Peinlicher Ausrutscher

„It’s very strange.“
(Madonna)

„People get very upset about the fact that I decided to study a spiritual belief system. It’s very strange. I may as well have announced that I’ve joined the Nazi party, hat die Musikerin Madonna offenbar in einem Interview mit dem britischen Magazin „Attitude“ gesagt, weil sie es seltsam findet, wie sehr sich die Leute über ihre Beschäftigung mit der Kabbala aufregen – grad so, als hätte sie ihren Beitritt in die Nazi-Partei bekanntgegeben. Nun kann man das, was Madonna gesagt hat, paraphrasieren. Oder man übersetzt’s ins Deutsche. Deutschsprachige Medien haben sich für Letzteres entschieden. „Es ist, als ob ich einer Nazi-Party beigetreten wäre!“ oder „Ich hätte genauso gut bekannt geben können, dass ich einer Nazi-Partei beigetreten wäre“, lauten gängige Übersetzungen.

Und man kann das so stehen lassen. Oder aber man macht, wie „Bild“, Madonna deshalb zum „Verlierer“ des Tages, zitiert sie, wie „Bild“, aus unerfindlichen Gründen mit einem O-Ton, den sie so nie gesagt hat („Es wäre weniger kontrovers, wenn ich der Nazi-Partei beiträte.“), nennt das falsche Zitat, wie „Bild“, anschließend „einen peinlichen Ausrutscher“ und schreibt:

BILD meint: Erst denken, dann reden!“

BILDblog meint das auch.

Nachtrag, 4.11.2005:
Wir haben uns geirrt. Madonna hat den Satz offenbar doch genau so gesagt, wie „Bild“ ihn aufgeschrieben hat. Tut uns leid!

Mit Dank an Alexander S. für den sachdienlichen Hinweis.

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Bild.de und die Schleichwerbung

Vor drei Wochen baten wir Mathias Döpfner, den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, um eine Erklärung, warum er öffentlich die Vermischung von redaktionellen und kommerziellen Inhalten „brandgefährlich“ nennt, genau diese Vermischung aber das Geschäftsmodell der Springer-Tochter Bild.T-Online zu sein scheint. Unser zentrales Beispiel war der Erotik-Bereich von Bild.de, in dem journalistische Inhalte nicht von Werbung zu unterscheiden waren.

Seitdem hat sich in diesem Bereich von Bild.de etwas geändert. Genau genommen ist dies hinzugekommen:

Konzernsprecherin Edda Fels sagt, das habe nichts mit unserem Offenen Brief zu tun, auf den wir im übrigen keine Antwort erwarten sollten. Sie sagt außerdem, sie wolle nicht auf unsere konkreten Beispiele eingehen, aber einige grundsätzliche Dinge klären: Obwohl die Internetfirma Bild.T-Online AG nur eine 63-Prozent-Tochter des Springer-Konzerns sei, fühle sie sich den „publizistischen Richtlinien“ Springers mitsamt dem Trennungsgebot von Redaktion und Werbung verpflichtet. Andererseits müsse man auch dem speziellen Nutzungsverhalten im Internet Rechnung tragen. Hier würden andere „Spielregeln“ gelten, was aber keine Ausrede zu einer Vermischung von Redaktion und Werbung darstellen solle.

Das ist vage, es gibt aber auch Konkreteres: Am 20. September gab die Axel Springer AG bekannt, man habe die Organisationsstruktur von Bild.T-Online so geändert, dass sie „noch stärker“ eine „konsequente Trennung von Redaktion und werblichen Inhalten“ reflektiere. Das soll nach den Worten von Fels auch beinhalten, dass es nun keine Bild.de-Redakteure mehr gibt, die sowohl werbliche als auch redaktionelle Texte schreiben. Die „technische Umsetzung“ der neuen Richtlinien für die Trennung von Redaktion und Werbung sei aber schwierig, und es könne noch einige Zeit dauern, bis sie vollständig sei.

Fakt ist: Anders als noch vor zwei Wochen lässt einen das Erotik-Portal von Bild.de nicht mehr in dem Glauben, es gehe hier um irgendwie geartete redaktionelle Inhalte. Fakt ist auch: Noch sind lange nicht alle werblichen Links wie vorgeschrieben (und angeblich angestrebt) als solche gekennzeichnet.

