Die privaten Fotos der NSU-Opfer

Die Veranstalter einer Ausstellung in Nürnberg sind gegen die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung vorgegangen.

In der Ausstellung, die an die Opfer der NSU-Verbrechen erinnern soll, werden unter anderem Bilder aus den privaten Fotoalben der Familien gezeigt. Die Veranstalter haben ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht erlaubt sei, diese Aufnahmen abzufotografieren und zu veröffentlichen. Eine Genehmigung dafür könnten nur die Angehörigen der Mordopfer geben.

Die „Bild“-Zeitung hatte, wie uns die Veranstalter auf Anfrage mitteilten, keine solche Genehmigung — druckte die Fotos in ihrer Nürnberger Ausgabe aber trotzdem:Das private Fotoalbum der NSU-Opfer - Eine berührende Ausstellung zeigt, welche Leben die Killer-Nazis zerstört haben
Auch bei Bild.de werden die Bilder gezeigt:Das private Fotoalbum der NSU-Opfer - Diese Leben haben die Killer-Nazis zerstört - Eine berührende Ausstellung erinnert in Nürnberg an das, was wir niemals vergessen dürfen

[Bild.de zeigt sieben Fotos der NSU-Opfer.]
(Alle Unkenntlichmachungen von uns.)

Die Abmahnung durch die Veranstalter blieb bislang ohne Erfolg: Der Artikel ist nach wie vor online.

Wir haben bei der Pressestelle der Axel Springer AG nachgefragt, warum die Fotos trotz fehlender Genehmigung veröffentlicht wurden. Sie teilte uns mit, dass sie sich grundsätzlich nicht zu „Redaktionsinterna“ äußere.

Mit Dank an die Hinweisgeberin.