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Humbug heißt Humbug

„Nee, lassma“, rief der „Bild“-Redakteur, als man ihm das Wörterbuch bringen wollte, „ich kann das auch so.“

Bestimmt arbeiten auch bei „Bild“ Leute, die des Englischen mächtig sind. In der Buchhaltung zum Beispiel. Oder im Layout. Vielleicht sogar in der Anzeigenabteilung. Aber es scheint ein ungeschriebenes (und sehr streng befolgtes) Gesetz zu geben, diese Menschen von allen Artikeln fernzuhalten, in denen „Bild“ Englischkenntnisse gebrauchen könnte. Artikeln, zum Beispiel, in denen die Zeitung anderen die englische Sprache erklären will.

Wie heute Jan Ullrich. Angeblich muss der gerade einen Intensivkurs belegen, weil Englisch als Sprache seines Tour-de-France-Teams eingeführt wurde. Die „Bild“-Zeitung tut so, als könnte sie helfen, und hat deshalb diesen kleinen Kasten rechts gebaut, bei dem allerdings schon das große „Y“ in der Überschrift nicht korrekt ist.

„Trennkost ist besser“ übersetzt „Bild“ mit „Seperation food is better“, und das ist falsch, denn auf Englisch heißt „Trennkost“ verwirrenderweise „food combining“.

Der Satz „Ich habe ein Problem mit einem Reifen“ lautet nach Ansicht von „Bild“ auf englisch: „I have a problem with a wheel“, und das ist falsch, denn wheel ist nicht der Reifen, sondern das (Vorder- oder Hinter-) Rad. Das englische Wort für Reifen ist tyre (oder amerikanisch tire).

Und die beste Übersetzung für „Was für ein steiler Berg“ soll — laut „Bild“ — „What a cliffy mountain“ sein, und auch das ist humbug. Denn cliffy heißt soviel wie felsig oder schroff, wo ein steiler Berg doch durchaus glatt sein kann, weshalb man ihn am besten einfach steep nennt, was alles sein kann, Hauptsache steil.

Danke an Armin S. für den Hinweis!

Nachtrag, 1. Dezember, 9.15 Uhr: Und selbst wenn „Trennkost“ auf englisch so etwas wie „seperation food“ hieße, was es nicht tut, schriebe es sich nicht „seperation“, sondern separation.