Fischer will gegen „Bild“ vorgehen

Am Dienstag berichtete der „Stern“ vorab, der ehemalige Außenminister Joschka Fischer wolle mittelfristig als Professor in die USA gehen. Er habe im Geheimen Verhandlungen über eine Gastprofessur geführt und hätte schon seit längerem Anfragen aus Princeton und Harvard vorliegen.

Von Verhandlungen und Gesprächen, Mittelfristigem und Absichten war am Tag darauf auf der Titelseite der „Bild“-Zeitung nicht mehr die Rede. Sondern von Tatsachen:

Joschka Fischer wandert aus! Er geht mit seiner Ehefrau Minu nach Amerika und plant eine neue KarriereJoschka Fischer beginnt ein neues Leben! Der Grünen-Politiker (…) wandert aus in die USA (…).

Er wird Gast-Professor an der berühmten Elite-Uni Harvard bei Boston. Dort wolle er über internationale Außenpolitik dozieren, erfuhr BILD aus seinem Freundeskreis.

Fischer, der in seiner Zeit als Außenminister keine presserechtlichen Verfahren geführt hatte, kündigte heute an, gegen diesen Bericht juristisch vorzugehen.

Am Rande einer Grünen-Klausurtagung sagte er [Video]:

Es gibt weder die Absicht von mir auszuwandern, sondern mein Hauptwohnsitz ist und bleibt Berlin, noch gibt es auch nur Gespräche oder die Idee von Gesprächen etwa mit Harvard, geschweige denn, dass irgendetwas entschieden werden konnte, was es nicht gibt. Darüber hinaus gibt es ein Angebot einer anderen amerikanischen Universität. Ich habe gesagt, ich denke darüber nach. Aber irgendwelche Entscheidungen stehen da jetzt nicht an und gibt es nicht.

Danke für die zahlreichen Hinweise!

Nachtrag, 20 Uhr: Bild.de hat den Artikel vor wenigen Minuten aus seinem Angebot entfernt. Auf eine Nachfrage bei „Bild“, ob die Zeitung bei ihrer Darstellung bleibt, haben wir bislang keine Antwort erhalten.

Mehr dazu hier und hier und hier und hier.

braucht Ihre Unterstützung!
Wir investieren viel Zeit und Herzblut in dieses Blog, verdienen aber kaum Geld damit. Damit wir trotzdem unsere Miete bezahlen können, würden wir uns freuen, wenn Sie unsere Arbeit finanziell unterstützen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Symbolfoto XXIII

Hinweis: Der folgende Eintrag wirft „Bild“ nichts vor. „Bild“ hat, soweit wir das erkennen können, alles richtig gemacht. Kein handwerklichen Fehler, keine falschen Behauptungen, nüscht!
 
Zur Zeit geht eine Meldung durch die Medien, dass ein 17 Monate alter Junge unter anderem mit Rotkohl so brutal gefüttert worden sei, dass er am vergangenen Mittwoch nach elftägigem Todeskampf an „Hirnversagen durch Sauerstoffmangel“ starb.

Und natürlich steht diese Meldung heute auch in „Bild“.

Anders als in anderen Medien hat „Bild“ die Meldung aber nicht nur mit einem RotkohlRotkohl-Foto illustriert. Nein, „Bild“ zeigt — neben der Schlagzeile „Mit Rotkohl erstickt!“ — auch das Foto eines blonden Jungen. Daneben steht:

„Das Kind hatte unter anderem Schwellungen, Schürfwunden und eine Hirnschaden
Fotos: Getty Images, Stock Food

Das Foto selbst hat „Bild“ stark verfremdet, wie es Medien gelegentlich zur Anonymisierung von Tätern, Zeugen oder Opfern tun, um ihre Identität zu schützen: das Gesicht verpixelt, das Foto nur als Negativ abgedruckt (siehe Ausriss).

Grafisch bearbeitet sieht die Meldung übrigens ungefähr so aus:

Und dann kann man gut erkennen, dass es sich bei dem Foto nur um ein x-beliebiges, stark verfremdetes Kleinkindporträt aus einem Symbolfoto-Archiv handelt (siehe hier), wie heute ganz bestimmt jedem der über 11 Millionen „Bild“-Leser auf Anhieb klar gewesen sein dürfte, zumal „Bild“ ja auch nirgends ausdrücklich behauptet, dass es sich bei dem abgebildeten Kind in der Meldung um das Kind aus der Meldung handelt…

Mit Dank an Robert B. für den sachdienlichen Hinweis.

