6 vor 9

Moselcoast-Ghetto-Rap-Geschwader: Die Presseschau der Subkultur
(jetzt.de, Tobias Wullert)
Wie prächtig das Angebot in den Hauptbahnhofsbuchhandlungen doch ist. Jedem Interesse ist ein Heft gewidmet. Was steht da eigentlich immer so drin? jetzt.de hat sich fünf Exemplare gegriffen und geblättert.

Ein Ehrenkodex von 50 Seiten
(fr-aktuell.de, Bernd Buder)
Dazwischen zurechtkommen: Im Kosovo bemüht sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk um die journalistische Ethik.

Termin mit dem Tod
(zeit.de, Auszug aus dem Buch „Douloureuse Russie“)
Wie die russische Journalistin Anna Politkowskaja den Mann traf, den viele für ihren wahren Mörder halten. Eine Reportage aus ihrem letzten Buch.

In einem Blog über die verlorene Zeit
(taz.de, Detlef Kuhlbrodt)
Die „Recherche“ lesend sich selbst lesen: Der Schriftsteller Jochen Schmidt arbeitet täglich 20 Seiten Marcel Proust durch und schreibt darüber ein Internet-Tagebuch.

„Um gelesen zu werden“
(tink.ch, Janosch Szabo)
Im Juni startete die deutsche Netzeitung die Plattform Readers Edition. Der Moderator Gerd Stodiek über Bürgerjournalismus und die nicht mehr ganz neue Projektidee.

Über Google, YouTube und eine strahlende Zukunft
(approx.antville.org)
Vor genau sechs Jahren schrieb die Zeit unter der Überschrift „Fernsehen à la Carte“ einen recht euphorischen Artikel über CanalWeb. Kennt eigentlich noch jemand diese Firma?

Bloß früher IV

Heute berichtet „Bild“ auf der allerletzten Seite…

… über einen „Blondinen-Crash“, der sich, so „Bild“, „im englischen Blackburn“ zugetragen haben soll. Kronzeuge für die „Bild“-Meldung ist ein Foto. Genauer gesagt, dieses:

Das Foto allerdings, das Europas größter Tageszeitung (die ja bekanntlich schreibt, „was alle schreiben — bloß früher“) heute auf der allerletzten Seite eine Meldung wert ist, findet sich auch auf verschiedenen Internetseiten — und das schon seit mindestens Mitte August. Und dass „im englischen Blackburn“ ungarische MediaMarkt-Plakate am Straßenrand herumstehen, wie man auf anderen Fotos derselben Serie deutlich erkennen kann, halten wir, gelinde gesagt, für äußerst unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist, dass „Bild“ da auf der allerletzten Seite einfach irgendwas zusammenfantasiert hat. Macht das Blatt bei seinen Blondinen auf der allerersten Seite ja auch andauernd.

Mit Dank an Sönke M. für den Hinweis.

Kai Diekmann arbeitet mit „Bild“-Methoden

Nein, das Verhältnis von „Bild“-Zeitung und Heide Simonis ist wahrlich kein entspanntes.

Aktuell hat Simonis nun einen Prozess gegen „Bild“ vor dem Berliner Landgericht verloren. Simonis verlangte 50.000 Euro Schmerzensgeld für den Abdruck einiger Fotomontagen, die „Bild“ am 2. Mai auf der Titelseite und im Blattinneren veröffentlicht hatte. Die Montagen zeigten u.a. das Gesicht der Politikerin mit Maden übersät sowie ihren Kopf auf einem mit Jauche besudelten Bikinikörper und stellten — so Simonis‘ Anwalt — eine „Verletzung der Menschenwürde“ dar.

