Archiv für August 5th, 2013

Der Super-Serien-Stuss

Die Leute von „Bild“ sind erleichtert. Denn die langweilige Sommerpause im Fernsehen, die ihnen schon seit Jahren immer wieder schwer zu schaffen macht, neigt sich endlich dem Ende. Jetzt beginnt der „Super-Serien-Sommer“, für den Bild.de (kostenpflichtig) schon mal den „Super-Serien-Planer“ ausgepackt hat:Im August starten viele neue Staffeln - Der Super-Serien-Planer

Ganz besonders freuen sie sich dort auf die Fortsetzung von „Breaking Bad“. Nicht nur, weil sie bei der Gelegenheit gleich ein bisschen Werbung für das kostenpflichtige Portal „Bild Movies“ machen können, sondern auch aus einem anderen Grund:

Serien-Erfinder Vince Gilligan verriet vorab, dass einige Szenen der fünften Staffel in Deutschland gedreht wurden.

Das hatte Bild.de vor einem Jahr schon mal behauptet, sich dann aber korrigiert, nachdem wir darauf hingewiesen hatten, dass das nicht stimmt: Einige Episoden spielen zwar in Deutschland, gedreht wurden sie aber in den USA. Vince Gilligan hatte in einem Interview sogar ausdrücklich gesagt, dass sie „weder das Geld noch die Zeit“ hatten, „um tatsächlich in Deutschland zu drehen“.

Mit Dank an Steven D. und Christian.

Boston Globe, Penis-Skulptur, Geheimdienste

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Extrabyte! Extrabyte!“
(freitag.de, Jakob Augstein)
Jakob Augstein beschäftigt sich mit den heftigen Reaktionen auf den Verkauf von Zeitungen durch den Axel-Springer-Verlag: „Wie viele von denen, die Springers Ausverkauf kritisierten, fürchten in Wahrheit, dass Mathias Döpfner recht haben könnte? Dass Blätter, mit denen sich heute noch Millionen verdienen lassen, schon übermorgen praktisch wertlos sein könnten. Und damit auch die eigene Arbeit, die eigene Bedeutung, das eigene Leben.“

2. „Die Zeitungskrise ist bislang Regional- und Boulevardkrise“
(konradlischka.info)
Konrad Lischka wertet die verkaufte Auflage deutscher Zeitungen von 2000 bis 2013 aus.

3. „Qualitätsjournalismus in Amerika“
(blogs.faz.net/fazit, Patrick Welter)
FAZ-Wirtschaftskorrespondent Patrick Welter wundert sich, dass US-Journalisten klar und unverblümt berichten, und das in eigener Sache: „Die New-York-Times-Journalisten zitieren dann die Sprecherin des eigenen Verlages, die den Verkaufspreis von 70 Millionen Dollar bestätigt – und ziehen zugleich den Vergleich mit 1993, als die New York Times Company für den Boston Globe 1,1 Milliarden Dollar gezahlt hatte. Als ‘staggering’ – atemberaubend – bezeichnen die Journalisten den Wertverfall.“

4. „Die LousyPennies-Umfrage: Das verdienen Journalisten im Netz“
(lousypennies.de, Karsten Lohmeyer)
Die Auswertung einer Leserumfrage zeigt, dass man als Journalist im Netz Geld verdienen kann: „Aber oft ist es nur ein Zubrot. (…) Selbst größere Seiten mit bis zu 75.000 Besuchen im Monat können nicht immer die Umsätze erwirtschaften, die eine Familie zum Leben braucht.“

5. „Penis-Skulptur ist ein Blickfang“
(blogs.taz.de, Jan Feddersen)
Rund 500’000 Euro hätte die „taz“ schon einnehmen können, wenn sie das Kunstwerk „Friede sei mit Dir“ konsequent monetarisiert hätte, rechnet Jan Feddersen aus. „Nach grober Zählung haben nämlich – einerlei ob Sommer, Winter, Frühling oder Herbst – bisher durchschnittlich knapp 400 Personen pro Tag das, sagen wir: Mahnmal fotografiert.“

6. „Meine Akte. Deine Akte.“
(stern.de, Holger Witzel)
In seiner Kolumne „Schnauze, Wessi!“ denkt Holger Witzel nach über Geheimdienste: „Viele feiern Edward Snowden zwar wie einen Bürgerrechtler, aber gleichzeitig fehlt ihnen noch der Mut, die Dienststellen ihrer Überwachungsbehörden einfach zu besetzen und die Akten selbst zu lesen. Aus der Erfahrung von 1989 kann man nur raten: Macht das!“