Newsnetz, Alterman, Interpunktion

Das Durchschnittsalter des US-Zeitungslesers ist 55, Ueli Haldimann lobt sich selbst und das Newsnetz klaut – einen Screenshot. Die Presseschau.

1. „Sind Journalisten Blogger?“
(feynsinn.org)
Sowohl sueddeutsche.de („1:0 für Blogger„) als auch spiegel.de („Wie Blogger den DFB bloßstellten„) berichten über den Fall Weinreich/Zwanziger. Das Blog „Feynsinn“ meint, „Blogger müssen nicht über ihre ‚Chancen‘ belehrt werden“, denn die „noch kleine Öffentlichkeit“ gibt es längst. „Wenn ‚Print‘ aus Geldmangel nicht völlig untergehen soll, weil sich nur noch Titten-und Hitlerjournaille verkaufen läßt, muß es einen dritten Weg geben. Eine Kooperation von noch-Bloggern und noch-Journalisten bis hin zur Unkenntlichkeit der Clubfarben und völlig neue Formen der medialen Öffentlichkeit werden die Zukunft sein.“

2. „newsnetz klaut bilder bei blogger bö“
(benkoe.ch, Thomas Benkö)
Statt Screenshots selbst zu machen, bedient sich das hinter tagesanzeiger.ch stehende Newsnetz bei Bloggern, ohne Verweis. Der Blogger schickt eine Rechnung, doch beim Newsnetz ist man sich keiner Schuld bewusst: „Urheberrechtlich geschützt sind im Internet nur Werke, Screenshots gehören nicht dazu.“ Doch der Screenshot ist bearbeitet – ist ein Werk von Sekunden kein Werk?

3. „Faux-Pas“
(sauglattismus.blogspot.com, Köbi Bünzli)
Roger Köppel spricht beim just zur Bekanntgabe der UBS-Staatsunterstützung erschienenen Cover „La crise n’existe pas“ von einem „Faux-Pas“: „Fuer einmal hat die Weltwoche, was sie sonst nicht macht, den Aussagen unseres Bundespraesidenten, der NZZ und dem UBS-VR sowie dem Economiesuisse-Chef vertraut. Wird nicht mehr vorkommen.“

4. Interview mit Eric Alterman
(sueddeutsche.de, Leif Kramp und Stephan Weichert)
„Das Durchschnittsalter des US-Zeitungslesers beträgt 55 Jahre und steigt weiter. Ältere Generationen sind mit der Zeitung sozialisiert worden und gewohnt, dafür zu zahlen. Junge Mediennutzer dagegen informieren sich längst woanders, wobei wichtige Nachrichten immer noch aus professionellen Redaktionen stammen – woher auch sonst? Ich frage mich aber, ob Werbekunden gewillt sind, höhere Anzeigenpreise im Online-Markt zu bezahlen, um Nachrichten zu finanzieren, die nicht unbedingt ein breites Publikum erreichen? Vermutlich nicht.“

5. „Nachhaltigkeit im Journalismus“
(cr.blog.sf.tv, Ueli Haldimann)
Wenn es sonst niemand tut, dann tut man selbst. Ueli Haldimann, aktuell Chefredakteur des Schweizer Fernsehens, lobt seine eigene journalistische Nachhaltigkeit anhand eines Beispiels aus den 90ern-Jahren. Wir gratulieren!

6. „Journalistische Interpunktion“
(umblaetterer.de, Marcuccio)
„Kleist-Sätze und Satz-Kleister“