Da pimpt was nicht

Es gibt „Pimp Daddy“-T-Shirts, „Pimp Daddy“-Zigarettenpapiere und „Pimp Daddy“-Zigarettendrehmaschinen, „Pimp Daddy“-Goldkettchen, „Pimp Daddy“-Hüte, „Pimp Daddy“-Puppen, andere „Pimp Daddy“-Puppen und andere „Pimp Daddy“-T-Shirts – und es gibt (jedenfalls laut Bild.de) einen „neuen Trend aus Amerika“: das „Pimpen“!

Lesen wir doch mal rein, was Bild.de so schreibt:

(…) Der neue Protz-Trend kommt – logisch – aus den USA. Dort haben Rap-Ikonen wie Snoop Dogg, 50 Cent oder Namensgeber Pimp Daddy eine Pimp-Mania ausgelöst. (…)

Aha, möchte man da sagen. Oder doch lieber: Ach ja?

Denn selbst, wenn wir den Trendscouts von Bild.de nicht unterstellen wollten, dass sie womöglich was verwechselt und peinlicherweise nicht „Pimp Daddy“ sondern Puff Daddy bzw. P. Diddy gemeint haben könnten (ja, sogar, wenn man nach längerem Suchen tatsächlich einen irrelevanten Rap-Musiker gleichen Namens ausfindig zu machen vermag), geht die angebliche „Pimp-Mania“ natürlich mitnichten auf irgendeine namensgebende Rap-Ikone zurück, sondern – wie die „Pimpen“-Experten von Bild.de leider verschweigen – bloß auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes pimp, also „Zuhälter“, weshalb dann auch der Begriff Pimp Daddy nichts anderes bezeichnet als ein dazugehöriges (nicht nur in Rapper-Kreisen beliebtes) Klischee, das in den letzten Jahren durch Lieder wie dieses, TV-Sendungen wie diese und diese oder sowas noch populärer wurde.

Mit anderen Worten: Die Bild.de-Mär vom „Namensgeber Pimp Daddy“ ist ebenso dumm wie dreist (insbesondere dort, wo dann auch noch von „weiblichen Pimps“ und dem „Pimp-Doc“ die Rede ist), wäre aber kaum der Rede wert, zeigte sie nicht, wie man im Hause „Bild“ sogar bei unreif zusammengeschusterten Artikelchen ungeniert drauflosfantasiert.

Mit Dank an Perry für die Anregung.