Dass Bild.de, wie es aussieht, gerade ein bisschen mehr Wert auf eine Trennung von Redaktion und Werbung legt, soll auch mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden zusammenhängen: Gregor Stemmle, der von „Bild“ kommt, führt seit 1. Juni das Unternehmen. Und auch das Urteil des Berliner Landgerichtes gegen einen typischen Schleichwerbefall bei Bild.de dürfte eine Rolle spielen. Schließlich ist die Trennung nicht nur guter Stil, sondern gesetzlich vorgeschrieben.

Und wir fassen zusammen: Falls Mathias Döpfner es ernst meint mit seiner Warnung vor der „brandgefährlichen“ Vermischung kommerzieller und redaktioneller Inhalte, ist das offenbar nicht nur ein Appell an andere, sondern nicht zuletzt auch an sein eigenes Haus.

PS: Aktuell informiert Bild.de über eine finnische Studie, wonach „ungerechte Chefs“ angeblich das Leben verkürzen. Zum Thema hat Bild.de einen Kasten „Ihr Recht“ mit vier Links eingebaut (Ausriss links). Die ersten beiden sind reine Werbelinks, der dritte führt zu einem offensichtlich durch kommerzielle Interessen desselben Werbepartners inspirierten redaktionellen Beitrag, der vierte zu einem redaktionellen Text. Zu unterscheiden sind sie nicht.

Nachtrag, 1. November. Vier Tage lang hatte der lustig gemischte Werbe-Redaktions-Kasten auf der Seite gestanden. Am Tag, nachdem wir darüber berichteten, ist er entfernt worden. Wenn der Weg zu einem Online-Angebot Bild.de, das dem Gesetz und den behaupteten eigenen Ansprüchen genügt, darüber führt, dass erst jeder einzelne Verstoß öffentlich gemacht werden muss, wird es ein langer Weg.

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Gekürztes Feingefühl

Am Donnerstagabend vergangener Woche ereignete sich ein Verkehrsunfall, in dessen Folge eine Frau ihr Leben verlor und der Fahrer des zweiten am Unfall beteiligten Autos schwer verletzt wurde. Sein Beifahrer überlebte den Unfall leicht verletzt und heißt Max Mutzke.

Bild.de, „Bild“ und „BamS“ berichteten anschließend ausführlich, detailverliebt und spekulativ über den „Horror-Unfall“, wie Bild.de, „Bild“ und „BamS“ ihn nennen. Mutzke selbst will sich zum Unfall gegenüber der Presse nicht äußern. Und so ähnlich stand’s auch in der „BamS“:

„Max Mutzke selbst will sich in der Öffentlichkeit nicht äußern. Er erklärte lediglich in einer Internet-Botschaft an seine Fans: ‘Liebe Freunde, macht Euch um mich keine Sorgen. Ich bin unverletzt.’ Sein tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen der Verstorbenen.“

Was in „BamS“, „Bild“ oder bei Bild.de nicht steht, ist der Mittelteil von Mutzkes „Internet-Botschaft“. Er lautet:

„Was mich allerdings sehr bedrückt, ist die Berichterstattung einiger Medien, die aus dem tragischen Tod einer jungen Frau eine Promi-Geschichte über mich machen. Der Anstand und die Pietät gebieten hier meiner Meinung nach mehr Feingefühl für die Familie der Verstorbenen.“

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

Symbolfoto XVIII

Minu Barati und Joschka Fischer haben am Sonnabend geheiratet. Und da ist es natürlich kein Wunder, dass „Bild“ heute darüber berichtet. Sogar „Exklusiv-Fotos“ hat „Bild“ sich besorgt.

Auf der Seite 10 sind es ganze sechs Stück. Auf dreien von ihnen ist Barati zu sehen. Und drei weitere Fotos zeigen Joschka Fischer. Auf keinem der sechs Paparazzi-Fotos, die „Bild“ druckt, sind sie gemeinsam abgebildet.

