Ein Leserbrief im Wortlaut

In ihrer Ausgabe vom 22.10.2006 veröffentlichte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ folgenden Leserbrief zu einer Kolumne von Marcel Reich-Ranicki:

Lieber Reich-Ranicki!

Eine wunderbare Rubrik ist „Fragen Sie Reich-Ranicki“. Das will ich nun auch mal tun. Und zwar zu seinen Antworten vom 8. Oktober. Darin nennt er „Bild“- Mitarbeiter „abscheuliche Schlamper und Schlampen“. Weil nicht stimme, was wir berichtet hätten: Nämlich, daß er von der ZDF-Dokumentation über sein Leben wie auch von Einlassungen mancher Weggefährten enttäuscht sei und eine angebliche Schlüsselszene seines Lebens darin gar nicht vorkomme. Nun meine Frage an Marcel Reich-Ranicki: Warum kritisieren Sie nicht die Deutsche Presseagentur, deren Bericht wir schlicht übernommen haben? Und die ihre Berichterstattung ausdrücklich aufrechterhält? Warum tadeln Sie, lieber Herr Reich-Ranicki, nicht die „Berliner Zeitung“ oder diverse andere Blätter, die Ihre Reaktion auf der Premierenveranstaltung in Frankfurt ganz ähnlich schilderten? Und können selbst Literaturpäpste zuweilen „abscheuliche Schlamper“ sein?

Kai Diekmann,
Herausgeber von „Bild“ und „Bild am Sonntag“, Hamburg

Mit Dank an Christof W.

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