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Die New York Times soll per sofort seine Printausgabe einstellen und online gehen, bei Heise werden Forenbeiträge gelöscht und in der dpa geht das Gerücht um, die WAZ wolle kündigen. Unsere tägliche Presseschau.

1. „Wo sind all die Beiträge hin?“
(heise.de/tp/blogs, Bettina Winsemann)
„Die Debatte um das ‚digitale Vergessen‘ ist weiterhin eine der grundlegenden Debatten rund um das Thema Daten(schutz/speicherung/löschung). Ein Beispiel hierfür ist die geplante Löschung der Forenbeiträge, die älter als 2 Jahre sind, bei Heise Online.“

2. „Kündigt WAZ die Agentur dpa?“
(ruhrbarone.de, David Schraven)
„Es gibt ein neues heißes Gerücht in der Ruhrstadt. Und zwar scheint es, als plane Ulrich Reitz, Chefredakteur der WAZ, die Nachrichtenagentur dpa zu kündigen. Das zumindest wird in den Fluren der dpa geflüstert.“

3. „Die große Verkrampfung“
(miriammeckel.de)
Miriam Meckel über schiefgegangenen Mid-Risk-Journalismus, ein „Vabanquespiel“: „Journalismus ist manchmal ein Spiel, in dem man alles auf eine Karte setzen kann. Tut man das, ohne die anderen Mitspieler zu beobachten, ist man womöglich schnell auf der Seite der Verlierer. Darin unterscheiden sich Medien- und Finanzwelt gar nicht so sehr.“

4. „Cooler Journalismus ohne Tiefgang“
(stoehlker.ch/weblog)
Klaus J. Stöhlker hat das schweizer Branchenmagazin „persönlich“ gelesen und zieht folgendes Fazit über den Chefredakteur: „Matthias Ackeret liefert Gefälligkeits-Journalismus, ganz wie bei Christoph Blocher.“. Eine neue Haltung ist das nicht, schon vor einem Jahr hat Stöhlker Ackeret per Zeigefinger gemahnt.

5. „PR Online (2)“
(coffeeandtv.de, Lukas)
Der Onine-Auftritt der Rheinischen Post, RP Online, stellt eine Pressemitteilung für einen Reiseveranstalter inkl. Telefonnummer als kaum veränderten redaktionellen Inhalt online („Beratung und Buchung erfolgen sieben Tage die Woche von 8 bis 22 Uhr unter 0180 5/70 20 70* für Aldi Nord und 0180 5/70 30 70* für Aldi Süd durch Urlaubsexperten“). Darauf hingewiesen, stellen die Verantwortlichen den Text offline.

6. Marc Andreessen im Interview
(portfolio.com, Kevin Maney)
Internetpionier Marc Andreessen empfiehlt der New York Times per sofort die Printausgabe einzustellen: „Shut off the print edition right now. You’ve got to play offense.“