Mit Karacho an der Realität vorbei

Vor drei Wochen hat „Bild“ den Fußballer Donis Avdijaj (FC Schalke) umgetauft. Statt „49-Mio-Bubi“ nennt das Blatt ihn jetzt nur noch …



„Crash-Bubi“. Warum? Weil er jung ist. Und — darum:

Der Schalke-Bubi, der eine 49-Mio-Euro-Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hat, hat seinen Sportwagen zerlegt. Der Verdacht: Es passierte bei einem illegalen Auto-Rennen.

So richtige Zweifel schienen die Autoren an diesem „Verdacht“ aber nicht zu haben: Avdijaj habe den Lamborghini „verfolgt“ hieß es im Artikel, und sei ihm dann reinge“rauscht“:

Laut Augenzeugen sollen die Autos bis zu 160 km/h schnell gewesen sein und sich ein spontanes Rennen geliefert haben.

Kurz darauf sprach Bild.de dann auch unmissverständlich von „Raserei“ und schrieb auch in den darauffolgenden Tagen:

Avdijaj raste in einen Lamborghini.

Während „Bild“ sich schon munter ausmalte, was dem Spieler wegen nun „blühen“ könnte („Crash-Konsequenzen“, „Abmahnung“, „Schrottet er jetzt seine Karriere?“), sagte Schalke-Manager Horst Heldt:

„Wir wollen ihn nicht vorverurteilen, warten die Ergebnisse der Polizei-Ermittlungen ab.“

Und die liegen laut DerWesten.de nun vor. Demnach war der wilde „Crash-Bubi“ mit sage und schreibe 36 km/h (!) unterwegs, als er in den Lamborghini „raste“.

Avdijaj habe eine kleine Geldsumme bezahlen müssen und seinen Führerschein wiederbekommen. Die angeblichen Augenzeugen, auf die sich „Bild“ berufen hatte („160 km/h“), hätten sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet.

Mit Dank an Max und Robin L.! Siehe auch: Die 36 km/h-Raserei (koenigsblog.net)