Wenn „Bild“ mitfühlend berichtet

Am 10. September vergangenen Jahres nahm die Polizei am Münchner Flughafen einen 36 Jahre alten Türken fest, dem vorgeworfen wurde, gut elf Jahre zuvor seine Ex-Freundin ermordet und sich danach in die Türkei abgesetzt zu haben.

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete am Tag der Festnahme, dass der Verdächtige in München seine Lebensgefährtin besuchen wollte, eine Deutsche, die er vor einiger Zeit geheiratet hatte.

Und dass ein Mitarbeiter der Polizei die bereits vorbereitete Pressemeldung von der Festnahme dummerweise einen Tag zu früh an die Öffentlichkeit gegeben hatte, machte die Sache damals interessant — außer natürlich für „Bild“.

Denn „Bild“ berichtete unter der Überschrift:

„Münchnerin heiratete diesen eiskalten Killer“

Und nicht nur das. „Bild“ nannte den wegen seiner ungewöhnlichen Schreibweise leicht identifizierbaren, echten Vornamen und den echten Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens, ihren Beruf und das Wohnviertel, in dem sie lebte. Und nicht nur das: „Bild“ behauptete zudem, die Heirat mit dem Verdächtigen sei für die Mittvierzigerin, die „noch mal einen zehn Jahre jüngeren Mann abgreifen“ konnte, „wie ein Hauptgewinn im Lotto“ gewesen.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ heute schreibt, hatte der „Bild“-Bericht für die Frau, die ihren Mann „völlig ahnungslos“ geheiratet habe, weitreichende Konsequenzen, weswegen sie auf Schadenersatz und Schmerzensgeld geklagt hat. Und über den ersten Verhandlungstag vorm Münchner Landgericht heißt es:

Die Richter der 9. Kammer machten gestern keinen Hehl daraus, dass sie der Klägerin auf jeden Fall Schmerzensgeld zusprechen werden — und zwar mindestens 50 000 Euro, doppelt so viel, wie bisher gefordert. Denn der Betrag sei nicht nur als Genugtuung für die Betroffene zu verstehen, sondern auch als Prävention: Das Blatt habe mit seiner Berichterstattung „ohne Not jemanden individualisierbar gemacht“ und obendrein beleidigt – „Medien sollen davon abgehalten werden, so etwas zu tun“.

„Wenn jemand einen Tiefschlag erhalten hat und dann noch eins übergebraten bekommt, ist das besonders gemein“, sagte der Vorsitzende Thomas Steiner. Die Pressekammer legte Bild-Anwalt Kai Fickert nahe, die Chefredaktion zur freiwilligen Schmerzensgeldzahlung zu bewegen. Denn je länger man über den Fall nachdenke, desto teurer werde es: Der Betrag könne sich — „je nach Verhalten von Bild“ — noch erhöhen. Bis Mitte Januar wurden den Parteien Bedenkzeit eingeräumt.

Nach unseren Informationen hat „Bild“ sich mit der Behauptung zu verteidigen versucht, die Frau sei nicht erkennbar und die Berichterstattung mitfühlend gemeint gewesen.

Allgemein  

Im Zweifel war’s immer der Trittbrettfahrer

Es ist nicht völlig auszuschließen, dass Charlotte Roche vor fünf Jahren nach dem Tod ihrer Brüder nicht von der „Bild“-Zeitung erpresst wurde. Es ist nicht völlig auszuschließen, dass alle Leute gelogen haben, die sich damals als „Mitarbeiter der ‚Bild‘-Zeitung“ oder „‚Bild‘-Reporter“ ausgaben oder sagten, sie handelten „für die ‚Bild‘-Redaktion“ oder seien „für ‚Bild‘ tätig“. Das Münchner Landgericht hält es zwar für „eher fernliegend“, dass es sich bei all diesen Menschen, von denen sich die Moderatorin verfolgt fühlte, um „Trittbrettfahrer“ handelte. Aber auszuschließen ist es nicht. Einen Beweis dafür, dass die „‚Bild‘-Leute“ auch „Bild“-Leute gewesen seien, konnten nach Ansicht des Gerichtes weder Charlotte Roche noch der „Stern“ vorlegen, der im vergangenen Dezember behauptet hatte, „Bild“-Leute hätten Roche erpresst.

