Ehrgeiz, Kameragier und Nervosität

In der aktuellen Ausgabe geht Karl-August Almstadt aus der Chefredaktion der „Auto Bild“ auf den vorgetäuschten Mercedes-Test und den Rauswurf ihres Chefreporters ein. Almstadt macht Stern-TV Vorwürfe und spricht vom „Fokus im typischen Boulevard-TV auf ein kleines Brett am Rande der Bahn, das auch einige der Crash-Verantwortlichen ebenso wie der AUTO BILD-Redakteur temporär im Kopf hatten“. Über die Rolle des eigenen Chefreporters schreibt er:

Wir wissen es nicht und können auch nicht nachvollziehen, warum sich unser Redakteur auf die optische Bremskrücke in Form eines simplen Bretts am Rande der Bahn eingelassen hat. War es der James Dean in ihm, der den Overthrill suchte? Der unbedingt vor der Kamera den perfekten Fahrer mimen wollte? Fügten sich Ehrgeiz, Kameragier und Nervosität zu einem unheilvollen Ego-Antrieb? Die Gründe bleiben nebulös, der Hintergrund ist klar: Specht ist integer, vermutlich überdreht (…).

(…) unser Redakteur ließ sich als lebender Dummy mißbrauchen. Viel schlimmer: Kein Wort an die Chefredaktion, daß diese Hallen-Szene nur nachgestellt war. Stattdessen: „Ich hab’s verpatzt, den Bremspunkt nicht getroffen.“

(…) Warum uns der eigene Mitarbeiter nicht sofort, sondern erst auf beharrliche Nachfrage, die ganze Wahrheit des Hallencrashs vom 11. November erzählt hat, kann der arg durchgeschüttelte Kollege nicht wirklich schlüssig erklären. Die Folgen: Unser Bericht über das S-Klasse-Radar mußte neu geschrieben werden, von unserem Kollegen Michael Specht haben wir uns getrennt.

Er steht allerdings noch im Impressum.

Danke an Mike D.!