Franz Josef Wagner im Dschungel der Meinungen

Gut, wir geben zu: Das ist jetzt nicht gerade die Frage, die man sich jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen und ganz dringend stellt. Dennoch: Was hält „Bild“-Briefeschreiber Franz Josef Wagner eigentlich vom „RTL“-Quotenbringer „Dschungelcamp“?

Total super findet er die Sendung. Gerade jetzt nach dem ganzen Terror sei „das ansteckend Gesellige“, wie man es beim „Dschungelcamp“ findet, wichtig. Doch Wagner sagt auch: Gerade jetzt nach dem ganzen Terror sei so etwas wie das „Dschungelcamp“, mit „nackten Mädchen nach dem Terror“, nicht das Richtige.

Doch der Reihe nach.

Franz Josef Wagners Brief von heute ans liebe „Dschungelcamp“:

Liebes Dschungelcamp,

angesichts der Weltlage, Terror, Unsicherheit ist das ansteckend Gesellige wichtig. Ein paar Bierchen mit Freunden und schon sieht die Welt anders aus. Heiterer.

Nichts anderes ist das Dschungelcamp. Wir sehen die Kandidaten, wie sie ekliges Zeug essen.

Wir lachen über diese Idioten im Dschungelcamp. Sie amüsieren uns, weil sie so nackt, so blöd, so peinlich sind. Gott, gib uns nichts Schlimmeres als das Dschungelcamp.

Herzlichst,
F. J. Wagner

Wagner schreibt jedes Jahr im Januar einen Brief an die „RTL“-Sendung. So auch 2015. Auf den Tag genau vor zwei Jahren lautete sein Brief so:

Liebes Dschungel-Camp,

ich denke, dass ich Dich heute Abend nicht gucke. Du passt nicht in meine Gefühlswelt. Je suis Charlie ist meine Welt. Meine Welt ist Trauer und nicht Dschungel-Camp.

Im Dschungel-Camp treten abgehalfterte Promis auf, deren Verstand grenzwertig ist.

Ich kenne die Dschungel-Bewohner nicht, zwei Mädchen sollen „Playboy“-Models sein.

Nackte Mädchen nach dem Terror.

Ich bin kein Moralist, aber Dschungel-Camp gucke ich nicht. Nach dem Terror Titten — nein.

Herzlichst,
F. J. Wagner

Wenigstens bei einem Punkt ist er sich treu geblieben: Der Verachtung für die Menschen, die da im TV zu sehen sind.

Mit Dank an A. T. für den Hinweis!