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Das ZDF weicht der Qualitätsdebatte aus, Gottschalk ist „Deutschlands unersättlichster Opportunist“ und Wähler glauben, dass Journalisten Obama überdurchschnittlich lieben. Unsere tägliche Presseschau.

1. „Das ZDF hat’s nicht begriffen“
(stefan-niggemeier.de)
„Es ist entlarvend, dass das ZDF den unfairen Kritiker Reich-Ranicki für seine ahnungslose Pauschalkritik mit einer Sendung belohnte, die Kritikerin Heidenreich für ihre begründete Pauschalkritik aber bestrafte, indem es ihr die Sendung wegnahm.“

2. „Das Prinzip Gottschalk“
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Tobias Kniebe)
„Deutschlands unersättlichster Opportunist“, Thomas Gottschalk: „Nein, ein lebensfähiges Modell für das Älterwerden von deutschen Fernsehlegenden scheint noch nicht gefunden zu sein, und für Gottschalk könnte dieser Prozess, wenn die Locken endgültig zu dünn werden und die ’schrillen‘ Klamotten um seine Glieder schlackern, noch hart werden.“

3. „‚Mopo‘-Chefs machten Geschäft mit Osmani“
(abendblatt.de, Gita Ekberg und Matthias Rebaschus)
„Josef Depenbrock und Hans Barlach kauften Immobilie am Hafenrand im Wert von rund zehn Millionen Euro.“

4. „Die Fernsehauswanderer“
(freitag.de, Helmut Merschmann)
„Um an gutes Fernsehen zu gelangen, muss man noch verschlungenere Wege antreten. Durch den Sohn eines Schwagers einer entfernt Bekannten werden mir gelegentlich amerikanische Fernsehserien zugespielt. Sie stammen aus dem Internet.“

5. „Politischer Kampf als Wellnessprogramm“
(dradio.de, Michael Klonovsky)
Michael Klonovsky, Chef vom Dienst bei Fokus, glaubt, „ein Gutteil des vermeintlichen Kampfes gegen ‚rechts'“ sei „nichts weiter als ein seelisches Wellnessprogramm für seine Betreiber“: „Die meisten, die sich dabei hervortun, haben ja noch nie einen Rechten, geschweige einen veritablen Neonazi gesehen. Das Risiko, sich bei diesem Kampf eine Beule zu holen, tendiert also erfreulich gegen Null, während die Lorbeeren garantiert sind.“

6. „Most Voters Say News Media Wants Obama to Win“
(pewresearch.org)
Nicht nur Spiegel Online – auch die amerikanischen Medien lieben den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama überdurchschnittlich und möchten, dass er gewinnt. So sehen es jedenfalls die Wähler.