Archiv für April 23rd, 2012

Das sind nicht 22 Nanometer

Martin Eisenlauer gibt in „Bild am Sonntag“ den „Tech-Freak“. Gestern schrieb er über die neuen Prozessoren für PCs und Notebooks, die der Chiphersteller Intel heute vorstellen will:

Die Chips bekommen die gleichen langweiligen Namen wie ihre Vorgänger, nämlich je nach Geschwindigkeit entweder i5 oder i7.

Doch die Namen sind das einzig lahme an den neuen CPUs. Sie nutzen erstmals dreidimensionale Bau-Strukturen, bei denen die einzelnen Leiterbahnen nur noch 22 Nanometer groß sind (ein Nanometer sind eine Million Millimeter). Damit erreichen sie rund 20 Prozent mehr Leistung und verbrauchen weniger Strom.

Wenn ein Nanometer „eine Million Millimeter“ wären, wären das eintausend Meter — eine Größenordnung, die bisher als „Kilometer“ bekannt war. Die einzelnen Leiterbahnen wären dann ungefähr so breit wie Manhattan lang.

Tatsächlich entspricht ein Nanometer einem Millionstel Millimeter. Die Umrechnung in Haare, Fußballfelder und das Saarland überlassen wir Ihnen.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

Nachtrag, 17.04 Uhr: Ein aufmerksamer Leser hat uns darauf hingewiesen, dass der „Tech-Freak“ auch bei anderen Aussagen daneben liegt. Es sind nicht die einzelnen Leiterbahnen, die nur noch 22 Nanometer groß bzw. klein sind, sondern die sogenannten Gates in den Transistoren. Auch die dreidimensionale Baustruktur betrifft nur die Transistoren und nicht die ganze CPU.

Tattoos, Günter Wallraff, Notwehr

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Stigma Tattoo: Pseudowissenschaftliche Vorurteilskonstruktion“
(novo-argumente.com, Tobias Prüwer)
Tobias Prüwer bezweifelt eine Studie, die „den Zusammenhang zwischen Tätowierungen, Piercings und Alkoholkonsum“ untersuchte und zu einen Artikel auf Focus.de geführt hatte. Weiter geht es um eine ältere Studie über die „vorgeblich herausragenden sexuellen Aktivitäten von Tätowierten“. „Vielleicht sind Menschen, die sich Farbe in die Haut stechen lassen, einfach offener gegenüber anderen Aktivitäten, in denen der Körper eingesetzt wird? Eventuell haben Menschen mit mehr Sex eher Lust auf bunte Hautbilder? Gegebenfalls neigen Tätowierte zu Übertreibungen, wenn es um das alte Rein-Raus-Spiel geht?“

2. „In 80 Fehlern um die ‘Welt'“
(antimedien.de, Hektor Haarkötter)
Hektor Haarkötter studiert Zahlen und Statistiken in „Welt Aktuell“: „Weder erfährt man, wieviele Leute eigentlich befragt wurden (also die Stichprobe), noch auf welche Bezugsgruppe hier denn nun hochgerechnet werden soll (StatistikerInnen sprechen hier von der ‘Grundgesamtheit’): Alle Bundesbürger, alle Steuerzahler, alle Erwachsenen?“

3. „Kam Ali aus Ost-Berlin?“
(welt.de, Michael Behrendt und Dirk Banse)
Michael Behrendt und Dirk Banse setzen sich ausführlich mit der Vergangenheit von Günter Wallraff auseinander. Unter anderem geht es um eine Mitarbeit von Journalist Frank Berger am Bestseller „Ganz unten“, den „Stasi-Akten als mutmaßlichen Agenten des DDR-Geheimdienstes“ ausweisen.

4. „Hasskommentare dürfen nicht publiziert werden“
(politblog.tagesanzeiger.ch, Johanne Gurfinkiel)
Johanne Gurfinkiel fordert, dass Leserkommentare „vor der Publikation gelesen und nicht mehr sofort veröffentlicht werden“: „Die Meinungsfreiheit darf nicht als Instrument für Hasspropaganda missbraucht werden. In diesem Sinne sind auch die Regeln in Bezug auf ein redigierendes Eingreifen vor der Veröffentlichung der Kommentare zu erstellen.“

5. „Notwehr gegen Paparazzo“
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Das Oberlandesgericht Hamburg beschließt: „Der Schlag gegen die Kamera ist grundsätzlich geeignet, ein rechtswidriges Fotografieren zu beenden. Die bisherigen Feststellungen ergeben auch nicht, dass dem Angeklagten ein milderes Mittel zur Verfügung gestanden haben könnte.“

6. „Klaus erklärt: 50 Jahre BILD“
(youtube.com, Video, 1:55 Minuten)
Wie „Extra 3″ 2002 den 50. Geburtstag von „Bild“ feierte.