„Bild“ reagierte auf das Gerichtsurteil mit einer Pressemitteilung. Darin heißt es korrekt:

„Eine ein Schmerzensgeld rechtfertigende Persönlichkeitsverletzung konnte das Landgericht (…) nicht erkennen.“

Unter der Überschrift „Kein Geld für Hoppel-Heide“ äußert sich in der Mitteilung jedoch auch „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann wie folgt:

„Heide Simonis hat mit ihrer Tanzshow ihr Ansehen nachhaltig beschädigt. An einer lächerlichen Show teilnehmen wollte sie, aber darüber lachen sollte man nicht. Sie hat als Unicef-Botschafterin das Vergleichsangebot einer großzügigen Spende und von Anzeigenraum für Unicef abgelehnt und auf Zahlung einer Geldentschädigung an sich selbst bestanden. Nun hat sie vor dem Landgericht die Quittung erhalten. Und wieder ein schwerer Ausrutscher!“

Allerdings sind Diekmanns hämische Äußerungen mehr als irreführend: Nicht nur verschweigt der „Bild“-Chef, dass Simonis wegen desselben „Bild“-Berichts vor Gericht bereits eine „Aufsehen erregende Gegendarstellung“ (AP) hatte durchsetzen können; der „Bild“-Chef erweckt darüber hinaus den Eindruck, Simonis‘ „Geldentschädigung an sich selbst“ und das „Vergleichsangebot einer großzügigen Spende und von Anzeigenraum für Unicef“ stünden in irgendeinem direkten Zusammenhang. (Immerhin sind beide Sachverhalte in Diekmanns Statement durch ein schlichtes „und“ miteinander verbunden.)

Doch der Eindruck trügt: Medienberichten zufolge bezog sich das „Vergleichsangebot“ von „Bild“ nämlich gar nicht auf Simonis‘ (erfolglose) Schadensersatzklage, sondern auf ihr (erfolgreiches) Gegendarstellungsbegehren, gegen das sich „Bild“ über Monate vehement gewehrt hatte.

Mit Löffeln gefressen

"War

Gestern spekulierte „Bild“ im Technikteil Sportteil ausführlich über die Gründe für Michael Schumachers Ausscheiden beim Formel-1-Rennen in Suzuka.

"Das ist ein Kolbenfresser"Bei der Gelegenheit versuchte „Bild“ auch gleich, ihren Lesern mit Hilfe einer Grafik (siehe Ausriss links) zu erklären: „Das ist ein Kolbenfresser“. Und sagen wir es mal so: Auf der „Bild“-Grafik Grafik sind tatsächlich ein Zylinder und ein Kolben zu sehen. Allerdings kommen Dinge wie „Kolben“ und „Zylinder“ nicht bloß in Motoren vor. Und eine „Blockade“ des abgebildeten Kolbens „an der ihn umgebenden Zylinderwand“ würde nie und nimmer zu einem Motorschaden führen. Die Abbildung zeigt nämlich keinen Zylinder, wie er in Verbrennungsmotoren zu finden ist, sondern einen Hydraulikzylinder, wie er auf der Internetseite der Remo AG zu finden ist (siehe Ausriss rechts).

Mit Dank an Tobias J. und Marcel S. für den sachdienlichen Hinweis.

6 vor 9

Fünf Rupien für die Freiheit
(zeit.de, Christiane Grefe)
Indien ist ein Abenteuerland des Journalismus. Hier gedeiht die Medienvielfalt wie kaum sonst auf der Welt.

Lonely Girl im Pixelmüll
(jungle-world.com, Markus Ströhlein)
Mit NPD-Spots geriet das Portal „You Tube“ in die Schlagzeilen. Aber auch sonst bietet die Internetplattform fragwürdige Inhalte an.

„Aus Alt mach Neu“
(ftd.de, Mathias Mertens)
Alle sind begeistert von Web 2.0 – statt der Diktatur der IT-Riesen herrscht nun angeblich Basisdemokratie im Internet. Tatsächlich aber basiert der Hype nur auf einer geschickten Umetikettierung.

Warum die deutsche Internet-Gemeinde scheu ist
(welt.de, Elisalex Clary)
Die Suchmaschine kauft das Videoportal. Es fließt unglaublich viel Geld, und die Phantasien sprießen ins Kraut. Die Börse dreht durch. Der Kauf steigert den Marktwert von Google um rund sechs Milliarden Dollar. Und was hat das mit uns zu tun?

