Zuckermelonen, die hupend Muscheln sammeln

Im Dezember vergangenen Jahres, Sie erinnern sich vielleicht, wollte die „Bild“-Zeitung eine „große Debatte um das Frauenbild von Flüchtlingen“ anstoßen:

Natürlich haben viele Männer ein schiefes Frauenbild — egal ob Flüchtling, Deutscher oder wasauchimmer. Und die „Bild“-Medien arbeiten mit ihren unzähligen Brüste-Hintern-Schlüpferlos-Artikeln nicht gerade dagegen an. Deswegen wollen wir uns hier im BILDblog immer mal wieder das Frauenbild der „Bild“-Redaktionen anschauen.

Seit der letzten Ausgabe im Januar ist ein bisschen was zusammengekommen. Zum Beispiel dieses lustige Wortspiel in der Bildunterschrift aus der vergangenen Woche über Leila Lowfire und Sophia Thomalla:

Klar, warum nicht einfach mal Frauen mit größeren Brüsten oder tieferem Ausschnitt mit dem Wort „ficken“ in Verbindung bringen? Was ziehen die sich auch so aufreizend an?!

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Bleiben wir bei Sophia Thomalla. Denn um sie handelt es sich bei dieser „fruchtigen Aussicht“:

Bild.de schreibt dazu:

Dann schauen wir mal, wir sehen: schöne Füße, wohlgeformte Beine, flacher Bauch, zwei Kokosnüsse — und zwei Zuckermelonen …

Melonen? Hat hier jemand „Melonen“ gesagt?

Wenn man häufiger bei Bild.de vorbeischaut (was keine Empfehlung unsererseits sein soll), bekommt man das Gefühl, dass die Redakteure, die dort arbeiten, an keinem Bikini-Foto vorbeikommen. Wenn irgendwo eine halbwegs prominente Frau zwischen 15 (ja, 15!) und 40 Jahren (oder Liz Hurley) in Bademode auftaucht — zack, ein neuer Artikel bei Bild.de.

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Oder wenn irgendwo mal ein Millimeter eines Nippels zu sehen ist. Und wenn gerade keine Kokosnuss und auch keine Melone in der Nähe ist, dann geht es dieses Mal eben um „Hupen“:


(Alle Unkenntlichmachungen in diesem Beitrag durch uns.)

Und auch sonst veröffentlich Bild.de gern Fotos, bei denen irgendwelche Paparazzi Frauen in den Ausschnitt oder unter den Rock fotografiert haben:

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Doch zurück ans Wasser. Denn dort kann man Frauen immer noch am besten auf ihr Äußeres reduzieren:




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Das Frauenbild der „Bild“-Medien begrenzt sich aber nicht nur auf plumpes Titten-Glotzen und Ärsche-Gucken. Es lässt Frauen neben Männern oft klein aussehen. Die Begleitung von Schauspieler Ryan Gosling bei der „Oscar“-Verleihung war für Bild.de nicht „seine Begleitung“ oder gar einfach eine „Frau an seiner Seite“, sondern „die heiße Blondine von Ryan“:

Während Casper „Rap-Star“ ist, ist Lisa Volz nicht eine Schauspielerin, sondern eine „Schönheit“:

Während Andreas Bourani „Sänger“ ist, ist Toni Garrn nicht ein erfolgreiches Model, sondern „Single“:

Und während es völlig zurecht als Problem gesehen wird, wenn Flüchtlinge Frauen als reine Objekte betrachten, soll der Sexismus der „Bild“-Medien Journalismus sein.