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Der Tagesspiegel titelt wie eine Boulevardzeitung und Jo Groebel sagt auch nichts anderes als „der grundlos erregte Mann auf der Straße“. Unsere tägliche Presseschau.

1. „Jo Groebel“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier über einen von vielen deutschen Medien sehr regelmässig herbeigezogenen „Medienexperten“: „Groebel sagt den Qualitätsmedien wie der Berliner Quatschzeitung ‚B.Z.‘ nichts anderes als das, was der grundlos erregte Mann auf der Straße auch sagen würde, adelt es aber durch den Titel ‚Professor‘ und durch die Logik, dass er sich so oft öffentlich zum Thema Fernsehen äußert, dass er sich damit einfach auskennen muss.“ Dazu eine Entgegnung von Jo Groebel.

2. „Der Medienunternehmer Roger Schawinski im Interview“
(nzz.ch, Sacha Batthyany)
„Wenn ich auf DVD amerikanische Serien schaue wie ‚The West Wing‘, lerne ich mehr über das Weisse Haus, als wenn ich zehn Jahre lang die ‚New York Times‘ und die NZZ lese. Die Staffeln von ‚The Sopranos‘ sind schlicht genial, das ist Shakespeare der heutigen Zeit.“

3. Bild macht Konservativen zum Rechtsextremen
(sueddeutsche.de, Marc Felix Serrao)
„Bild bezeichnet den Chef eines konservativen Online-Magazins ohne Rücksicht auf dessen Protest als ‚Rechtsextremen‘ – jetzt nehmen ihn selbst linke Blogger und der Verfassungsschutz in Schutz“. Die Entgegnung des Bloggers auf blauenarzisse.de.

4. „20 beliebte Sätze in 20 Jahren Blattkritik“
(derstandard.at)
Zu 20 Jahren Der Standard viele Listen mit 20 Punkten. Punkt 19 der beliebten Blattkritik-Sätze: „Warum haben wir das nicht?“

5. „Die Revolutionäre des Web 2.0“
(cicero.de, Robin Meyer-Lucht)
„Eine Gruppe junger Online-Pioniere lehrt die etablierten Verleger das Fürchten.“

6. „Irre: ARD steigt bei Friedenspreis plötzlich aus“
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Ein Titel wie in der Bild-Zeitung: „Heilige Einfalt, was ist da in die ARD gefahren? Das Erste hat die Übertragung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am Sonntagmittag abrupt abgebrochen.“