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Klaas will nicht mit „Bild“ sprechen

Die „Bild“-Zeitung liebt Klaas Heufer-Umlauf, diesen „TV-Witzbold“ (Bild.de) und „Moderatoren-Spaßvogel“ (Bild.de), der ja so „herrlich abgedreht“ ist (Bild.de) und „immer einen lustigen Spruch auf den Lippen“ hat (Bild.de).

Allerdings scheint diese Liebe nicht gerade auf Gegenseitigkeit zu beruhen.

Vor anderthalb Wochen hat Heufer-Umlauf den „Fernsehgipfel“ auf den Medientagen in München moderiert. Im Vorfeld hatten die Organisatoren einige Journalisten zu einer Telefon-Pressekonferenz eingeladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, „Herrn Klaas Heufer-Umlauf direkt fragen zu können, warum er die Moderation des Fernsehgipfels übernommen hat, wie er sich auf seine Moderation inhaltlich vorbereitet hat“ und so weiter.

Die „Bild“-Zeitung wurde aber kurzfristig wieder ausgeladen.

Der Geschäftsführer der Medientage erklärte später in einer Mail, die von „Bild“-Chef Kai Diekmann bei Twitter veröffentlicht wurde:

Uns wurde vom Management von Klaas Heufer-Umlauf kurz vor dem Telefoninterview kommentarlos mitgeteilt, dass Herr Heufer-Umlauf nicht wünschen würde, dass die Bild an dieser Telefon-Konferenz teilnimmt.

So fand die Konferenz dann auch statt: ohne „Bild“.

Darüber war Kai Diekmann eher weniger begeistert. Sein Kommentar:

In der Mail an „Bild“ betont der Geschäftsführer der Medientage übrigens noch mehrmals, wie unendlich leid ihm die Sache doch tue. Er und seine Kollegen hätten „Bild“ sehr gerne dabei gehabt, schließlich seien die „Bild München, die Bild und der Axel Springer Verlag“ in den vergangenen Jahren „treue und verlässliche Partner“ gewesen. Und dann so was! Er schreibt: „Uns hat das gar nicht gefallen“.

Uns schon.

Nachtrag, 5. November: In der ZDF-Sendung „Pelzig hält sich“ hat Heufer-Umlauf gestern über die Sache gesprochen (Mediathek, ab ca. 56:00):

Pelzig: Was ich bei Ihnen wirklich klasse finde: Sie wollen natürlich Karriere machen, das wollen ja alle, aber nicht um jeden Preis. Jetzt habe ich gelesen, Sie hätten sich geweigert, mit der „Bild“-Zeitung zu reden, obwohl die Sie so lieben, und die waren total beleidigt. Da hat man aber schon Eier!

Heufer-Umlauf: In diesem Fall war es ein bisschen eine komische Kommunikation, die tatsächlich nicht so genau war, aber ich glaube, wenn eine Zeitung, und da geht’s nicht um die „Bild“-Zeitung, sondern um welche Zeitung auch immer, ein Foto abdruckt, was heimlich gemacht wurde, und da ist mir egal, welcher Verlag, welche Zeitung das macht, dass man da ein irritiertes Verhältnis dazu hat, ist ja klar.

Pelzig: Ach, die haben ein heimliches Bild gemacht?

Heufer-Umlauf: Naja, das ist ja keine neue Sache. In diesem Fall muss man sagen, und das muss man der kompletten Wahrheit getreu noch hinzufügen, dass das eine Pressekonferenz war, zu der man selber natürlich kein deutsches Medium ein- oder auslädt, weil das ist eine öffentliche Pressekonferenz, das hätte ich so nicht gemacht, aber dass man grundsätzlich — und das beschränkt sich nicht auf diese Zeitung, da gibt’s auch ein paar andere, da gibt’s auch eine Zeitung, die „Closer“ heißt, die komplett davon lebt, dass man einfach nur heimlich gemachte Fotos veröffentlicht und dann damit rechnet, dass man verklagt wird — ich finde, das übertritt eine gewisse Moral, an die man sich auch als Boulevardmedium halten kann.

Mit Dank auch an @macerarius.