Stern  

Verwechslung mit einem Amokläufer

Die „Bild“-Zeitung, das Pro-Sieben-Magazin „taff“ und die „Welt am Sonntag“ waren nicht die einzigen, die im Bilderrausch nach dem Amoklauf von Winnenden Fotos von Unschuldigen zeigten und behaupteten, es handle sich um den Täter Tim K.

Am Tag der Tat hatte stern.de noch die atemlos bloggenden und twitternden Amateure im Netz, den „Pöbel“, dafür verantwortlich gemacht, dass Unbeteiligte mit dem Amokläufer verwechselt wurden. Die Profis vom „Stern“ dagegen schafften es, noch eine Woche später ein Foto zu veröffentlichen, das ihnen nun folgende Gegendarstellung einbrachte:

Gegendarstellung. In der Ausgabe des stern Nr. 13 vom 19. März 2009 wurde auf Seite 37 rechts oben ein Foto, welches u. a. mich zeigt, mit der Bildunterschrift "Der Sieger: Tim wird 2005 Bezirksjugendmeister im Tischtennis" veröffentlicht. Hierzu stelle ich fest: Das Bild zeigt mich und nicht Tim K[...]. Erdmannhausen, den 23. März 2009 Marius Jenner. Marius Jenner hat recht. Wir bedauern das Versehen. Die Redaktion

Immerhin scheint das im selben „Stern“-Artikel abgebildete „Freundschaftsbuch einer Klassenkameradin“, in das Tim K. als Neunjähriger schrieb, dass seine Lieblingsfarbe „blau“ sei, und in dem er sein Leibgericht mit „Kroketen“ angab, authentisch gewesen zu sein. Das ist doch was.