Ein Klassiker

Im Jahr 1967 drehte Sergio Leone den Italowestern „The Good, the Bad and the Ugly“. Ebenfalls 1967 formulierte der „Bild“-Erfinder Axel C. Springer seine Unternehmensgrundsätze, zu denen (bis 1990) auch das „Eintreten für die friedliche Wiederherstellung der deutschen Einheit“ gehörte. Und am 17. Juni verleiht das „Kuratorium Deutsche Einheit“ bei Geisa in der Rhön den diesjährigen „Einheitspreis“ „Point-Alpha-Preis“ an Michail Gorbatschow, George Bush und Helmut Kohl.

Und man mag sich die hitzigen Diskussionen in der „Bild“-Redaktion gar nicht vorstellen, als es darum ging, zu entscheiden, welcher der drei Preisträger den über 12 Millionen „Bild“-Lesern heute als „Gewinner“ des Tages ans Herz gelegt werden sollte:

Michail Gorbatschow etwa für sein beherztes Eintreten gegen den Kalten Krieg?

Oder vielleicht George Bush für sein beherztes Eintreten gegen den Kalten Krieg?

Oder doch lieber Helmut Kohl für sein beherztes Eintreten gegen den Kalten Krieg?

Entschieden hat sich „Bild“ am Ende für den Trauzeugen des Chefredakteurs. Und Sergio Leones Westernklassiker heißt auf deutsch bekanntermaßen „Zwei glorreiche Halunken“.