Überraschend ist etwas anderes II

Amigo-Affäre um Grünen-Chefin Roth — Warum bekam ihr Freund so lukrative Staatsaufträge?

So schrieb „Bild“ am 20. April 2005. Die Antwort auf die von „Bild“ gestellte Frage muss offen bleiben, denn Roths Freund bekam die „lukrativen Staatsaufträge“ schon, als er noch gar nicht ihr Freund war, was es ein bisschen knifflig macht, darin eine wie auch immer geartete „Amigo-Affäre“ zu sehen.

Erstaunlicherweise blieb die „Bild“-Zeitung dennoch bei ihrer Darstellung, und Claudia Roth musste sich ihr Recht auf eine Gegendarstellung erst vor Gericht erkämpfen. Heute nun steht sie im Blatt. Und der Artikel, von dem ein „Bild“-Sprecher zuletzt noch sagte, die Fakten seien korrekt und man habe sich nichts vorzuwerfen, ist spurlos aus dem Online-Angebot verschwunden.

Korrektur, 14. Mai: Nur der Online-Ableger von „Bild“ hat die Gegendarstellung akzeptiert und gedruckt. Die „Bild“-Zeitung geht weiterhin juristisch dagegen vor.

Nachtrag, 13.6.2005:
Über den aktuellen Stand der juristischen Auseinandersetzung informiert heute (unter dem Titel „Vorentscheid für Roth“) die kommerzielle Dementi-Plattform Fairpress.biz von Ex-„Bild“-Chef Udo Röbel.