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Was ist aus der kleinen Isabell geworden?

Am 31. Juli sind in Brieskow-Finkenherd die Leichen von neun Kindern gefunden worden, die von ihrer Mutter getötet worden sein sollen. Am 1. August fand eine Pressekonferenz statt, auf der unter anderem gesagt wurde, dass die Mutter drei erwachsene Kinder sowie eine fast zweijährige Tochter namens Elisabeth hat. Entsprechend berichteten ab 2. August Medien wie die „Berliner Zeitung“, der „Tagesspiegel“, der „Berliner Kurier“, die „Berliner Morgenpost“, die „B.Z.“, die „Leipziger Volkszeitung“ und andere über dieses Kind. Sie nannten es: Elisabeth.

Und „Bild“? Nannte es: Isabell.

Exklusiv in „Bild“ hieß Elisabeth Isabell. Eine ganze Woche lang.

Die Wahrheit setzte sich nur zögernd durch. Am 7. August flackerte sie schon einmal kurz in der „Bild am Sonntag“ auf, die Elisabeth Elisabeth nannte. Aber am 8. August, als „Bild“ einen Brief der Mutter aus dem Gefängnis veröffentlichte, schwärzte das Blatt die Stelle, an der der (vermutlich richtige) Name stand und behauptete, dort stünde Isabell. Erst am 9. August trug Isabell auch in „Bild“ ihren eigenen Namen.

Verwirrt? Ratlos? Wir auch. Warum zeigt „Bild“ ein einjähriges Mädchen identifizierbar auf Fotos, verwendet aber eine Woche lang — anders als alle anderen Blätter — einen falschen Namen für das Kind?

Danke an Andreas W. für den Hinweis!