„Bild“ und die lange Leitung der ARD

Die ausufernde Berichterstattung über den Amoklauf von Winnenden nimmt die „Bild“-Redaktion nicht so sehr in Beschlag, dass sie sich nicht noch um einen ihrer Lieblingsgegner kümmern könnte, die ARD. Heute erklärt „Bild“ sie wieder einmal zum „Verlierer“ des Tages:

Natürlich haben nicht „alle Privatsender“ live über den Amoklauf berichtet. Genau genommen hat sogar kein privates Vollprogramm sein Programm geändert. Sender wie RTL 2 oder Kabel 1 berichteten erstmals am Nachmittag oder Abend in ihren regulären Nachrichtensendungenen über die Vorfälle.

Und was die „lange Leitung“ angeht:

Um 11:04 Uhr unterbrach die ARD (wie auch „Bild“ schreibt) ihr reguläres Programm für ein dreiminütiges „Tagesschau-Extra“. Weitere Extra-Ausgaben der „Tagesschau“ liefen um 12:00 Uhr (Länge: 17 Minuten), 12:50 Uhr (3 Minuten) und 13:44 Uhr (25 Minuten).

Das ZDF sendete um 11:12 Uhr ein zweiminütiges „heute Spezial“ und berichtete ab 12:00 Uhr mehrmals in seinen regulären Sendungen „heute Mittag“, „Drehscheibe Deutschland“ und „ZDF-Mittagsmagazin“.

RTL begann mit der Berichterstattung in seiner Sendung „Punkt 12“ um 11:56 Uhr. Pro Sieben zeigte um 12:24 Uhr Kurznachrichten, Sat.1 um 12:58 Uhr eine dreiminütige Sondersendung.

Aber tatsächlich übertrug die ARD zwischen 12:17 Uhr und 13:41 Uhr (unterbrochen durch ein kurzes „Tagesschau“-Extra) den Ski-Weltcup und hatte vermutlich das Pech, das gerade in dieser Zeit ein „Bild“-Redakteur vorbeizappte.