„Bild“-Redakteur aus Sommerloch geborgen

Erinnert sich noch jemand an diese „Bild“-Falschmeldung, in der es hieß: „EU schafft Deutsch ab“? Dazu gibt es nämlich jetzt eine neue Pressemitteilung der „Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland“. Darin heißt es u.a.:

„Die Europäische Kommission freut sich, dass sie bei der Bergung des für den Artikel verantwortlichen Redakteurs aus dem Sommerloch helfen konnte.“

Der Rest der Mitteilung ist weniger witzig. „Bild“ hat nämlich die Angewohnheit, die eigenen Falschmeldungen nicht nur nicht zu korrigieren, sondern sich auch zu weigern, Gegendarstellungen der Betroffenen zu drucken. Selbst als die EU-Kommission am 25. August eine einstweilige Verfügung erwirkte, die „Bild“ zum Abdruck der Gegendarstellung verpflichtete, gab die Zeitung noch nicht auf und legte Widerspruch ein. Heute nun hat das Landgericht Berlin diesen Widerspruch abgewiesen.

In der „F.A.Z.“ sagte „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann, er drucke absurde Gegendarstellungen gerne, „weil sie zeigen, wie hier das Recht der Gegendarstellung im Kern mißbraucht wird.“ Wir lernen: Weniger absurde Gegendarstellungen druckt er offenbar nicht so gerne.