Schmutziges Gerichtsspektakel

Die „Bild“-Zeitung meint (wie viele andere Kommentatoren auch), dass Andreas Türck nie wegen der angeblichen Vergewaltigung hätte angeklagt werden dürfen. In ihrem Kommentar schrieb die stellvertretende „Bild“-Chefredakteurin Marion Horn gestern:

Von Anfang an war klar, daß die Staatsanwältin keinerlei Beweise hat. Von Anfang an war durch Gutachten bekannt, daß die Aussagen von Katharina B. nicht belastend sind.

Soso, von Anfang an war das also klar. Das heißt, „Bild“ wusste, dass Türck im Sinne des Gesetzes unschuldig war, und brachte trotzdem diese Titelgeschichte:
So hat Türck mit vergewaltigt

Und diese:

Und diese:

Und dieses Stück:

Und dieses:

Und viele, viele, viele weitere. Und alle im sicheren Bewusstsein, dass es keine Beweise dafür gibt, dass dieser Mann eine Vergewaltigung begangen hat.

Frau Horn kommentiert:

Wenn Andreas Türck freigesprochen wird, stehen im Gerichtssaal zwei Opfer und ein Täter, der nie angeklagt werden wird.

Die Opfer heißen Andreas Türck und Katharina B.

Der Täter ist eine Justiz, die diesen Prozeß zuließ und vier Wochen lang ein schmutziges Gerichtsspektakel inszenierte.

Das ist schon hart, wie Boulevardzeitungen heute von der Justiz gezwungen werden, wochenlang schmutzige Gerichtsspektakel in der Öffentlichkeit zu veranstalten und Menschen unrecht zu tun.