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Der VfL Bochum will nicht mit dem „Bild“-Reporter sprechen

Am kommenden Mittwoch spielt der VfL Bochum im DFB-Pokal beim TSV 1860 München. Wie immer im Vorfeld eines Pflichtspiels gaben die Bochumer auch heute eine Pressekonferenz. Pressesprecher Jens Fricke leitete sie unter anderem mit diesen Worten ein:

An meiner Seite: Sportvorstand Christian Hochstätter und Cheftrainer Gertjan Verbeek, die Eure Fragen erwarten. Mit einer einzigen Ausnahme: Sowohl Sportvorstand als auch Cheftrainer haben sich dazu entschieden, keine Fragen der „Bild“-Zeitung mehr zu beantworten.

Die dicke Luft zwischen dem VfL Bochum und „Bild“ hat eine gewisse Tradition. Schon vor fünfeinhalb Jahren gerieten der damalige Trainer Heiko Herrlich und der für den VfL zuständige „Bild“-Reporter Joachim Droll aneinander. Im September dieses Jahres verweigerte der VfL Bochum — wie eine Reihe anderer Fußbalzweitligisten — die Teilnahme an der „Bild“-Werbekampagne „Wir helfen“. Wenig später wandte sich der aktuelle Trainer Gertjan Verbeek bei einer Pressekonferenz mit der Frage an „Bild“-Mann Droll, warum der „immer solche Scheiße“ schreibe, und nannte Droll und dessen „Bild“-Kollegen „Arschlocher“. Für die Wortwahl hat sich der VfL Bochum kurze Zeit später entschuldigt, Verbeeks „Kernaussagen bleiben davon aber unberührt“.

Mit der heutigen PK dürfte der Clinch zwischen dem VfL Bochum und „Bild“ ein neues Level erreicht haben. Wobei, so VfL-Pressesprecher Jens Fricke auf unsere Nachfrage, die einleitenden Worte etwas präziser hätten sein müssen: „Uns geht es konkret um einen Journalisten und nicht um die ganze ‚Bild‘-Zeitung.“ Die Arbeitsweise von Joachim Droll sei schon über Jahre ein Ärgernis für den Verein. Es habe mehrere Treffen gegeben, bei denen man das Verhalten Drolls thematisiert habe, eine Besserung sei aber nicht erkennbar gewesen. „Daher haben der Trainer und der Sportvorstand nun entschieden, auf Fragen von Joachim Droll nicht mehr einzugehen“, so Fricke. Mit „Bild“ habe man hingegen kein grundsätzliches Problem, Fragen anderer „Bild“-Reporter würden auch weiterhin beantwortet.

Bei der „Arschlocher“-Pressekonferenz im September sagte Verbeek übrigens, nachdem er Joachim Droll gefragt hatte, ob er mitschreibe, und dieser antwortete, dass gerade „eine Legende angerufen“ habe, das sei wichtiger gewesen:

Ja, das ist wichtiger, natürlich. Wir können auch ohne Pressekonferenz, ohne „Bild“.

Zumindest ohne Joachim Droll wollen sie es beim VfL Bochum jetzt mal versuchen.

Mit Dank an @BrosMoritz!