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Wie das Seilbahnunglück nicht geschah

Auch „Bild“ hat kein Foto von dem Moment, als das Seilbahnunglück in Sölden passierte. Aber „Bild“ hat wenigstens eine Zeichnung, die zeigt, wie es passierte. Oder, genauer: Wie es nicht passierte.

Denn es war keine scharfe Betonplatte in Käsestückform, die am Montag auf die Gondel fiel, sondern ein Transportkübel mit Beton. Und das Seil ist auch nicht gerissen, wie die Zeichnung andeutet; das Problem war anscheinend, dass der Haken, der den Kübel hielt, geöffnet war. (Nachtrag, 8. September: Und natürlich entspricht auch das Modell der Seilbahn nicht der Zeichnung. „Bild“ ließ eine solche Bahn zeichnen, die Unglücksbahn sah aber so aus.)

Aber was will man erwarten von einer Zeitung, die nicht weniger als 14 Autoren für ihre Berichterstattung nennt, es aber nicht schafft, die Artikel mit korrekten Überschriften zu versehen. Weder am Montag:

Noch am Dienstag:

Danke an Clemens von F., Thomas W., Manuel D. und Marco V.

Nachtrag, 8. September, 20.00 Uhr: Inzwischen ist der Bild.de-Geographie-Beauftragte aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat (nur knapp drei Tage nach der Veröffentlichung des Artikels) in der Überschrift das Wort „Südtirol“ (Italien) durch „Tirol“ (Österreich) ersetzt. Unterdessen weisen unsere Leser Julian S. und Boris T. darauf hin, dass auch der in das Unglück verwickelte Hubschrauber keineswegs so aussieht wie auf der Zeichnung. „Bild“ hat nicht einen SA 315B Lama zeichnen lassen, sondern eher einen UH1 (nicht dass das nach all den Fehlern noch groß einen Unterschied machte).