„Bild“-Leser wissen weniger

Heute druckt „Bild“ eine – kürzlich ja bereits wortgleich bei Bild.de veröffentlichte – Gegendarstellung von Alexandra Neldel. Neldel hatte nämlich einer „Bild“-Reporterin ausdrücklich erklärt, sie äußere sich nicht zu ihrem Privatleben, woraufhin „Bild“ ihr einfach eine ausgedachte Äußerung in den Mund legte und abdruckte.

Bei Bild.de schrieb die Redaktion deshalb kürzlich unter Neldels Gegendarstellung den Zusatz: „Sie hat recht.“

Und man kann sich natürlich (grundsätzlich) fragen, warum „Bild“ überhaupt Sachen druckt, die gar nicht stimmen. Man kann aber auch (bezogen auf Neldel) einfach nur festhalten, dass die „Bild“-Verantwortlichen nicht nur wissen, dass das, was in „Bild“ stand, nicht stimmte, sondern sich auch veranlasst sahen, den Bild.de-Lesern ausdrücklich mitzuteilen, dass es nicht stimmte. Und man kann sich (anschließend) wundern, dass „Bild“ offenbar glaubt, diese nicht unwichtige Information den Lesern der gedruckten „Bild“ vorenthalten zu müssen: Davon jedenfalls, dass Neldel Recht hat mit ihrer Gegendarstellung, steht heute in der gedruckten „Bild“ kein Wort.