Deshalb untersagte das Gericht gestern, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dem „Stern“ diese Behauptung.

Und deshalb verbreitete die „Bild“-Zeitung heute eine Pressemitteilung, in der es heißt:

„Außer Kontrolle“ – „Stern“ unterliegt BILD

(…) Nach der Entscheidung darf der „Stern“ weder behaupten noch verbreiten, dass BILD-Mitarbeiter Charlotte Roche nach dem schweren Unfall ihrer Brüder angerufen, telefonisch massiv behelligt, ihr für ein Foto nachgestellt, bei dem Sender „Viva“ angerufen oder ein Interview verlangt hätten.

In der Pressemitteilung steht nicht, dass ein solches Vorgehen nach Ansicht des Gerichtes „schmierigsten Journalismus auf der untersten Stufe journalistischen Wirkens darstellen“ würde. Und den darf man der „Bild“-Zeitung natürlich nicht nachsagen. Es sei denn, man kann es beweisen.

Das Gericht zweifelte in seinen Entscheidungsgründen, ob die Klage der Axel Springer AG gegen den „Stern“ „sinnhaft“ gewesen sei. Denn der „Stern“ habe durchaus das Recht zu behaupten, dass sich mehrere Menschen, die Charlotte Roche zusetzten, als „Bild“-Mitarbeiter ausgaben. Und er habe das Recht, diese Tatsache zu werten. „Journalistisch geschickt aufbereitet“, so das Gericht, könnte dies für die Axel Springer AG „ein weitaus verheerenderes Echo haben“ als die ursprüngliche Behauptung des „Stern“.

Die „SZ“ nennt den Sieg Springers daher einen „Pyrrhus-Sieg“.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

„Bild“ erklärt das Persönlichkeitsrecht

Als Nicolaus Fest, Mitglied der „Bild“-Chefredaktion, gestern abend an der FH Wedel einen Vortrag über „Medien und Persönlichkeitsrecht“ hielt, hatte er im Publikum den (diesmal nicht unerwünschten) BILDblogger recht schnell ausgemacht – „aha, der Feind“, wie Fest sagt. Aber er lächelt dabei.

Ein BILDblog-Korrespondentenbericht

6 vor 9

«Sie klingen verbittert» – «Das bin ich»
(weltwoche.ch, Pierre Heumann)
Ahmed Sheikh, Chefredaktor des TV-Senders Al-Dschasira, hält die Lage im Nahen Osten für hoffnungslos. Daran – und an den dauernden Niederlagen gegen Israel – werde sich nichts ändern, solange die Araber bei ihren Regimen keine Reformen durchsetzen.

Hochglanz für Hochschüler
(dradio.de, Thomas Wagner)
Sie heißen „Mensa“, „Campus“ oder „Audimax“, auf den ersten Blick sehen sie aus wie Hochglanz-Broschüren, die für Autos, Parfums oder exklusive Kleidung werben. Wer darin herumblättert, entdeckt dann plötzlich Artikel über Karrierechancen und Studiengebühren. Hochschulmagazine sind auf dem Vormarsch. Auch etablierte Zeitungsverlage entdecken Studierende als Klientel der Zukunft – und reagieren mit entsprechenden Magazinen.

Mediale Heuchelei – Hämische Schlagzeilen gegen Fußballexperten Jürgen Klopp
(ndr.de, Video)
Zapp über die heuchlerische Doppelmoral einiger Sportjournalisten.

Von gestern
(fr-aktuell.de, Christoph Twickel)
Die Neunziger sind wieder da. Eher die frühen Neunziger, jene Zeit, in denen Zeitschriften noch ein bisschen unverschämt sein durften. In denen ein Tom Kummer die wirklich interessanten Interviews mit Prominenten einfach erfand und ein Uwe Kopf in seine Schreibmaschine wilde Hass-Kolumnen schlug. Helden von gestern, die unter die Kategorie „Was macht eigentlich…? “ fallen. Und was machen sie? Sie schreiben für Faces.

Pendlitzerpreis 2006: Übergabe-Gala mit viel Prominenz
(pendlerblog.blogspot.com)
Der diesjährige Pendlitzerpreis ist am Montag im Braunen Mutz Basel verliehen worden. Gewinner der begehrten Journalistenauszeichnung ist Wolfgang Bortlik.

