Archiv für April 19th, 2017

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„Bild“ kennt falsche Todesursache schon vor der Obduktion

„Bild“ gestern:

„Bild“ heute:

Junge (14) getötet
Beil war nicht die Tatwaffe
Am Ostersonntag starb in Duisburg (NRW) ein Junge (14) nach einer Auseinandersetzung im Problemviertel Marxloh (BILD berichtete). Die Obduktion ergab jetzt: Ein einzelner Messerstich in den Rücken tötete den Schüler — und nicht, wie zunächst angenommen, ein Schlag mit einem Beil. Der Stich hatte die Lunge des Opfers getroffen. Die mutmaßlichen Täter waren unerkannt geflüchtet, nach ihnen wird weiter gefahndet. Auch der Vater (40) des Jungen war verletzt worden.

Dass der Junge mit einem Messer umgebracht wurde und nicht mit einem Beil, ändert nichts daran, dass es sich um eine schreckliche Tat handelt. Das Beispiel zeigt aber einmal mehr, wie die „Bild“-Mitarbeiter Sensationsschlagzeilen produzieren, bevor überhaupt irgendetwas klar ist.

AfD-Twitter-Analyse, Sterbebett, Buntstift-Lutscher

1. Treue Gefolgschaft – so twittert die AfD
(netzpolitik.org, Hendrik Lehmann & Lisa Charlotte Rost & Maria Fiedler & Markus Reuter & Michael Kreil)
In einer gemeinsamen Aktion haben Journalisten und Datenanalysten von „Tagesspiegel“ und „netzpolitik.org“ das Twitterverhalten der AfD und parteinaher Nutzer analysiert. Und sind dabei auf ein paar Merkwürdigkeiten gestoßen wie den zum Scheinriesen aufgeblähten Unterstützeraccount „Balleryna“.

2. „Die Aktuelle“ legt Caroline aufs Sterbebett
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Mats Schönauer über eine besonders verachtenswerte journalistische Unpraxis: „Ob die Mitarbeiter der „Aktuellen“ abends nach Hause kommen und stolz auf ihre Arbeit sind? Ob sie mit ihrer Familie beim Abendessen sitzen und sagen: „Heute war ein toller Tag, heute habe ich nämlich so getan, als würde Prinzessin Caroline bald sterben“?“

3. Wie ein Buntstift-Lutscher das Publikum von „Wetten, dass…?“ foppte
(spiegel.de)
Am Ostersonntag ist der ehemalige „Titanic“-Chef Bernd Fritz im Alter von 71 Jahren gestorben. Fritz wurde vor allem als der „Buntstift-Lutscher“ bekannt, der die Wetten-dass-Redaktion und Thomas Gottschalk mit einer aberwitzigen Wette narrte. „Spiegel Online“ veröffentlicht nochmal das Interview mit Fritz, in dem dieser erklärt wie es zu der Wette kam und wie er damit durchkam.

4. Wie Rotlichtbars mit Samtvorhängen
(taz.de, Dirk Ludigs)
Das Aus der gedruckten „Männer“ beende die Ära der Schwulenmagazine, so Dirk Ludigs in der „taz“. Der Niedergang der Printmedien sei vielleicht nicht so schlimm, denn es stünden online zahlreiche Alternativen zur Verfügung. Dennoch: „Mehr denn je wird nach dem Ende der gedruckten Männer in Deutschland offenbar, wie sehr ein weithin sichtbares Leitmedium für die gesamte LGBTQ-Zielgruppe fehlt, ein Ort für gut gemachten Journalismus, für Reportagen und Porträts, aber auch für gesellschaftliche Debatten zu Genderfragen, Fragen des Umgangs mit Sexualität.“

5. Lettland: Mehr Vertrauen in Zeitschriften als in Zeitungen
(de.ejo-online.eu, Ainars Dimants)
Wie werden in Lettland Medien genutzt, welche Medien werden bevorzugt? Laut Ainars Dimants, Professor für Kommunikationstheorie an der Universität von Riga, haben vor allem die lettischen Zeitungen mit einem erheblichen Vertrauensverlust und schrumpfenden Werbeeinnahmen zu tun. Doch nicht alle Printmedien seien gefährdet: Special-Interest-Zeitschriften würden in Lettland höhere Umsätze als Tageszeitungen erzielen.

6. Fairytale Prisoner by Choice: The Photographic Eye of Melania Trump
(medium.com, Kate Imbach)
Melania Trump ist leidenschaftliche Instagrammerin. Kate Imbach hat sich mit den Bildern der Präsidentengattin befasst und einige höchst interessante Schlüsse gezogen.