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Der Kampf um Schumachers Privatsphäre

Wenigstens mit diesen unsäglichen Kliniktür-Klickstrecken haben sie aufgehört. Aber in Ruhe lassen die Medien Michael Schumacher immer noch nicht. Statt Fotos von seinen Angehörigen verbreiten sie jetzt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Und Schumachers Managerin Sabine Kehm muss immer wieder „eindringlich“ aber erfolglos darum bitten,

das Arztgeheimnis zu respektieren und sich ausschließlich an die Informationen des zuständigen Ärzte-Teams oder Managements zu halten, die die einzigen gültigen Informationen sind.

Vergangene Woche widersetzte sich „Bild“ dieser Bitte ein weiteres Mal und titelte:Neue Sorge um Schumi - Lungen-Entzündung im Koma!

JETZT MÜSSEN SICH DIE FANS NEUE SORGEN MACHEN: Bei Schumi wurde nach BILD-Informationen in der vergangenen Woche eine Lungenentzündung diagnostiziert! Die Folgen sind noch nicht absehbar.

Die „BILD-Informationen“ wurden von anderen Medien rasch verbreitet, auch wenn Schumachers Managerin die Spekulationen nicht hatte kommentieren wollen.

Zwei Tage spätere berichtete „Bild“ dann erneut über Michael Schumacher — und im vorletzten Absatz hieß es plötzlich:

BILD hatte berichtet, dass in der vergangenen Woche eine Lungenentzündung diagnostiziert worden war. Die Erkrankung liegt aber schon weiter zurück und stellte in dieser Woche nach neuesten Erkenntnissen keine akute Gefahr mehr da.

Da hatte die Nachricht von der „Schockdiagnose“ aber schon längst die Runde gemacht — und unter anderem zu solchen Artikeln geführt:

Michael Schumacher - Jetzt liegt alles in Gottes Hand! - Die schwere Lungen-Entzündung - Die letzten Stunden im Krankenhaus

Der Feind in seinem Körper – er macht alles kaputt. Die schreckliche Schock-Nachricht aus Grenoble: Schwere Lungenentzündung. Ausgerechnet jetzt! Das Leben von Michael Schumacher, 45, steht auf Messers Schneide. Sein Schicksal liegt nun allein in Gottes Hand. Dabei hatte es doch schon so gut ausgesehen …

Schumachers Managerin hat kurz nach dem „Bild“-Bericht doch noch eine Stellungnahme abgegeben. Darin bittet die Familie abermals um Verständnis, „wenn sie medizinische Einzelheiten weiterhin nicht diskutieren möchte, um Michaels Privatsphäre zu schützen“ und stellt abermals klar: „Wie bereits von Anfang an versichert, werden wir entscheidende Neuigkeiten im Gesundheitszustand Michaels weiterhin bekanntgeben. Wir sind uns dabei bewusst, dass die Aufwachphase lange dauern kann.“

Auch die „Bild“-Zeitung zitiert diese Passagen. Und es klingt wie Hohn, wenn sie hinterherschiebt:

Um die Privatsphäre von Schumi und seiner Familie kämpft die Managerin seit dem Unfall vehement.