„Ich knall euch alle ab!“
(taz.de)
Nichts ist nach dem Amoklauf von Emsdetten so vorhersehbar wie die „Christiansen„-Sendung vom kommenden Sonntag. Vorschau auf eine gesamtgesellschaftlich hochbrisante Expertendebatte.

Bild.de macht aus Werbung Schleichwerbung

Am 14. November — also vor ungefähr einer Woche — meldete die Nachrichtenagentur dpa gegen 13 Uhr:

Heidi Klum folgt ihrem Ehemann Seal ins Popgeschäft. An diesem Freitag kommt die erste Single des 33 Jahre alten Top-Models auf den Markt, wie „bild.de“, das Online-Portal der „Bild“-Zeitung, am Dienstag berichtete.
(Hervorhebung von uns.)

Und tatsächlich: Etwas verschwörerischer vielleicht hatte Bild.de zuvor genau das berichtet, exklusiv — und anschließend natürlich auch eine Reihe anderer Medien.

Und heute — also ungefähr eine Woche später — findet sich auf „Seite 1“ von Bild.de wieder ein Teaser zum Thema (siehe Ausriss), der zu den „Top-Videos“ von Bild.de führt. Dort findet sich zum Thema Klum/Wonderland nun ein 88-sekündiges Interview. Klum sagt darin zum Beispiel:

„Ich denke da nicht wirklich über ’ne Karriere als Sängerin nach. Das war jetzt wirklich für Weihnachten. Und das hat einfach Spaß gemacht, war mal was anderes.“

Bei YouTube hingegen gibt es dasselbe Interview seit ungefähr einer Woche in einer etwas anderen Fassung. Klum sagt dort:

„Ich denke da nicht wirklich über ’ne Karriere als Sängerin nach. Das war jetzt wirklich für Weihnachten, für Douglas. Und das hat einfach Spaß gemacht, war mal was anderes.“
(Hervorhebung von uns.)

Und das sagt sie nicht nur bei YouTube, sondern auch auf der Website des Parfümeriediscounters, der eine noch längere Version des Bild.de-„Top-Videos“ zeigt, denn, so Klum:

„Wir haben diesen wunderschönen Douglas-Werbespot gemacht für Weihnachten. (…) Und da hat man sich überlegt, ob ich da nicht ’n Weihnachtslied zu singen könnte.“

Mit anderen Worten: Bild.de zeigt einen von Douglas produzierten Werbefilm, aus dem alle Hinweise auf Douglas herausgeschnitten wurden, als redaktionellen Beitrag. Nur unter dem bearbeiteten Video steht, wo sonst AP oder Reuters als Quelle genannt werden, schlicht:

"Douglas"
Warum der Werbefilm das „Top-Video“ ausgerechnet heute von Bild.de so prominent angepriesen wird, steht aber womöglich — ebenfalls seit ungefähr einer Woche – beim Branchendienst horizont.net:

„Am 22.November läuft dann der Douglas-Weihnachtsspot an, der mit dem Song musikalisch unterlegt ist (…)“

6 vor 9

Kampf der Kulturen
(tagesspiegel.de, Alice Bota)
?SZ? und ?FAZ? klagen gegen das Online-Magazin ?Perlentaucher?. Ihr Vorwurf: Rezensionsklau.

„Ohne Optimismus“
(taz.de, Mascha Rybakowa)
Die kritische russische Journalistin Olga Kitowa über die Ermittlungen im Fall Anna Politkowskaja und ihre eigene Verfolgung durch Provinzfürsten.

„Wenn altmodisch heisst, auf billige Effekte zu verzichten, dann sind wir es“
(persoenlich.com, David Vonplon)
Das für Qualitätsjournalismus bekannte SR DRS-Politjournal „Echo der Zeit“ stand in den letzten Tagen ungewöhnlich oft in der Kritik. Im Interview mit „persoenlich.com“ reagiert „Echo“-Redaktionsleiter Casper Selg auf die Kritik.

