Gemeinwohl und Privatnutzen

Hätte sie den Begriff nicht gerade erst für einen anderen Laden reserviert, würde die „Bild“-Zeitung Volkswagen angesichts der aktuellen Skandale wohl einen „Saustall“ nennen. Entsprechend flüchtig glaubten die „Bild am Sonntag“-Redakteure Ulrich Deupmann und Holger Karkheck nur hinschauen zu müssen, um auch in anderen Ecken als den bisher bekannten Schmutz zu finden. Und so schrieben sie am gestrigen Sonntag:

Gemeinwohl und Privatnutzen fielen bei Piëch und Hartz, lange Zeit die mächtigsten Männer in Wolfsburg, bisweilen zusammen. Mit ihrer Vision von der „Autostadt Wolfsburg“ (…) schufen sie fast 8000 Arbeitsplätze. Geschäftsführer des Unternehmens ist jedoch nach BamS-Informationen ein Neffe von Ferdinand Piëch, dessen Ehefrau fungiert als „Kreativdirektorin“ und bekam ihren Vertrag trotz Einstellungsstopp.

Der Geschäftsführer der Autostadt, Otto F. Wachs, weiß allerdings nichts von einem Onkel Piëch und lässt ausrichten, er sei weder verwandt noch verschwägert mit dem Aufsichtsrats- und früheren Vorstandschef. Und seine Ehefrau Maria Schneider ist tatsächlich Kreativdirektorin — allerdings schon seit 2002, rund zwei Jahre, bevor VW nach Medienberichten einen Einstellungsstopp verhängte.