BILD, ZDF, Homer Simpson

1. „Wie die Bild-Zeitung den Nahost-Konflikt nutzt, um Hass zu schüren“
(facebook.com, Hakan Tanriverdi)
„Für jede muslimische Person in Deutschland sind Kommentare wie dieser hier ein weiterer Grund, daran zu zweifeln, ob es je möglich sein wird, ein Leben in diesem Land zu führen ohne permanent gebrandmarkt, in Frage gestellt und hinterfragt zu werden.“ Die Islamophobie von Nicolaus Fest (bild.de) hat auch bei Bastian Brinkmann und Jonas Jansen (twitter.com), dem Löschbeirat, Enrico Ippolito (taz.de) sowie zahlreichen Politikern (zeit.de) Empörung ausgelöst. Stefan Niggemeier beleuchtet frühere Aufreger-Texte von Fest und legt Kai Diekmann eine Kündigung nahe – was dieser zwar als „Quatsch!“ (twitter.com) abtut, sich aber dennoch zu einer Reaktion (bild.de) genötigt sieht und Özcan Mutlu einen Gastkommentar einräumt.

2. „Keine Angst vor dem Mindestlohn für Hospitanten“
(netzkolumnistin.de, Angela Gruber)
In der „Zeit“ warnen Jana Goia Bauermann und Alina Fichtner vor den schädlichen Auswirkungen des Mindestlohns für die Medienbranche. Angela Gruber hat kein Verständnis für diese Argumentation. Auch Christian Jakubetz fragt: „Wer will eigentlich künftig noch mit uns arbeiten?“

3. „Krieg der Bilder – und der Blick dahinter“
(tagesanzeiger.ch, Simon Widmer)
Ukrainische und westliche Medien zeigen Fotos prorussischer Rebellen, die angeblich Leichenfledderei an den Opfern des MH17-Unglücks betreiben. Gut möglich, dass sie es sich damit zu einfach machen.

4. „Angebliche ZDF-Zensur: Die anlasslose Unwahrheit“
(netzexil.de, Horst Schulte)
Nach einer Klage der „Zeit“-Journalisten Josef Joffe und Jochen Bittner hat ein Gericht das ZDF gezwungen, eine Folge der Satiresendung „Die Anstalt“ aus der Mediathek zu entfernen. Obwohl das ZDF die einstweilige Verfügung nicht unterschrieben hat gegen die einstweilige Verfügung vorgehen und den Weg in die nächste Instanz suchen wird, macht das Blog „Die Propagandaschau“ daraus eine „Zensur des ZDF“ und bekommt viel Zuspruch für den (inhaltlich falschen) Vorwurf.

5. „Bitte recht israelfreundlich!“
(taz.de, Dorothea Hahn)
Drei US-amerikanische Journalisten von NBC, MSNBC und CNN haben kritisch über die Rolle Israels im Nahostkonflikt berichtet. Die Folge: „Einer wurde ausgetauscht, die zweite musste nach Moskau gehen, die dritte verlor Einladungen im Fernsehen.“

6. „Wie Homer Simpson unsere politische Meinung formt“
(dradiowissen.de, Katrin Ohlendorf)
Carsten Wünsch ist Medienwirkungsforscher. Als solcher untersucht er, ob sich fiktionale Medieninhalte auf unser Denken auswirken und „konnte nachweisen, dass Filme oder Serien unsere politischen Einstellungen beeinflussen und sich auch auf die journalistische Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Fragen auswirken.“