Die „Bild“-Titelseite aber sieht so aus:

Neben die Abbildung hat „Bild“ folgenden Text geschrieben:

Wunderschöne Braut: Minu Barati (29) verlässt im champagnerfarbenen Kleid als 5. Ehefrau von Joschka Fischer das Rathaus von Rom. Rechts: Noch-Außenminister Fischer (57) auf dem Weg zum Hochzeitsessen Fotos: ABACA

Und der Text kommt einem ja nun etwas seltsam vor. Warum diese umständlich, zweigeteilte Formulierung, wenn die „5. Ehefrau von Joschka Fischer“ und der „Noch-Außenminister“ doch scheinbar gemeinsam auf dem Weg zum Hochzeitsessen das Rathaus von Rom verlassen? Im Grunde ganz einfach: Sie tun es gar nicht. Für die Aufmacher-Optik hat „Bild“ einfach zwei Paparazzi-Fotos von Fischer und Barati genommen, wie sie auch auf Seite 10 abgebildet sind, und nebeneinander montiert.

Wenn man das weiß, dann erkennt man sogar relativ schnell, dass es das schöne Paarfoto, das „Bild“ heute auf seiner Titelseite zeigt, gar nicht gibt. Aber eben nur dann.

PS: Bild.de hat sich für eine andere Symbolfotovariante entschieden und illustriert den Satz „Joschka Fischer hat seine Lebensgefährtin Minu in Rom geheiratet“ (ohne weiteren Kommentar) mit einem Foto vom 10. Mai 2005, das die beiden im Anschluss an die Verleihung des Leo-Baeck-Preises in Berlin zeigt.

Ausgebeutet: Der gute Ruf von „Bild“

"taz"-Werbespot
Kommt ein schmerbäuchiger Mann im Feinripp-Unterhemd zum Kiosk. Sagt: „Gib ma Zeitung.“ Sagt der Kiosk-Besitzer: „Is aus“, und schiebt ihm eine „taz“ rüber. Sagt der Feinripp-Typ: „Wat is dat denn?“, blättert lustlos in dem Papier, stöhnt: „Mach mich nich fertig, du.“ Bedrohliche Pause. Endlich greift der Kiosk-Besitzer unter die Ladentheke und gibt ihm eine „Bild“. Erleichterung. Alle grölen.

Ein anderer Tag. Der Feinripp-Schmerbauch geht wieder zum Kiosk. „Gib ma ‘taz’“, sagt der Mann. Fassungsloses Schweigen am Kiosk. Endlich prustet der Schmierbauch los. Alle lachen über seinen Witz.

Slogan: „taz ist nicht für jeden. Das ist OK so.“

Die Axel Springer AG hat die „tageszeitung“ aufgefordert, diesen Kino-Spot nicht mehr zeigen zu lassen. Die Anwälte erklärten, es handle sich um eine „Rufausbeutung der Marke ‘Bild’“ und um „unzulässige vergleichende Werbung“. Die „taz“ will die ihr gesetzte Frist einfach verstreichen lassen.

Nachtrag, 1. November. Die „F.A.Z.“ berichtet, Springer habe am Montag eine einstweilige Verfügung gegen die „taz“-Werbung erwirkt. Sie zitiert den „Bild“-Sprecher Tobias Fröhlich mit den Worten: „Unsere Leser werden hier in einer Weise herabgesetzt und herabgewürdigt, die wir nicht akzeptieren können. Wir stellen uns vor unsere Leser.“

Nachtrag, 4. November. Die „taz“ bestätigt heute, dass sie den Spot vorläufig nicht mehr zeigen darf. Sonst droht ihr ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Sie will gegen die einstweilige Verfügung gerichtlich vorgehen.

