Goldhase, Heuschrecke, MAZ

Unsere Presseschau heute mit Anleitungen zur Heuschreckenbekämpfung, einem unauffälligen 8-Meter-Goldhasen und einem Blogger, der wegen „Verbreitung von Falschinformationen“ verhaftet wird.

1. „Blogger wegen Verbreitung von Gerüchten verhaftet“
(nzz.ch, bbu.)
Ein 30-jähriger, arbeitsloser „Akademiker mit dem Nachnamen Park, der unter dem Pseudonym ‚Minerva‘ bloggte“, wurde am Samstag wegen „Verbreitung von Falschinformationen“ verhaftet. „Der verhaftete Blogger muss sich jetzt wegen Verstosses gegen das Kommunikationsgesetz verantworten. Dieses verbietet die ‚Verbreitung fehlerhafter Informationen‘ im Netz.“

2. „So vertreiben Sie die Heuschrecken“
(taz.de, S. Grimberg & K. Raab)
Die Freude der Medien über den gescheiterten Investor David Montgomery ist gross. So schreibt die taz gleich eine Gebrauchsanweisung zur Vertreibung der „Heuschrecken“. Beispiel: „Malen Sie Schilder, auf denen durchgestrichene Heuschrecken zu sehen sind!“. Oder: „Suchen Sie per Anzeige in der taz einen großen anständigen deutschen Zeitungsverlag, der von einem Patriarchen alten Schlags geführt wird!“

3. „Sind Sie dümmer als ein Journalist?“
(20min.ch)
Bei der „MAZ, der Schweizer Journalistenschule in Luzern“, kann sich jeder an Prüfungsbeispielen zu den „Aufnahmeprüfungen für die Diplomausbildung Journalismus“ versuchen. Blogger unwichtig.ch hat es versucht und nach eigenen Angaben einen flüchtig ausgefüllten Test „mit eher strenger Korrektur“ knapp bestanden.

4. Interview mit Peter Turi
(basicthinking.de, Robert Basic)
„turi2 hat 2008 netto Werbung im Wert von knapp 275.000 Euro geschrieben. Das ernährte 4 Redakteure voll und einige halb. Außerdem blieb noch genug Geld übrig, um drei vollstaendige TV-Equipments mit Kamera, Ton, Licht und Schnittcomputer zu kaufen.“

5. „Gericht: Sat.1-Osterhase war Schleichwerbung“
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Was denken Sie? Ist ein in die Deko gestellter und mehrfach im Bild gezeigter, acht Meter großer Goldhase mit rotem Halsband und Schriftzug eines bekannten Herstellers Schleichwerbung oder nicht?

6. „Schuh-Verbot für Journalisten“
(derstandard.at)
Die Zeitschrift „Eesti Ekspress“ schrieb scherzhaft, „als Konsequenz aus dem Angriff auf Bush müssten in Estland Journalisten in Zukunft barfuß zu Pressekonferenzen erscheinen und dürften bei frostigen Temperaturen höchstens Wollsocken anziehen.“ Was die Webseite lenta.ru und andere russische Medien „völlig ungeprüft“ als Tatsache übernehmen.