Magazinvergleich: Von Langhaarigen, Truckermiezen und Waffeninteressierten
(jetzt.sueddeutsche.de, Durs Wacker)
Der Bahnhofs-Zeitschriftenstand ist eine schillernde Sammlung der erstaunlichsten Magazine. Der dritte Teil der subkulturellen Presseschau widmet sich Gras-Gärtnern, desperate housewives, den Königen der Straße und Waffenliebhabern mit Aggressionshemmung.

„Wir sind das globale Leitmedium“
(welt.de, Burkhard Riering)
CNN gibt im globalen TV-Nachrichtenmarkt den Ton vor. Doch es wird immer enger für den Marktführer. Chris Cramer, der Chef von CNN International, äußert sich im WELT-Gespräch über die neue Konkurrenz.

Persönliche Infos im Netz: Alles kommt raus
(wiwo.de, Jochen Mai)
Im Netz stehen mehr Informationen über Sie, als Sie ahnen. Informationen, die im schlimmsten Fall Ihre Karriere ruinieren können. Denn immer mehr Personaler werten diese systematisch aus. Haben Sie schon mal von Googlability gehört? Dann passen Sie mal auf…

6 vor 9

Watchblogs: Große Medien im Visier von Internet-Blogs
(standard.at)
Kommunikationswissenschafter spricht von bereichernder Medienkritik – „Österreich“-Blog als Reaktion „auf die weitere Oligopolisierung der öffentlichen Meinung“.

Die Tchiboisierung der Süddeutschen Zeitung?
(titel-forum.de, Wolfram Schütte)
Seit bei den Printmedien der sie finanzierende Anzeigenmarkt im neuen Jahrtausend unwiederbringlich eingebrochen ist und die Presse sich nach neuen Möglichkeiten zu ihrer Existenzsicherung umsehen muss, geraten auch bei den Qualitätszeitungen manche Grundprinzipien des Journalismus in eine Schieflage. Z.B. die ?strikte Trennung? des journalistischen Teils (der Redaktion) vom Anzeigenmarkt.

Nur Profit?
(zeit.de, Eva Schweitzer)
Wem soll die Zeitung gehören? Eva Schweizer über den Kampf um die »Los Angeles Times«.

Der Habicht vom Bosporus
(handelsblatt.com)
Aydin Dogan, der einflussreichste türkische Medienunternehmer und neuerdings Partner des Axel-Springer-Konzerns, greift nach der TV-Senderkette Pro Sieben Sat 1. Der Unternehmer, dessen Nachname ?Habicht? bedeutet, wird schonmal mit dem Italiener Silvio Berlusconi verglichen – kein Wunder bei so viel Einfluss.

Weg vom Pranger
(taz.de, Christian Rath)
Die SPD ließ Experten über die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ diskutieren und legt nun doch die Verfassungsschutzdebatte zu den Akten.

Journalisten entschuldigen sich bei Scheich
(sueddeutsche.de, Hans Leyendecker und Claudia Tieschky)
Ein saudischer Milliardär geht weltweit mit aller Härte gegen Autoren und Verlage vor, die ihn in Zusammenhang mit al-Qaida bringen und als Förderer des Terrorismus darstellen. Zwei Autoren leisten nun in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige Abbitte.

Kurz korrigiert (287)

Bild.de informiert seine Leser heute überraschend darüber, dass die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent zum Jahresbeginn gar nicht soooo schlimm sei wie gedacht. Zum Beispiel, weil sie einige Produkte gar nicht betreffe:

„Keine Mehrwertsteuer müssen Verbraucher auch in Zukunft für (…) Versicherungsprämien (…) bezahlen.“

Das stimmt. Auf Versicherungen wird keine Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) erhoben.

Aber Versicherungssteuer. Und die steigt zum Jahresbeginn, Sie ahnen es: von 16 auf 19 Prozent.

Nachtrag, 21. November. Anders als Bild.de behauptet, hat das Statistische Bundesamt auch nicht „jetzt“ errechnet, „dass sich die Preise lediglich um 1,4 Prozent erhöhen“. Bereits am 6. April 2006, also vor über sieben Monaten, gab das Statistische Bundesamt bekannt, dass die Mehrwertsteuer-Erhöhung die Teuerungsrate „maximal um etwa 1,4 Prozent-Punkte erhöhen“ würde.