Sind immer die andern

Damals, im Januar 2001 beispielsweise, als „Bild“ ein Foto von Jürgen Trittin manipuliert hatte, entschuldigte sich „Bild“ anschließend dahingehend, „bei der Auswertung weiterer Fotos und Videobänder“ festgestellt zu haben, dass es sich dabei um einen Fehler handelte. Als im Juli 2004 die „BamS“ behauptet hatte, „Beweis-Fotos“ von einer angeblichen „Liebesnacht“ Oliver Kahns zu zeigen, die gar keine „Beweis-Fotos“ waren, hieß es anschließend, man sei „trotz intensiver Quellenprüfung (…) Opfer eines Betrügers geworden“. So sind sie halt bei „Bild“. Und am 30. September 2005 hatte „Bild“-Kolumnist Mainhardt Graf Nayhauß behauptet:

„Die teuersten Ladenhüter sind elektronische ‘Schrittzähler’ von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Das teure Wander-Zubehör sollte unters Wahlvolk gebracht werden – jetzt wird es in anderen Ministerien verteilt.“

Auch das stimmte nicht, weshalb es in der gestrigen „Bild“ hieß:

„Von den rund 69 000 ausgelieferten Schrittzählern wurden nämlich rund 58 000 Stück unter der Bevölkerung verteilt und nur 180 Stück in Bundesministerien. In den ‘Top 10′ vom 30. September war der Eindruck entstanden, die gesundheitsfördernden Zähler seien vor allem an Ministeriums-Mitarbeiter verteilt worden.“

Davon, dass man einen Fehler gemacht hat, will „Bild“ dennoch nichts wissen. Stattdessen nennt’s Autor Nayhauß lieber die…

„peinlichste Fehlinformation, die mir gesteckt worden ist“.

Mit Dank an Sebastian K. und das BMGS für den Hinweis.

Grundkurs Politik

Wir wissen nicht, welche Voraussetzungen man mitbringen muss, um Parlamentskorrespondent der „Bild“-Zeitung zu werden. Grundkenntnisse über das parlamentarische System der Bundesrepublik gehören anscheinend nicht dazu.

Denn von den möglichen Beispielen, unnötige Ausgaben für Politiker anzuprangern, hat sich „Bild“ als erstes das untauglichste ausgesucht:

(…) trotz aller Spar-Appelle an die Bürger haben Parlament und Parteien schon vor der Regierungsbildung kräftig hingelangt. Wenn es um ihre eigenen Belange geht, ist für unsere Politiker Sparen wohl ein Fremdwort.

Der neue Bundestag ist deutlich größer als der bisherige (614 statt 603 Abgeordnete). Mehrkosten für den Steuerzahler: Gut 116 000 Euro/Monat, dazu weitere bis zu 117 000 für Mitarbeiter.

Ja, so sind sie, unsere Selbstbedienungs- und Kräftig-Hinlang-Politiker. Haben einfach noch elf Freunde in den Bundestag mit reingeschmuggelt. Auf die Gästeliste gesetzt, den Türsteher bequatscht, hinten unauffällig noch ein paar Stühle dazugestellt, fällt ja keinem auf, lohnt sich aber. Oder vielleicht als erste Amtshandlung mal mit einer ganz großen Koalition den Bundestag vergrößert, damit Franz-Willi, Hildegard und Manfred auch noch unterkommen.

Fast. Außer, dass die Zahl der zusätzlichen Abgeordneten nichts mit mangelndem Sparwillen der Politiker zu tun hat, sondern schlicht eine Folge des Wahlergebnisses ist, durch das nach dem deutschen Wahlsystem eine Reihe von Überhangmandaten entstanden.

Danke an Jan I.!

Killer-Hurrikan

Jetzt wütet der nächste Killer-Hurrikan

schreibt „Bild“ heute, und diese Überschrift verschafft dem Text sicher Aufmerksamkeit, ist aber schlicht falsch. Denn anders, als „Bild“ anscheinend glaubt, ist „Hurrikan“ nicht einfach ein Synonym für irgendwas Schlimmes mit Wind, sondern bezeichnet einen atlantischen tropischen Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von mindestens 118 Stundenkilometern, das entspricht der Windstärke 12.

Bei „Alpha“, dem Sturm, um den es hier geht, handelt es sich nicht um einen Hurrikan, sondern einen tropischen Sturm. Er traf am Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von rund 80 Stundenkilometern auf die dominikanische Küste.