Ringier & Bobo: a true love story
(medienzirkus.blogspot.com, Shandokan)
Wo die Liebe hinfällt, vermag niemand im Vornherein zu sagen. Einem zarten Pflänzchen gleich sucht sie den Boden der Fruchtbarkeit, wie ein Windhauch entsteht sie unverhofft und zuckerwatten-leicht. Ach, die Liebe. Jetzt hat sie ein ganzes Verlagshaus erwischt: Ringier hat sich in DJ Bobo verknallt.

Wer soll hier dumm sein?
(viceland.com, Max Reichnert)
Unsere zwei Spezialisten sind Florian, ein 13 Jahre altes Genie, der gerade sein Abitur gemacht hat und bereits von drei Top-Unis in Großbritannien Angebote, Physik zu studieren erhalten hat und der 12 Jahre alte Alex, ein Minderbemittelter mit erheblichen Lernproblemen?der Held seiner örtlichen Realschule, der die Ferien damit verbracht hat, Mädchen nachzujagen und sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten, das er zum zweiten Mal wiederholen wird.

6 vor 9

Die Peitschen-Borchert
(taz.de, Johannes Gernert)
Fünf Jahre lang hat sie ihr Privatleben öffentlich gemacht, in einer Sexkolumne und im eigenen Internetblog – so erfolgreich, dass sie WAZ-Online-Chefin wurde. Jetzt fehlt ihr zum Schreiben die Zeit und vor allem das Material. Die Ex-Kollegen aus der Blogger-Szene schmähen die „Verräterin“.

Der Heels Angel
(weltwoche.ch, Beatrice Schlag)
Ohne Anna Wintour, die Chefin der amerikanischen Vogue, läuft nichts – keine Karriere, kein Model, keine Angestellte in flachen Schuhen durch den Verlag. Seit 18 Jahren ist diese Frau: die Mode. Daran kann auch das schlechte Buch eines ihrer Opfer nichts ändern, das jetzt erfreulich verfilmt wurde.

„Die Weltwoche ist keine Fremdenlegion“
(persoenlich.com, Stefan Wyss)
Seit letzter Woche amtet Roger Köppel wieder als Chefredaktor der Weltwoche. Bereits seit der Bekanntgabe seiner Rückkehr ist ihm die Aufmerksamkeit der Branche sicher. Wie er mit der speziellen Beobachtung umgeht und welche Vorgaben der künftige Verleger Köppel dem Chefredaktor Köppel auf den Weg gegeben hat, erläuterte er im Gespräch mit „persoenlich.com“.

„Gazelle“: Ein stolzes Magazin für stolze Migrantinnen
(jetzt.de, Thilo Guschas)
Wenn niemand für junge Ausländerinnen spricht, dann mach? ich das eben, dachte sich Sineb El Masr – und gründete die Zeitschrift Gazelle.

Hauptsache fetzig
(taz.de, Jürgen Busche)
Die Neigung zur Kritikerbeschimpfung ist ausgeprägt in Deutschland. Das ist schon seit langem so, mittlerweile sind die Kulturredaktionen aber auch mitschuldig daran – wie aktuelle Beispiele aus Buchkritiken zeigen.

„Putin will Nationalgefühl stärken“
(diepresse.com, Patricia Käfer)
Pressefreiheit. Der Staat selbst oder die staatliche Wirtschaft kontrollieren Russlands Medien.

Koalitionen

Wer ist eigentlich verdammtnochmal Schuld daran, dass bald auch auf Computer Rundfunkgebühren fällig werden könnten?

Vor drei Wochen hatte „Bild“ schon eine ganze Reihe Schuldiger gefunden: Die „TV-Dinos“! Also die ARD-Intendanten, die laut „Bild“ „jetzt“ das Internet „zum Abkassieren“ „entdeckt“ haben. Das war ein bisschen schief, denn die ARD-Intendanten haben das Internet nicht jetzt zum Abkassieren entdeckt. Die Gebührenpflicht steht schon seit 1997 im Rundfunkstaatsvertrag und wurde seitdem nur ausgesetzt. Und Staatsverträge konnte die ARD damals schon so wenig unterschreiben wie heute. Sie kann allenfalls Vorschläge machen.

