„Bild“-Ombudsmann verlängert DDR um 25 Prozent

Ernst Elitz ist gnadenlos:

Screenshot Bild.de - Der Bild-Ombudsmann - Eile ist keine Entschuldigung

Viele Fehler seien „der Eile geschuldet“, schreibt der Ombudsmann in seinem neuesten Text in der „Bild“-Zeitung und bei Bild.de. Dann stünde in einem Artikel „das“, wo eigentlich „dass“ stehen müsste, oder „Teater“ statt „Theater“, „was großgeschrieben gehört, wird kleingeschrieben oder umgekehrt“. Doch:

Doch Eile entschuldigt nichts. „Die Ausrede ‚Fehler passieren überall‘ würde ich bei BILD nicht gelten lassen“, meint Leser Heinfried Knigge. Und er hat recht!

Ein Medium wie BILD, das täglich Millionen Leser erreicht, darf Schnelligkeit nicht vor Sorgfalt setzen. Nur wer beides liefert, liefert Qualität.

Um diese „Qualität“ endlich mal herzustellen zu sichern, ist jetzt ja auch Elitz da:

Ich gehe jedem Fall nach. Erkenne ich Fehler, verlange ich Korrekturen. Wenn nicht sorgfältig gearbeitet wurde, übe ich intern oder in meiner Kolumne Kritik an der Arbeit der Redaktion.

Ernst Elitz wacht aber nicht nur über die „Bild“-Medien, er schreibt selbst auch noch für sie (und sieht offenbar kein Problem in seiner Doppelrolle als Redaktions-Wachhund einerseits und Redaktions-Mitglied andererseits). Erst gestern, am selben Tag also, an dem auch seine Ombudsmann-Kolumne veröffentlicht wurde, erschien eine TV-Kritik von Elitz über den Sonntagstalk bei „Anne Will“:

Erst fünfzig Jahre SED-Diktatur, und dann sitzen „in den Chefetagen alles Menschen aus Westdeutschland. Was wäre denn in Bayern los, wenn achtzig Prozent der Führungseliten aus Schleswig-Holstein kommen?“

„Fünfzig Jahre“? Wurde die DDR bereits 1939 (statt 1949) gegründet? Oder fand die deutsche Wiedervereinigung erst im Jahr 2000 (statt 1990) statt? Ernst Elitz schafft es, „fünfzig Jahre SED-Diktatur“ in rund 40 Jahre DDR zu packen.

Dieser Fehler mag in Eile passiert sein. „Doch Eile entschuldigt nichts.“

Mehr über den „Bild“-Ombudsmann:

Mit Dank an Lukas H. für den Hinweis!

Nachtrag, 3. November: Unser Leser Bernhard K. weist darauf hin, dass in der Sendung, die Elitz rezensiert, laut „Berliner Kurier“ Theo Waigel von „50 Jahren Kommunismus“ gesprochen hat. Ernst Elitz hat sich diesen Klops dann wohl einfach zueigen gemacht.