Werner D’Inka, Jan Leyk, Gema

1. „‚Der langsame Tod der Auslandskorrespondenten'“
(de.globalvoicesonline.org, Lova Rakotomalala)
Ein Interview mit Anaïs Renevier, die zuletzt im Libanon als Auslandkorrespondentin arbeitete und deren Blogbeitrag „La petite mort des correspondants“ (arenevier.wordpress.com, französisch) viel Aufmerksamkeit erhielt: „Ich kannte die finanziellen Probleme auf allen Ebenen: bei dem regionalen Fernsehsender, bei dem ich von 2011 bis 2012 arbeitete (auf Grund fehlender Mittel hatten wir lange Arbeitstage) und auch bei großen Medien (den folgenden Satz habe ich einige Male zu Hören bekommen: ‚Wir sind an dem Thema interessiert, aber wir haben nicht das Geld, um es zu unterstützen‘). Ich hörte es sogar bei den neuen digitalen Medien, die versuchten, ein neues Modell des Journalismus zu erfinden.“

2. „Wenn Qualitätsjournalisten operieren“
(begleitschreiben.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig beschäftigt sich mit einem Beitrag von FAZ-Mitherausgeber Werner D’Inka: „Warum gibt es eigentlich bis heute keine Selbstverpflichtung von Journalisten, ihre Nebentätigkeiten und (politischen) Zugehörigkeiten offenzulegen? Sie selber fordern Transparenz aller Orten – für sich nehmen sie jedoch großzügig Ausnahmen in Anspruch. Es ist leicht einzugestehen, einen Zahlendreher oder eine Namensverwechslung begangen zu haben. Schwieriger scheint es zu sein, seine außerpublizistischen Aktivitäten darzulegen.“

3. „Warum das Internet gut ist für den Journalismus“
(rolandtichy.de)
Roland Tichy, der lange Jahre für Printmedien tätig war und nun selbst im Netz publiziert, preist das Internet: „Gibt es ein Gesetz, dass Papier Texte veredelt und Internet sich schlecht macht? Und wollte man die Medien an einen Lügendetektor anschließen – der würde bei vielen Internet-Portalen durch die Decke gehen. Aber auch bei vielen gedruckten Medien. Im Gegenteil – was Journalisten zu befürchten haben, ist nicht die Lüge per Internet. Eher, dass das Internet Schwachsinn aufdeckt.“

4. „Gema verlangt Gebühren fürs Volkslieder-Singen“
(shz.de, Hannes Harding und Tobias Fligge)
Post von der Gema: „Ende April teilte die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) der Betreiberin des kleinen Kulturcafés, in dem sich die Senioren treffen, mit, dass sie für das Musizieren zahlen müsse. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die zum Teil dementen Damen mit ihrem Gesang Urheberrechte verletzten.“

5. „MC Hetzer?“
(theeuropean.de, Heinrich Schmitz)
Heinrich Schmitz liest Facebook-Einträge von Jan Leyk: „Ist das ’nur‘ eine neue entfesselte Diskussionskultur im Internet oder ein Vorgeschmack darauf, wie es in Zukunft auf den Straßen zugeht? Leyk ist ja nicht alleine mit dieser Hassrhetorik, er ist nur der bekannteste Y-Promi (seine eigenen Worte), der so vom Leder zieht.“

6. „Im Schmerz geboren“
(walulissiehtfern.de)
Philipp Walulis zeigt auf, wie man „einen langen Printartikel als angesagte Multimedia-Reportage“ recyclet.