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Die bittere Rache II

Dass die Springer-Blätter politisch auf einer Linie fahren, ist nicht neu, auch nicht, dass sie sich gegenseitig helfen, indem sie die selben Texte drucken. Dass die Bild-Zeitung aber ihre Macht missbraucht, um das rechtswidriges Vorgehen eines Hausblättchens zu rächen, ist eine neue Qualität.

Schreibt die „Berliner Zeitung“ in einem Artikel über die „widerliche Kampagne“, die „Bild“ gerade (wie berichtet) gegen die Schauspielerin Alexandra Neldel fährt.

Der Hintergrund: Die Springer-Jugendzeitschrift „Yam“ hat — offenbar rechtswidrig — ein acht Jahre altes Nacktfoto veröffentlicht, das Neldel exklusiv für den „Playboy“ gemacht hat. Als die Schauspielerin jetzt juristisch dagegen vorging, zeigte „Bild“ ebenfalls die nackte Neldel vom „Playboy“-Cover. Dabei hat laut „Berliner Zeitung“ ein Gericht dem Blatt die Veröffentlichung der „Playboy“-Fotos schon 1998 ausdrücklich verboten. Neldels Anwalt sagt, „Bild“ habe „in Kenntnis des Verbots gegen Recht und Gesetz verstoßen“.

Im vergangenen Jahr hat „Bild“ bereits eine ähnliche Kampagne gegen die Schauspielerin und frühere Porno-Darstellerin Sibel Kekilli gefahren. Dafür wurde sie vom Presserat im Dezember 2004 gerügt. Auch über ein halbes Jahr später hat „Bild“ diese Rüge — entgegen den Gepflogenheiten und der eigenen „journalistischen Richtlinien“ — noch nicht im Blatt abgedruckt.