Heute nimmt „Bild“ einen neuen Anlauf: Die Bundesregierung ist schuld! Rolf Kleine, Leiter des „Bild“-Haupstadtbüros, schreibt:

Die von der Koalition geplante Einführung von GEZ-Gebühren auf PCs…

Und:

Die Koalition plant, von 2007 an GEZ-Gebühren für PCs zu erheben — wahrscheinlich 5,52 Euro im Monat.

Okay, das ist ganz falsch. Rundfunk ist in Deutschland Ländersache, und „die Koalition“ im Bund hat mit der Rundfunkgebühr überhaupt nichts zu tun.

Aber die Ministerpräsidenten der Länder tagen erst nächste Woche, um sich u.a. mit den Gebühren auf PCs zu beschäftigen. Bis dahin kriegt „Bild“ es bestimmt noch hin, den wahren Schuldigen zu finden.

PS: Der heutige „Bild“-Bericht steht unter der Überschrift:

Juristen sicher -
GEZ-Gebühren für Computer verfassungswidrig

Im Artikel selbst heißt es schon nur noch, sie sei „wahrscheinlich“ verfassungswidrig. Und es sind nicht irgendwelche unparteiischen Juristen, sondern die Hausjuristen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK. Der läuft schon seit Monaten Sturm gegen die Gebühren. Und fragt man beim DIHK nach, was genau die Basis für dieses juristische Urteil ist, erfährt man, dass sich die DIHK-Leute einfach ein paar Gedanken gemacht haben.

Und so schnell wird aus der Vermutung einer Lobby-Organisation in „Bild“ eine Tatsache und eine Schlagzeile auf Seite 1.

Danke an Carlos K., Martin B. und Ulf-Erik W.!

6 vor 9

„Das sehr Berechenbare ist oft auch sehr langweilig“
(sonntagszeitung.ch, Esther Girsberger)
Giovanni di Lorenzo, Chefredaktor der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit„, über journalistischen Alltag, südliche Arbeitsmoral, Angst vor Patina und seine Deutung von Qualität.

Leser-Reporter
(stefan-niggemeier.de)
In Zeiten von Fotohandys werden wir immer mehr zu Hobby-Paparazzi. Der Einsatz von Leserreportern an sich ist weder gut noch schlecht. Viel wichtiger ist es, ethische Standards einzuhalten – egal, ob man Profi oder Laie ist.

Laß es nicht hart, sondern edel erscheinen
(faz.net, Michael Hanfeld)
Ein Mammutprojekt: Vom nächsten Jahr an erscheint im wöchentlichen Rhythmus die deutsche Ausgabe von „Vanity Fair„, die großen, glamourösen und zugleich investigativen Journalismus bieten möchte. Ein Besuch in der Redaktion.

Sind Sie unabhängig?
(taz.de, Ralf Sotscheck)
Der „Independent“ feiert 20. Geburtstag. Von mörderischen Preiskriegen über Gemälde auf der Titel-Seite bis zum Tabloid-Format hat Großbritanniens jüngste Tageszeitung jede Menge durchgemacht.

Viel Show, wenig Inhalt
(fr-aktuell.de, Daland Segler)
Souffleure der Mediengesellschaft nennt der Hamburger Medienwissenschaftler Siegfried Weischenberg sein neues Buch: eine Momentaufnahme über das aktuelle Berufsbild des Journalisten, ein Vergleich auch zu einer Untersuchung aus dem Jahre 1993.

Uhrensterben
(telepolis.de, Marcus Hammerschmitt)
Die Anzahl der Uhren im öffentlichen Raum nimmt langsam aber sicher ab. Wird die Messung der Zeit Privatsache?

Kurz korrigiert (269)

Um Volontär bei „Bild“ zu werden, sollte man u.a. möglichst wissen, dass Dimitri Dimitrijewitsch Schostakowitsch im vergangenen Monat 100 Jahre alt geworden wäre und der Toyota Corolla das meistverkaufte Auto der Welt ist.