Der Text in „Bild“ (in dem natürlich auch noch einmal vom „Killer-Hurrikan“ die Rede ist) endet mit dem unheilvollen Satz: „Der weitere Kurs von Alpha ist noch unklar.“ Ach ja? Alpha wurde schon vor zweieinhalb Tagen von einem Tropensturm zu einem tropischen Tief („Depression“) herabgestuft. Montagfrüh meldete dpa: „Alpha“ ging über Hispaniola die Puste aus“. Und am späten Montagabend (unserer Zeit) sagte das National Hurricane Center voraus, dass „Alpha“ bis spätestens Dienstagabend von „Wilma“ absorbiert sein würde, und beendete damit seine Warnmeldungen zu diesem ehemaligen Sturm, der nie ein Hurrikan war.

Danke an Christian N. für den Hinweis!

Nein, die spinnen nicht

Die Geschichte ist peinlich, in der Tat. Da hatte offenbar das offizielle Internet-Portal der Hansestadt Bremen in ihrem Online-Tourismusführer lauter veraltete Etablissements empfohlen: Diskotheken, die es seit Jahren nicht mehr gibt, Biergarten-Lokale, die gar keinen Biergarten haben – und dort, wo angeblich die leckersten Bratkartoffeln in ganz Bremen zu finden sind, hat längst eine Schwulenkneipe aufgemacht.

Die Bremer „Bild“-Redaktion hat’s gemerkt und am Montag einen Artikel draus gemacht:

Und womöglich stimmt das sogar mit den veralteten Adressen. Dafür spricht, dass sie inzwischen allesamt nicht mehr im „GastroNavigator“ der offiziellen Bremen-Website zu finden sind. Falsch ist das, was „Bild“ da aufgeschrieben hat, trotzdem. Heißt es doch in dem Artikel:

„Die Seiten sind von der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) zusammengestellt worden.“

Und das, obwohl sie gar nicht von der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) zusammengestellt wurden, wie man wiederum ganz leicht auf der offiziellen Bremen-Website nachlesen kann, wo es nämlich heißt:

„Die Bereichsredaktion Tourismus wird von bremen.online betreut.“

Um es also mit den Worten des BTZ-Geschäftsführers Peter Siemering zu sagen: „Alles, was inhaltlich auf die BTZ bezogen wird, ist falsch.“

PS: Der „Bild“-Artikel über die vermeintlichen „Patzer der BTZ“ endet mit den Worten:

„Liebe Tourismus-Zentrale,
vielleicht solltet Ihr mal regelmäßig die Adressen auf Eurer Homepage kontrollieren. Dann kommen vielleicht auch bald mehr Touristen in die Stadt.“

Und vielleicht, liebe „Bild“-Redaktion, solltet Ihr mal die Artikel in Eurer Zeitung richtig recherchieren. Dann kommen vielleicht auch bald weniger Einträge wie dieser zustande.

Mit Dank an Wolfgang L. für Hinweis und Scan.

Bild des Jammers

Moment mal. „Bild“ schafft es also nicht, auf Fotos amerikanische von deutschen Armee-Uniformen zu unterscheiden, deutsche von slowakischen Fans, einen Rosinenbomber von einer JU-52, eine deutsche Dogge von einem Dobermann, Köln von Berlin etc. etc. Und „Bild“ überprüft bei angebotenen Fotos nicht, wann und wie sie entstanden sind. Aber „Bild“ kann aufgrund eines einzigen Schnappschusses von einem vorbeigetragenen Yorkshire Terrier (siehe Ausriss unten) diagnostizieren, dass sein Fell stumpf ist, sein Blick müde, seine Zunge hängend, und daraus eine fast halbseitige Geschichte machen: „Große Sorge um DAISY„?

Ja, das kann „Bild“.

„Ein Bild des Jammers“ habe die zwölfjährige „Hundedame“ des ermordeten Rudolph Moshammer geboten. Die Foto-Unterschrift lautet:

Erwischt! Daisy hängt wie ein Schluck Wasser in der schwarzen Tasche. Müder Blick, zerzauste Haare.

Und „Bild“ fragt: „Kann sie Mosi nicht vergessen?“

Wir lassen diese Frage unbeantwortet und stellen stattdessen diese: Warum nur lassen sich andere Medien wie „Focus Online“ oder das „Oberbayerische Volksblatt“ nicht davon abhalten, eine offensichtlich freie Improvisation auf Grundlage eines beliebigen Hundefotos mit einer Nachricht zu verwechseln und weiter zu verbreiten?

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