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„Bild“ erklärt falschen Mann für tot

Gestern berichtete „Bild“-Reporter Jörg Völkerling über einen Unfall in Bayreuth, bei dem ein junger Mann ums Leben gekommen ist und ein weiterer schwer verletzt wurde.

Unter einem der kleineren Fotos steht:

[W.] (19) starb beim Aufprall des Wagens

Natürlich schreibt „Bild“ nicht „W.“ , sondern den vollen Vornamen des Mannes, seinen Spitznamen und abgekürzten Nachnamen, und natürlich sind die Fotos im Original nicht verpixelt. Als Foto-Quelle steht dort „Privat“, was so viel heißt wie: „bei Facebook geklaut“.

Damit pfeift das Blatt mal wieder auf die Persönlichkeitsrechte des Opfers — und auf den Pressekodex, nach dem die Identität von Opfern „besonders zu schützen“ und „für das Verständnis eines Unfallgeschehens […] in der Regel unerheblich“ ist.

Aber nicht nur das: „Bild“ hat sich außerdem mal wieder durch das falsche Facebook-Profil gewühlt. Das Foto zeigt nicht den verstorbenen Fahrer, sondern den Beifahrer, der verletzt überlebt hat.

Es ist schon mindestens das zweite Mal in diesem Jahr, dass sich die Fotojäger von „Bild“ in ihrer blinden Gier am falschen Facebook-Profil bedienen. Erst vor drei Monaten hatte die „Bild am Sonntag“ einen Unschuldigen zum Mörder erklärt, weil er bei Facebook zufällig genauso heißt wie der Verdächtige in dem Fall. Und 2012 erklärte „Bild“ eine junge Frau für tot, die mit dem Mord, um den es ging, nicht das Geringste zu tun hatte.

Immerhin hat sich das Blatt heute per Mini-Korrektur für den „bedauerlichen Fehler“ von gestern entschuldigt: