Stars and Stripes“, der US-Hymne, dürfte allerdings kein Problem für ihn sein.

Im Gegensatz zur „Bild“-Zeitung, für die schon der Titel der US-Hymne ein Problem ist. Sie heißt nämlich „The Star-Spangled Banner“. „Stars and Stripes“ nennt man die amerikanischen Flagge.

Danke an Reinhard T. für den Hinweis!

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