Bei Bild.de nehmen sie aber auch Leute, die in den vergangenen zwei Jahren und auch den letzten Wochen alle bebilderten Nachrichtenmedien gemieden haben müssen. Leute also, die den Al-Qaida-Führer im Irak Abu Ajjub al-Masri nicht von dem vermutlich von der CIA nach Afghanistan verschleppten Deutschen Khaled al-Masri (Foto) unterscheiden können:

Danke an Nikolaus M.!

Allgemein  

„Bild“ als Bühne für rechte Esoterik

Erinnern Sie sich noch an Tom Hockemeyer alias Trutz Hardo? Wir schon: „Bild“ hatte den verurteilten Volksverhetzer im Mai dieses Jahres beschäftigt (wir berichteten). Hernach versuchte man sich bei „Bild“ auf vielfältige Weise herauszureden und veröffentlichte am 5. Juni eine „Klarstellung zu Trutz Hardo“, die immerhin mit dem Versprechen endete: „BILD wird nie wieder über diesen Mann berichten.“

Hat sie unseres Wissens auch nicht. Wirklich dazugelernt hat man bei „Bild“ aber offenbar nicht.

Denn heute berichtet „Bild“ über das Ehepaar Feistle („Reiner (45) und Karin (57) F.“). Ausdrücklich weist „Bild“ darauf hin, dass die beiden ein Buch geschrieben haben, das den Titel „Projekt Aldebaran“ trägt und im Verlag „Freier Falke“ erschienen ist. Die Feistles behaupten, sie seien von Außerirdischen entführt worden, und in ihrem Buch haben sie Berichte „anderer Betroffener“ gesammelt, so „Bild“. Außerdem wollen die Feistles sich von einem „Alien-Anwalt“ vertreten lassen, über den „Bild“ schon gestern berichtete.

Das klingt harmlos. Allerdings sind die Feistles in der Esoterikszene offenbar keine Unbekannten: Auf seiner Internetseite vertritt Reiner Feistle die These, dass sich während der 30er und 40er Jahre „die damaligen Köpfe des Nationalregimes, speziell die Vrilgesellschaft“ über das „Unternehmen Aldebaran“ „Gedanken gemacht“ hätten und auch „wußte, daß das deutsche Volk Abkömmlinge dieser Außerirdischen sind.“ Außerdem macht Feistle selbst sich so seine Gedanken über „die vier Grundtypen der Menschen, Schwarze, die nordische weiße Rasse, die Rothäutigen (Indianer), und die gelbe Rasse“.

Und schon 1997 erschien das Buch „Unternehmen Aldebaran“, in dem die Feistles über ihre eigene Entführung berichteten. Als Autor des Buches fungierte Jan van Helsing, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Jan Udo Holey heißt. Holey ist Inhaber des „Ama Deus“ Verlags, in dem „Unternehmen Aldebaran“ erschien. Reiner und Karin Feistle werden vom „Ama Deus“ Verlag als Autoren geführt. Ebenso wie beispielsweise Stefan Erdmann.

Im Verfassungsschutzbericht 2004 (pdf) wird Jan van Helsing (bzw. Jan Udo Holey) als „rechtsextremistischer Esoteriker“ bezeichnet und maßgeblich dafür verantwortlich gemacht, dass „antisemitische Argumentationsmuster“ mittlerweile auch in „Teilbereichen der eigentlich unpolitischen Esoterik salonfähig geworden“ seien. Im gleichen Zusammenhang wird auch Stefan Erdmann im Verfassungsschutzbericht erwähnt.

Die Feistles tauchen nicht im Verfassungsschutzbericht 2004 auf. Dafür aber in einem Referat, das der Journalist und Historiker Stefan Meining im Jahr 2002 beim Thüringer Verfassungsschutz gehalten hat. Darin wird der „Ama Deus“ Verlag als einer „der wichtigsten Knotenpunkte der rechtsesoterischen Szene Deutschlands“ bezeichnet — und das Ehepaar Feistle als „Szenegrößen“. (Auf dieses Referat hatten wir übrigens schon vor einer guten Woche hingewiesen.)

Uns hätten diese Informationen ausgereicht, dem Ehepaar Feistle keine Plattform zu bieten, um ihr Buch zu bewerben.

Aber wir sind ja auch nicht „Bild“.

Blättern:  1 ... 633 634 635 ... 790