…auch wenn „Bild“ das Gegenteil behauptet

Der Presserat hat eine Missbilligung gegen die „Bild“-Zeitung ausgesprochen, weil sie im vergangenen Juli ein Foto zeigte, auf dem zwei junge Männer zu sehen sind, während sie gehenkt werden. Nach Ansicht des Presserates war die Veröffentlichung „unangemessen sensationell“.

Nichts zu beanstanden hatte der Presserat daran, dass „Bild“ behauptete, hier würden zwei Kinderschänder hingerichtet. Tatsächlich wurde den Jugendlichen aber wohl nur ihre Homosexualität zum Verhängnis. In ihrer Rechtfertigung vor dem Presserat berief sich die „Bild“-Zeitung darauf, dass die Kinderschänder-Version, die der iranischen Propaganda entspricht, von der französischen Nachrichtenagentur AFP verbreitet worden sei. Aus dieser Meldung sei auch nicht hervorgegangen, dass es sich bei den Hingerichteten um Minderjährige gehandelt habe.

Der Presserat meint, eine Zeitung müsse die Meldung einer Nachrichtenagentur nicht mehr nachrecherchieren. Und der Axel-Springer-Konzern findet das auch. Allerdings gab das Justiziariat des Verlages in dem Verfahren an, dass sich „Bild“ ganz besonders viel Mühe gegeben habe. Der Presserat gibt die Stellungnahme von Springer so wieder:

Dennoch hätte sich der zuständige Redakteur bemüht, über den Agenturserver weitere Informationen zu diesem Fall zu erhalten. Es habe jedoch keine einzige weitere Agenturmeldung gegeben.

Das ist schwer zu glauben. Es gab an jenem Tag eine weitere Agenturmeldung über den Fall. Die Katholische Nachrichtenagentur KNA verbreitete am 26. Juli 2005 um 14.45 Uhr folgende Meldung:

EU-Protest gegen Hinrichtung von Jugendlichen im Iran

Brüssel (KNA) Die EU hat gegen die Hinrichtung zweier Jugendlicher im Iran protestiert. Einer der Hingerichteten sei sowohl zur Tatzeit als auch bei der Vollstreckung des Todesurteils jünger als 18 Jahre gewesen, klagte die britische EU-Präsidentschaft in einer am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Erklärung. Die EU warf dem Iran vor, mit den vollstreckten Todesurteilen gegen die Internationale Konvention für bürgerliche und politische Rechte und die UN-Kinderrechtskonvention verstoßen zu haben.

(…) Die beiden Jugendlichen waren laut Medienberichten vor einer Woche in der Stadt Mashad wegen Raubes, Alkoholkonsums und homosexueller Übergriffe öffentlich hingerichtet worden.

Die „Bild“-Zeitung ist Kunde der KNA und hätte also im Voraus wissen können, dass ihre Veröffentlichung problematisch ist. Auch wenn das Springer-Justiziariat gegenüber dem Presserat das Gegenteil behauptet.

„Bild“ will Ausländerin aus dem Land jagen

Die „Bild“-Zeitung kann die niederländische RTL-Moderatorin Tooske Ragas nicht ausstehen. Sie hält sie für langweilig, unansehnlich, schwer verständlich und inkompetent.

Es ist das gute Recht der „Bild“-Zeitung, Tooske Ragas für ihr angeblich fehlendes Talent zu kritisieren. Allerdings gibt es Grenzen für die Form dieser Kritik. Sie sind zurückzuführen auf einen Gedanken im Grundgesetz, Artikel 1. Dort heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

„Bild“ nennt Ragas „Käse-Tussi“ und „Gouda-Tooske“ und macht in diesem Zusammenhang gleichzeitig alles Holländische verächtlich, vom Bier („fad und nüchtern“) bis zur Fußball-Nationalmannschaft („Ihr werdet im Leben nicht mehr Weltmeister“). In einem „offenen Brief“ an die Moderatorin (unterschrieben mit „Deine BILD Zeitung“) klingt das heute so:

Käse-Tussi, hops in deinen Wohnwagen und roll zurück Richtung Campingplatz! Ins Land, wo die Menschen ihr eigenes Gras rauchen — und auf’m Rasen spucken, statt Fußball zu spielen.

