B.Z.  

Das sind KEINE schlechten Journalisten!

Da hatte die „B.Z.“ für ihre Titelseite am Mittwoch aber eine freche Idee:


(Unkenntlichmachung des Gesichts im Original, zusätzliche Unkenntlichmachung von uns.)

Die angekündigte Gegendarstellung gab es dann auf Seite 6:

Gegendarstellung

In der B.Z. vom 22.05.2015 verbreiten Sie auf S. 6 unter der Überschrift „Berlins Unterwelt trauert um ihre Paten“ unter Bezugnahme auf einen Polizeibeamten: „… Mohammed A. sei ein bekannter Zuhälter von der Kurfürstenstraße.“

Hierzu stelle ich fest: Ich bin kein Zuhälter und war es auch noch nie.

Berlin, den 30.05.2015 – Mohamad Aref

Der „B.Z.“-Clou mit der Titelseite: Die Rechtsanwältin und ihren Mandanten ärgern, gleichzeitig aber der Verpflichtung zum Abdruck der Gegendarstellung nachkommen. Oder wie Chefredakteur Peter Huth in der heutigen Ausgabe schreibt:

Die ungewöhnliche Titelseite vom 16. September sollte einerseits den rechtlichen Anspruch von Aref erfüllen, ihn aber auch in Relation zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft bringen. Wenn wir das nicht getan hätten, wären wir schlechte Journalisten.

Und das sind sie bei der „B.Z.“ ja nicht. Aber: Huth schreibt zu der Titelseitenaktion auch:

Das gab (erwartungsgemäß) Ärger — daher musste die Gegendarstellung in der gestrigen Ausgabe noch einmal gedruckt werden.

Also, gestern in der „B.Z.“ — dieses Mal mit der „Anmerkung der Redaktion“, dass Aref recht habe:

Gegendarstellung

In der B.Z. vom 22.05.2015 verbreiten Sie auf S. 6 unter der Überschrift „Berlins Unterwelt trauert um ihre Paten“ unter Bezugnahme auf einen Polizeibeamten: „… Mohammed A. sei ein bekannter Zuhälter von der Kurfürstenstraße.“

Hierzu stelle ich fest: Ich bin kein Zuhälter und war es auch noch nie.

Berlin, den 30.05.2015 – Mohamad Aref – Anmerkung der Redaktion: Mohamad Aref hat recht.

Damit war die Gegendarstellung abgehakt — die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Denn auf der Titelseite am Mittwoch war der Abgebildete nicht nur „KEIN Zuhälter“, sondern auch nicht Mohamad Aref.

Daher sieht die heutige „B.Z.“-Ausgabe so aus:

Und Chefredakteur Peter Huth muss erklären:

WIR HABEN EINEN FEHLER GEMACHT.

Ein Leser und dann auch Frau Bezzenberger wiesen uns darauf hin, dass die Person, die wir gezeigt haben, nicht Aref ist.

Wie konnte das passieren?

Die BZ erreichen täglich Hunderte Fotos von Fotografen. Diese zu archivieren, erfordert eine hohes Maß an Konzentration und Arbeit. Dabei kam es zu einer Verwechslung, für die wir uns bei der gezeigten Person ausdrücklich entschuldigen wollen. Der auf der Titelseite gezeigte Mann hat nichts mit der aktuellen Anklage gegen Mohamad Aref und den Vorwürfen zu tun.

Gestern forderte uns Rechtsanwältin Bezzenberger im Namen ihres Mandanten auf, den Sachverhalt mit der Fotoverwechslung richtigzustellen. Dieser Bitte kommen wir natürlich nach.

Mit Dank an Joshi!