Bunte  etc.

Keine Trennkost bei Weight Watchers

Die Feiertage haben noch gar nicht angefangen, aber die "Bunte" erzählt schon mal, wie man "mit Disziplin und der richtigen Diät" die "Weihnachtspfunde" schnell wieder loswird:

Oliver Kahn und Kati Witt verraten exklusiv in BUNTE, wie sie es geschafft haben.

In zwei Worten: Weight Watchers.

Kahn und Witt sind Werbefiguren für das amerikanische Unternehmen und seine Abnehm-Methode. Und die "Bunte" hat fünf vermeintlich redaktionelle Seiten in den Dienst der Werbebotschaft gestellt.

Das klingt im Gespräch von "Bunte"-Redakteurin Aline Götz mit Kati Witt dann zum Beispiel so:

Und wie haben Sie es geschafft?

Die Treffen mit einer Ernährungsberaterin von Weight Watchers haben mich neu motiviert und ich habe angefangen, Ernährung aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Hätten Sie das nicht auch ohne fremde Hilfe geschafft?

Ich finde, man darf und soll Unterstützung annehmen.

Von Oliver Kahn lassen sich die "Bunte"-Frauen Aline Götz und Margit Pratschko unter anderem erzählen, wie toll man mit dem Unternehmen mit dem Handy abnehmen kann:

Eine Diät erfordert eiserne Disziplin — als ehemaliger Hochleistungssportler für Sie kein Problem, oder?

Natürlich habe ich eine gewisse Disziplin. Aber man braucht gar nicht diesen Überwillen. Es ist eher eine Bewusstseinsveränderung. Ich habe gelernt, Nahrungsmittel richtig einzuschätzen, vor allem auch wie gesund etwas ist. Und mit Unterstützung durch eine App ist das Punktezählen gar nicht so anstrengend.

Oliver Kahn hat mithilfe einer App abgenommen?

Ja! Ich komme gerade vom Mittagessen: Spaghetti mit Scampi. Dann nehme ich mein Smartphone, suche bei "Restaurantgerichte" und weiß sofort: Aha, das sind so und so viele Punkte. Mit der Zeit habe ich ein richtig gutes Gefühl dafür entwickelt, welches Essen etwa wie viele Punkte hat. Ich fange morgens schon an und plane meinen Tag.

Die Überschrift hätte sich das Abnehm-Unternehmen kaum besser selbst ausdenken können (falls es sie sich nicht tatsächlich selbst ausgedacht hat):

OLIVER KAHN hatte zugelegt — wie er die Kilos ohne Quälerei loswurde, verrät er hier

Die beiden Magazin-Artikel gibt es auch in Online-Versionen, die viel kürzer sind, aber natürlich nicht auf die entscheidende Nennung des Produktnamens verzichtet.

Auch Bild.de stellt sich in den Dienst der "Weight Watchers"-Werbung und macht Kahn zum "Abnehm-Titan". Die Nachrichtenagentur dpa hat ihn in einem Interview nach den "Weight Watchers"-Prinzipien befragt.

Erst vor zwei Tagen hatte "Bild" die Sat.1-Moderatorin Andrea Göpel schwärmen lassen, wieviel sie mit dem Unternehmensprogramm abgenommen habe. Zum vorigen Jahreswechsel war es die Schauspielerin Christine Neubauer gewesen, der die Presse Raum für "Weight Watchers"-Werbung einräumte, unter anderem in "Bild der Frau", "Bunte" und auf stern.de.

Anzeige

Syrien, Smartphones und ein Adler-Video

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

Bis zum 11. Januar gibt es hier ein ungewöhnliches Experiment: BILDblog und die Deutsche Journalistenschule organisieren die Urlaubsvertretung von Ronnie Grob — Schüler der 50sten und 51sten Lehrredaktion der DJS werden in den nächsten Tagen täglich sechs besondere Links auswählen und im BILDblog und auf djs-online.de vorstellen. Heute ausgewählt von Philipp Woldin und Julian Illi.

1. The Most Dangerous Beat on Earth
(Foreign Policy, AFP/Auseef Mustafa))
67 Journalisten wurden 2012 in Kriegsgebieten getötet, 28 davon alleine in Syrien (Quelle: CPJ). Vier Reporter berichten über verschleppte Visa und die Arbeit im syrischen Kugelhagel: "I fear Syria like I have feared nothing else in seven years of covering the region. It is not a crippling terror, more a deep abiding concern."

2. Zehn Dinge, die Journalisten mit ihrem Smartphone ausprobieren sollten
(journalist.de, Markus Bösch)
Live ins TV-Studio schalten, ein Radiostück schneiden oder eine Drohne steuern: Klappt alles mit dem Smartphone, findet Multimediajournalist Markus Bösch. Sein Tipp für Fortgeschrittene: Das kaputte Hotel-WLAN per Handy reparieren.

3. Our Sons Are Not Future Killers
(Motherlode – Parenting Blog der New York Times, Emily Willingham)
Eine wütende Mutter, deren 11-jähriger Sohn mit dem Asperger-Syndrom lebt, wehrt sich gegen die Gleichsetzung mit potentiellen Amokläufern: „I know of worried parents who have called local autism organizations, eyeing their sons with Asperger’s or autistic disorders, wondering if they are looking at future killers.“

4. Der Rotstift droht
(DRadio Wissen, Sven Preger)
Sven Preger im Gespräch über das Standing des deutschen Wissenschaftsjournalismus – und wie der sich selbst retten kann.

5. "Journalisten können nicht mehr undurchschaubar sein"
(Vocer, Carolin Neumann)
Die schwedische Zeitung "Norran" chattet seit drei Jahren mit ihren Lesern auf der Suche nach Themen. Redakteurin Jessica Dhyr erklärt im Interview, warum sie den Lesern zeigen möchte, "…dass Journalisten normale Menschen sind."

6. Montreal students take credit for fake viral video of baby-snatching eagle
(poynter.org, Jeff Sonderman)
Unschuldig: Das Video vom Kleinkind raubenden Adler aus einem Park in Montreal ist offenbar ein Fake. Jeff Sonderman zitiert drei kanadische Studenten, die das Video erstellt haben sollen: "Both the eagle and the kid were created in 3D animation and integrated in to the film afterwards".

Anzeige