Wahrscheinlich würde die „Bild“-Zeitung Schwarze, die sie nicht mag, nie als „Nigger“ beschimpfen und über Juden, die sie für untalentiert hält, nie Judenwitze reißen. Aber sowohl im Grundgesetz als auch im Pressekodex steht: „Niemand darf wegen (…) seiner Zugehörigkeit zu einer rassischen, ethnischen, (…) oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.“ Da steht nicht: „außer die lustigen Holländer und andere harmlose Völker, die ja deswegen nicht gleich von Neo-Nazis zusammengetreten werden“.

Eigentlich weiß „Bild“ das auch. Als Karl Moik im „Musikantenstadl“ von „Spaghettifressern“ sprach, war das der „Bild“-Zeitung am 19. April 2004 eine Seite-1-Schlagzeile wert: „Karl Moik beleidigt alle Italiener“, schrieb sie, fragte: „Was hat er sich dabei bloß gedacht“ und sprach von „Ausfällen“ Moiks.

Die „Bild“-Beleidigungen von Tooske Ragas aber sind Teil einer Eskalationsstrategie. Zunächst fragte die Zeitung: „Sind wir Deutsche nicht mehr gut genug?“. Seit vielen Wochen schon steigert „Bild“ die persönlichen Beleidigungen und anti-holländischen Ressentiments. Anstand und Wahrhaftigkeit sind dabei längst unter die Räder geraten. Die Überschrift des Artikels, der den „Offenen Brief“ einrahmt, lautet:

RTL will Michelle Hunziker wieder ins Programm nehmen
Muß die Käse-Tussi jetzt zurück nach Holland?

Kein deutscher Moderator wäre je einer solchen „Bild“-Überschrift ausgesetzt. Bei keinem Deutschen ließe sich ja auch auf eine solche Art andeuten, dass er nur ein Gastrecht in diesem Land hat, das jederzeit entzogen werden kann, wenn er nicht gut genug moderiert. Natürlich weiß „Bild“, dass Ragas nicht „nach Holland zurück muss“, egal was RTL entscheidet. Aber das Spiel mit ausländerfeindlichen Reflexen macht die Schmähung und Verunglimpfung Ragas noch wirkungsvoller.

Die Überschrift suggeriert darüber hinaus noch einen Zusammenhang, den es nicht gibt. Hunziker soll die Ko-Moderation der Nachfolgesendung von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) übernehmen. „Bild“ lässt offen, welchen Einfluss das auf die Moderation von „DSDS“ selbst haben soll — beendet den Artikel über Ragas aber mit den Worten:

(…) sie kann zur Heimfahrt ruhig schon mal den Wohnwagen aus der Garage holen!

„Bild“ schreibt, Ragas moderiere „glücklos“, ohne zu erklären, woran das zu messen ist. An den Quoten jedenfalls nicht, die liegen über der zweiten Staffel mit Michelle Hunziker, für deren Rückkehr „Bild“ kämpft. Über jene Michelle, die „Bild“ heute einen „Engel“ nennt, hatte „Bild“ am 25. Oktober 2003 geschrieben:

Quoten-Katastrophe bei RTL-Show — Michelle Hunziker droht der Rausschmiss

Jetzt wird’s eng für Michelle Hunziker (26). Ihr Sender RTL hat ihre ständigen Eskapaden endgültig satt. Und die Zuschauer wenden sich von der schönen Moderatorin ab. Der Quotenverfall ist dramatisch. (…)

Mitarbeiter beschweren sich über die schöne Blondine: „Michelle Hunziker sagt ständig Proben und Sendungen ab. Außerdem bringt sie das ganze Team durcheinander. So kann es nicht weitergehen.“

Am 18. Juni 2005 erklärte „Bild“ demgegenüber die Vorteile von Tooske Ragas:

Kann tanzen und singen. Und — anders als Michelle — auch frei moderieren.

Aber auch damals schon hieß es in „Bild“:

Was kann Tooske besser als unsere Michelle?
(Hervorhebung von uns.)

Dass Michelle Hunziker Schweizerin ist und eine holländische Mutter hat, erwähnt „Bild“ zwar, aber es spielt keine Rolle. Die Nationalität wird erst relevant, wenn man jemanden nicht mag. So ist das mit der Ausländerfeindlichkeit.