Lustig ist auch die Behauptung von Bild.de, die Mehrwertsteuer-Erhöhung bringe dem Staat „Mehreinnahmen von 19,4 Milliarden Euro im Monat“. Dann wäre der Haushalt schnell saniert. Die 19,4 Milliarden sind allerdings nur die geschätzten Mehreinnahmen im gesamten Jahr 2007.

Nachtrag, 13.45 Uhr. Bild.de hat den Bericht korrigiert — oder besser: es versucht. Die Wörter „jetzt“ und „im Monat“ wurden ersatzlos gestrichen, und die Versicherungsprämien sind aus dem Kasten „Im Detail“ verschwunden. Im eigentlichen Artikel aber stehen sie immer noch falsch herum.

Nachtrag, 16.25 Uhr. Nun hat Bild.de die Versicherungen auch aus dem Artikel entfernt.

Vielen Dank an Elmar K., Stefan L., Tristan H., Felix G. und Tobias G. für die Hinweise!

Was schon immer über Sex drinstehen sollte

Und als wir gerade dachten, über die Hochzeit von Katie Holmes und Tom Cruise sei alles gesagt, kam „Bild“ heute mit dieser großen Seite-1-Schlagzeile daher:

TOM CRUISE Geheimer Sex-Vertrag

Und was wollen wir nun als erstes wissen? Richtig:

Was über Sex drinsteht

Und was steht auf der letzten Seite, was über Sex drinsteht?

Nichts.

Es sei denn, es zählen diese beiden Sätze, die sich auf den „gemeinen“ und „knallharten“ Ehevertrag beziehen:

So sickerte durch, dass jeder Seitensprung Tom Cruise fünf Millionen Dollar kosten soll! Das Gleiche gilt allerdings auch, falls Katie untreu werden sollte.

Bisschen enttäuschend, oder?

Zumal diese Zahl nicht erst gestern, sondern schon am 10. November „durchgesickert“ ist und u.a. von dpa aufgefangen und weitergeleitet wurde.

Und die Zahlen, die Katie Holmes laut dieses „geheimen“ Vertrages angeblich im Fall einer Trennung oder Scheidung zustehen, ähneln auffallend denen, die bei der „Daily Mail“ schon vor über einem halben Jahr durchgesickert waren.

Von einem „Sex-Vertrag“ war damals natürlich nicht die Rede. Warum auch.

Danke an Christoph S., Tobias H., Kai und Björn!

Die Antworten lauten b. und Nein

"Jeder Anruf aus dem Festnetz der Deutschen Telekom AG (DTAG) kostet 0,46 Euro, sofern eine Verbindung hergestellt wurde. Dies gilt auch für Aussagen wie: diesmal haben Sie leider kein Glück, ..."

So steht es auf RTLtext-Seite 881. Ein Hinweis auf diese RTLText-Seite fand sich am vergangenen Freitagabend während des „Domino Day“ auf dem RTL-Fernsehbildschirm, wie heute die „Bild“-Zeitung zeigt:

Warum? Eine von „Bild“ nicht näher bezifferte Anzahl Zuschauer („viele“) hatte, so „Bild“, die dort als kostenpflichtig ausgewiesene 0137-Nummer angerufen und die in den Teilnahmebedingungen genannte Ansage („Diesmal haben Sie leider kein Glück…“) zu hören bekommen — mit dem Ergebnis: Sie „fühlten sich (…) abgezockt“.

Was „Bild“ zu der empörten Überschrift veranlasste:

„Wurden Zuschauer beim Quiz abgezockt?“

Die Antwort lautet: Nein. Oder wie „Bild“ selbst es formuliert:

„Der Telefoncomputer wählt aus, wer beim Einsatz von 49 Cent von vornherein null Prozent Gewinnchance hat!“

Genau. Beziehungsweise: Eben nicht „von vornherein“. Die Gewinnchancen schwinden erst in dem Moment, in dem der Telefoncomputer seine Wahl trifft. Und der ist, so gesehen, immer noch berechenbarer als „Bild“: Wer nämlich für 29 Cent (zzgl. Gebühren) ein „BILD-Leser-Reporter“-Foto per MMS an die Kurzwahl 1414 schickt, hat von vornherein null Ahnung, ob „Bild“ sich dafür überhaupt interessiert. Aber das nur nebenbei.

Mit Dank an Dominic G. und Johannes für den Hinweis.

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