Des Kaisers neuer Name

Ach, ist das alles traurig. Sie waren gerade dabei, ihre alte Beziehung zu restaurieren, Franz Beckenbauer und die „Bild“-Zeitung. Beckenbauer plauderte wieder in „Bild“ über Fußball. Und „Bild“ nannte Beckenbauer wieder „Kaiser“. Hier und da schrieb die Redaktion sogar schon wieder von „Franz“. Vergessen schien der Ärger um den Skandal zur Fußball-WM 2006 in Deutschland — so eine popelige Sommermärchen-Affäre kann doch keinen Männerbund zerstören. Und dann kommen gestern plötzlich „Spiegel“ und „Spiegel Online“ und machen alles wieder kaputt.

5,5 Millionen Euro soll Franz Beckenbauer als Chef des WM-Organisationskomitees kassiert haben. Dabei hatte er stets beteuert, ehrenamtlich gearbeitet zu haben. Außerdem, so scheint es, hatte er jahrelang kein großes Interesse, dieses Honorar zu versteuern.

„Bild“ und Bild.de kommen nicht umhin, darüber zu berichten. Und nennen ihren Freund „Franz“ seit gestern wieder nur distanziert „Beckenbauer“:




Dabei war in den letzten Wochen und Monaten alles wieder so schmusig:

(26. August)

(18. Juli)

„Bild“ ernannte Franz Beckenbauer — also den Mann, der im Skandal um die WM 2006 nicht gerade durch ein großes Maß an Aufklärung auffiel — sogar zum „Klartext-Kaiser“:

(11. Juli)

Natürlich gab es, wie bei jedem guten Liebescomeback, auch bei Beckenbauer und „Bild“ zwischendurch kleine Rückschläge. Zum Beispiel als Anfang dieses Monats bekannt wurde, dass die Schweizer Bundesanwaltschaft auch gegen Franz Beckenbauer ermittelt:

(1. September)

(1. September)

(1. September)

Aber eigentlich war alles wieder in Butter. Vor allem während der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich, als „Le Kaiser“ für „Bild“ und Bild.de das Geschehen bei der EM kommentierte, fanden sie wieder zusammen:


(27. Juni)

(13. Juni)

Da wurde es zwischenzeitlich sogar wieder richtig privat:

(23. Juni)

Wir wünschen den beiden auf ihrem weiteren Weg alles Gute — also „Bild“ und Franz Beckenbauer.

Nachtrag, 15. September: Ein Zeitpunkt, den wir in der Auflistung oben ganz vergessen haben, darf in einer „Bild“-Beckenbauer-Chronik nicht fehlen: Als Franz Beckenbauer vor zweieinhalb Wochen das neue Projekt „Fußball-Bild“ getestet hat und ganz begeistert war.

Mit Dank an Bas Tian für den Hinweis!