Betr: Medienkultur, großartige

„Wir haben in Deutschland Gott sei Dank eine richtig großartige Medienkultur. Für BILD und BILD am SONNTAG (…) ist das Privatleben nur dann ein Thema, wenn man es selbst zum Thema macht.“
(Aus einem „BamS“-Interview mit Guido Westerwelle vom 4.9.2005)
 
„FDP-Chef Westerwelle selbst lehnt jeden Kommentar zu seinem Privatleben ab.“
(Aus einem „Bild“-Bericht über Westerwelles Privatleben von heute)

Nachtrag, 11.1.2006:
Nachdem Westerwelle in der gestrigen „Bild“ jeden Kommentar zu seinem Privatleben abgelehnt hatte, findet sich heute ein weiterer Artikel in „Bild“, der sich ausschließlich mit Westerwelles Privatleben befasst. Auf den Zusatz, dass Westerwelle jeden Kommentar zu seinem Privatleben ablehnt, hat „Bild“ diesmal verzichtet.

Mozart-Bingo

Natürlich kann man Journalismus auch als eine Art Fakten-Bingo betreiben: Man behauptet etwas, das man gar nicht richtig weiß, und hofft, dass es sich im Nachhinein als wahr herausstellt. Wenn man Glück gehabt hat und richtig lag, erweckt man den Eindruck, eine ganz besonders tolle Zeitung zu sein, die Dinge früher weiß und berichtet als andere.

Aber, wie das mit Glücksspielen so ist: Meistens verliert man.

Die „Bild“-Zeitung wusste vor ihrem Redaktionsschluss noch nicht, was die DNA-Analyse mehrerer Skelette ergeben hatte, mit der Forscher die Echtheit des angeblichen Schädels von Wolfgang Amadeus Mozart überprüfen wollten. Trotzdem schrieb sie:

Das österreichische Fernsehen ORF hielt das Ergebnis bis gestern spätabends zurück. Doch es sickerte bereits durch: Der Schädel soll echt sein.

Diese Nachricht hat „Bild“ heute exklusiv. In Wahrheit ergab die Analyse der Skelette, die von Mozart, einer Nichte und seiner Großmutter stammen sollen, dass alle drei Leichen nicht miteinander verwandt waren. Ob der Schädel echt ist oder nicht, lässt sich deshalb nicht sagen.

Zeitungen in aller Welt schreiben deshalb heute: „Rätsel ungelöst“, „Weiter Rätselraten“, „Totale Verwirrung“, „Rätsel über Rätsel“, „Mystery unsolved“ und „No end to mystery“.

Bei „Bild“ und Bild.de aber heißt es:

Nach 250 Jahren: Das letzte Geheimnis von Mozart gelüftet

Danke an Boris P. für den Hinweis.

Beißhemmungen

„Deutsch-Amerikanische Freundschaft — Die Zerreißprobe“ stand im Herbst 2002 mal auf einer „Spiegel“-Titelseite, weil (kurz gesagt) die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder beim Irak-Krieg nicht so mitmachen wollte, wie es den USA gefallen hätte.

Rückblickend kann man’s auch mit den Worten von „Bild“ zusammenfassen:

„Deutschland und die USA entzweiten sich im Streit um den Irak-Krieg vorübergehend. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Präsident Bush redeten monatelang nicht miteinander.“

Und zwischenzeitlich ließ sich „Bild“-Kommentator Einar Koch sogar dazu hinreißen, Gerhard Schröder dafür zu loben, dass er „endlich die seit dem Irak-Krieg bestehende Sprachlosigkeit zwischen Berlin und Washington überwunden“ habe.

Aber natürlich kann man auch, wie etwa Hans-Olaf Henkel in seinem heutigen „Bild“-Kommentar zur „mutigen Kanzlerin“ Angela Merkel, en passant behaupten, Ex-Kanzler Gerhard Schröder habe „Beißhemmungen gegenüber den USA“ gehabt. Es ist nur sehr, sehr absurd.

Kurz korrigiert (50)

Man könnte, im übertragenen Sinne, sagen, dass das Kreuzband die Achillesferse des Bundesliga-Spielers Jens Nowotny ist. Aber eben doch nur im übertragenen Sinne.

