Fingerkuppen, Bullshit, Paparazzi

Preisträger preisen Papier, Paparazzi sind kein Problem, Posener findet Bullshit und bei Veränderungsprozessen tun sich die etablierten Mitspieler am schwersten. Die Presseschau.

1. „Wozu noch Zeitungen?“
(sueddeutsche.de)
Sueddeutsche.de findet drei „Preisträger“, die erklären, warum „die Print-Branche wird auch morgen noch dringend benötigt“ wird. Seltsame Oden an raschelndes, totes Holz und an schwarze Fingerkuppen – liest man denn Zeitungen nicht wegen dem Inhalt?

2. Bullshit-Erkennung mit Alan Posener
(welt.de, Video, 3:34 Minuten)
Alan Posener hat seit einiger Zeit bei Welt Online eine neue, eigene Blattkritik-Videokolumne, in der er Zeitungsschlagzeilen auf Bullshit abcheckt. Findet er welchen, drückt er den Bullshit-Button. Und dann wirft er die Zeitung ordentlich neben sich zu Boden.

3. „Die Deutschen schnappen uns die Frauen weg“
(madial.blogspot.com)
„Die Deutschen, so heisst es in Anführungsstrichen im Titel [tagesanzeiger.ch], schnappen uns die Frauen weg! Was dann folgt, ist eine einzige Demontage des im Titel angedeuteten Problems.“

4. „Lust und Frust im Automobiljournalismus“
(medienheft.ch, Marlis Prinzing)
„Der Generaldirektor der Toyota AG, Philippe Rhomberg, klagte bei einer Fachtagung des ‚Autogewerbeverbands Schweiz‘ (AGVS): ‚Wir tauchen erst hinten im Auto-Teil auf, die Schlagzeilen vorne gehören den Auto-Gegnern: Die Spiesse sind nicht gleich lang.'“

5. „Journalismus 2.0: Tageszeitungen gibts noch lange!?“
(bernetblog.ch, Marcel Bernet)
Marcel Bernet kommentiert eine Podiumsdiskussion mit den Teilnehmern Res Strehle, Sacha Wigdorovits, Bernhard Maissen, Norbert Neininger, Peter Hogenkamp: „Über zehn Jahre lang haben die Schweizer Verleger sich mit Erfolg gegen alle Web-Aktivitäten gesperrt. (…) Wie immer in solchen Veränderungsprozessen tun sich die etablierten Mitspieler am schwersten mit der Veränderung. Wo ist das neue Geschäftsmodell? Das Verleger-Motto scheint zu lauten: Ich mache so lange nicht mit bei allem, was mich gefährdet, bis ich muss. Von Gratiszeitung bis Online.“

6. „Das einzige Problem sind die Amateure“
(20min.ch, Philipp Dahm)
Der „Promi-Bilder-Händler“ Heiko Schönborn glaubt nicht, dass es ein Paparazzo-Problem gibt und hat auch kein Mitleid mit den Promis. Er erweckt den Eindruck, dass alles super wäre, wenn es nur Profis gäbe: „Das Verhalten der Amateure ist genau so mangelhaft wie ihre Ausrüstung. Diese Goldgräber prägen den Ruf der Paparazzi, aber die Darstellung der Verhältnisse ist stark übertrieben.“