Archiv für März 6th, 2012

Kann man mal verwechseln

US-Schauspielerin Martha Stewart stirbt mit 89 Jahren. Martha Stewart im Dezember 2011

Wenn Sie finden, dass die 89-jährige Martha Stewart vor drei Monaten noch verdammt jung für ihr Alter aussah, dann haben Sie recht — auf ‘ne Art.

Das Foto bei Bild.de zeigt nämlich nicht die jetzt verstorbene Schauspielerin Martha Stewart, sondern die TV-Köchin, Wohnungseinrichterin und Multi-Millionärin Martha Stewart. Die ist erst 70 Jahre alt, auch wenn sie nicht wirklich danach aussieht.

* * *

Eine andere Verwechslung haben sie bei Bild.de im Laufe der Nacht noch bemerkt: Um den „Hooligan-Überfall auf der Autobahn“ bebildern zu können, hatte die Redaktion mal wieder auf die Künste der „‘Bild’-Zeichnerin“ Nora Nowatzyk zurückgegriffen, die offenbar im Eifer des Gefechts auf einen Bus von gewalttätigen „Fans“ des 1. FC Köln das Logo des 1. FC Kaiserslautern montiert hatte:

Inzwischen ist die Grafik auf Bild.de mit dem Köln-Logo zu sehen, die Redaktion schreibt dazu:

Anmerkung der Redaktion: Durch einen technischen Fehler ist über Nacht irrtümlich eine falsche Grafik mit dem Wappen des 1. FC Kaiserslautern angezeigt worden. Wir bitten unsere User und den 1. FC Kaiserslautern um Entschuldigung.

Mit Dank an N.F. und Tobias R., sowie an Till S., DerPhi, Oliver W. und swg.

Nachtrag, 22.20 Uhr: Bild.de zeigt jetzt die richtige Martha Stewart — und weist sogar auf die vorherige Verwechslung hin:

Anm. der Red.: Leider hatten wir die Meldung in einer ersten Version falsch bebildert. Wir haben den Fehler behoben und bitten um Ihr Verständnis.

Leistungsschutzrecht, Assad, B.Z.

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Bundesregierung erspart Verlegern Innovation“
(zeit.de, Kai Biermann)
Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger konkretisiert sich in der Regierungskoalition. Kai Biermann erklärt in vier Punkten die Folgen eines solchen Gesetzes. Siehe dazu auch Texte von Stefan Niggemeier, Konrad Lischka oder Philipp Otto. Weitere Links sind auf opalkatze.wordpress.com versammelt.

2. „Leistungsschutzrecht: Ich bin reich. Reich!“
(netzfundbuero.de, Tom Hillenbrand)
„Heute ist ein guter Tag. Warum? Weil ich stinkend reich werde. Nicht durch meine Krimis, auch nicht durch meine journalistische Arbeit – beides brotlose Kunst. Sondern wegen diesem neuen Leistungsschutzrecht.“

3. „Verblendung gepaart mit Eitelkeit“
(taz.de, Rafik Schami)
Schriftsteller Rafik Schami greift die „Prominenz-Journalisten“ Jürgen Todenhöfer und Peter Scholl-Latour scharf an. „Autoren wie Jürgen Todenhöfer oder Peter Scholl-Latour finden den Absatz ihrer bedenklichen Sympathien für Mörder wie Assad nicht etwa auf den Seiten der Bild-Zeitung. Sie sitzen bei ARD, FAZ, FAS und Die Zeit in der ersten Reihe. Und sind sie einmal da, werden sie von hunderten kleineren Medien zitiert. (…) Die Prominenz-Journalisten spielen eine widerliche Rolle. Sie verleumden Tote und Lebende, um den Diktator zu decken.“

4. „Soll man Neugeborene töten dürfen?“
(aerztezeitung.de, Robert Bublak)
Unter dem Titel „After-birth abortion: why should the baby live?“ schreiben Alberto Giubilini und Francesca Minerva über die Möglichkeit postnataler Abtreibungen. „Das Langweilige an den vermeintlich skandalösen Philosophenthesen sind vor allem die Reaktionen darauf. Abzulesen sind sie an den Schlagzeilen.“ Siehe dazu auch „An open letter from Giubilini and Minerva“.

5. „Debatte über Frauenquote“
(spiegel.de, Jan Fleischhauer)
„Meinetwegen können sie die Quote sofort einführen, schon damit uns solche Titelgeschichten, wie sie diese Woche der ‘Stern’ präsentiert, in Zukunft erspart bleiben. Drei erfolgreiche Journalistinnen reden mit vier noch erfolgreicheren Frauen darüber, wie toll es ist, als Frau erfolgreich zu sein. Das Ganze ist von so bestürzender Einfalt, dass ich beim Lesen kurzzeitig den Verdacht hatte, es müsse sich um ein besonders perfides Manöver handeln, Frauen lächerlich zu machen. Man stelle sich nur für einen Moment vor, drei Auto-Journalisten würden vier Auto-Manager unter der Überschrift ‘Yes he can’ dazu befragen, wie es ihnen nur gelungen ist, eine so tolle Karriere zu machen.“

6. „Heil Hoffler!“
(blogs.taz.de/hitlerblog, Daniel Erk)
„Hasselhoff schockt im Hitler-Kostüm“, schreibt die „B.Z.“ über einen Auftritt von David Hasselhoff in London.