Falsch ist es dagegen, wie „Bild“ zu schreiben, Nowotny habe am Wochenende erstmals seit seinem „4. Achillessehnen-Riß(am Fußgelenk) wieder gespielt, wenn er in Wahrheit vier Kreuzbandrisse (am Knie) hatte.

Danke an Tine, Lars T. und Hannes K. für die Hinweise!

Nachtrag, 10. Januar, 18.45 Uhr: Der Anatomie-Bauftragte von Bild.de hat seinen Dienst angetreten und die Meldung korrigiert.

Allgemein  

Die 35-jährige Jennifer ist die 29-jährige Lilly

Immerhin: Nachdem „Bild“ (wie berichtet) mehrere Tage lang fälschlicherweise behauptet hatte, die neue Freundin von Boris Becker sei eine 35-jährige Frau namens Jennifer, die mit einem Bau-Unternehmer names Eric Sheppard verheiratet sei, stellt „Bild“ die Sache heute richtig:

„Viele Zeitschriften und Zeitungen, auch BILD, berichteten: Sie heißt Jennifer Sheppard (35), kommt aus Florida. Jetzt stellt Boris schmunzelnd gegenüber BILD klar: ‘Liebe Leute, da hat sich tatsächlich ein Fehler eingeschlichen. Die 35jährige Jennifer ist in Wirklichkeit die 29jährige Lilly.‘“
(Hervorhebung von uns.)

Wie gesagt: Immerhin. (Dass die freundliche Titelschlagzeile und die mit Wörtern wie „Glück“, „zufrieden“, „vertraut und liebevoll“ gespickte „Happy-End“-Story womöglich Becker wieder mit „Bild“ versöhnen soll, wollen wir nicht einmal andeuten…) Und dass Becker über die Verwechslung schmunzelt, ist denkbar. Ob allerdings auch Jennifer Sheppard darüber schmunzeln kann, dass ihr von Europas größter Tageszeitung tagelang ein außereheliches Verhältnis unterstellt wurde, und wie lustig es Sheppards Ehemann gefunden haben mag, dass „Bild“ ihn als gehörnten Ehemann denunziert hat (siehe Ausriss), lassen wir mal dahingestellt. Fest steht, dass die „Bild“-Redaktion ihre Recherchekapazitäten darauf verwendet, aufzuschreiben, was es mal bei Sheppards zu essen gab (O-Ton: „Lamm als Lolli, kalte Pfirsichsuppe“), statt sich vielleicht vorab zu vergewissern, ob’s dafür überhaupt irgendeinen Anlass gibt.
 
PS: Außerdem sind wir gespannt, welche Ausrede wohl der „Bild am Sonntag“ einfällt, wenn sie in der kommenden Woche korrigiert, dass sie Beckers Freundin noch gestern den Namen „Jennifer Klein“ (?!) verpasst hatte — und natürlich, wann eigentlich Bild.de seinen Lesern die Richtigstellung der (online inzwischen komplett entfernten) „Bild“-Enten zumuten mag.

Kurz korrigiert (49)

Jungfrau Meri singt für Armenien

Anders als „Bild“ am Donnerstag berichtete, steht der armenische Teilnehmer am Eurovision Song Contest noch nicht fest. Die armenische Beauftragte für den Wettbewerb, Diana Mnatsakanyan, dementierte die „Bild“-Meldung, wonach die bei der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ ausgeschiedene Meri Voskanian das Land vertreten werde. Die Nachricht sei „völlig falsch“, zitiert sie die Seite oikotimes.com. Noch bis 20. Januar könnten sich Kandidaten für den armenischen Vorentscheid bewerben. Erst Mitte Februar werde das Publikum den Teilnehmer per TED bestimmen.

(„Bild“ nennt Meri Voskanian „Jungfrau Meri“, weil sie trotz ihres biblischen Alters von 18 Jahren nach eigener Auskunft noch keinen Geschlechtsverkehr hatte.)

Danke an Yves B., Nils H., Andreas G. und Isa R. für die Hinweise.

Nachtrag, 10.20 Uhr: Ursprünglich hatten wir Meri an dieser Stelle Mary genannt, was falsch und etwas peinlich ist.

Nachtrag, 12. Februar: Inzwischen ist es endgültig: Nicht Meri Voskanian wird für Armenien singen, sondern Andre.

Blättern:  1 ... 633 634 635 ... 726