Wochenrückblick Nr. 40

Hunde statt Aktien, Nahles statt Palin, Standart statt Standard und silsicheres Deutsch in unserem Rückblick auf die 40. Kalenderwoche des Jahres.

Hunde statt Aktien, Nahles statt Palin, Standart statt Standard und silsicheres Deutsch in unserem Rückblick auf die 40. Kalenderwoche des Jahres.

Sarah Nales und Andrea Palin. Oder so. (Bilder Keystone)

In unserer abgekupferten Serie „schlecht geklont“ präsentieren wir nach Roger Köppel und Roland Nef diesmal: Andrea Nahles und Sarah Palin. Auch das ist nicht unsere Idee, wenn man diesem Flickr-Bild glauben schenken darf, stammt der grandiose Einfall die Verwechslung von der Online-Redaktion der FAZ.

Ein Mitarbeiter der vom Tamedia-Verlag diese Woche offiziell übernommenen Suchmaschine search.ch schrieb in einem Blogeintrag über die aus seiner Sicht nicht optimale Aufnahme in den Konzern: „Ich habe den Informationsanlass frustriert verlassen und bin auch nicht zum anschliessenden Apero geblieben.“ Obwohl im Impressum des Blogs der Inhaber des Blogs, für alle einsehbar, zu lesen ist, schrieb der Kleinreport von einem „anonymen Blogger“. Etwas weiter oben im Text spricht der ältliche Branchendienst, der offenbar noch immer nicht das Geheimnis des Verlinkens entdeckt hat, es sei der „Name der Redaktion bekannt“. Was bleibt dem Kleinreport-Leser in Erinnerung? Anonyme Blogger mit mieser Stimmung. Nachprüfen kann er die Meldung nicht.

Der Standard meldete in seinem Onlineangebot, dass der österreichische Politiker Wilhelm Molterer in einem TV-Duell ein „Taferl“ falsch beschriftete. Statt „STANDARD“ schrieb er „STANDART“ drauf. Die St. Galler Nachrichten suchten derweil per Inserat Mitarbeiter, die über „silsicheres Deutsch“ verfügen.

Der Bundesliga-Fussballverein TSG 1899 Hoffenheim verweigerte sich dem Tagesspiegel, was diesen dazu brachte, den Schriftwechsel zwischen den Parteien zu veröffentlichen. Es gingen bisher 184 Kommentare ein. Soweit ich weiss, gibt es für Fussballvereine keinen Zwang, mit Medien zu reden, dennoch wird es aus Eigennutz immer wieder gemacht. Die Spieler von Schalke 04 schafften es im November 2006 immerhin länger als zwei Wochen, mit niemandem von der gesamten Presse zu reden.

Der bekannte Dichter Friedrich Schiller sollte GEZ-Gebühren bezahlen, Eva Hermans Aussagen waren nicht sehr überraschend „keine Verherrlichung des Nationalsozialismus“ und Nik Niethammer wurde neuer Chefredaktor der Schweizer Illustrierten. Die Redakteure der Heidenheimer Neue Pressebloggtenneuerdings.

Bestgelesen letzte Woche wurde die Antwort von Peter Hogenkamp auf eine Kolumne von Kurt W. Zimmermann und bestgeklickt bei „6 vor 9“ wurde der Link auf die Kolumne von Harald Martenstein bei zeit.de, der seinen Lesern empfahl, Hunde statt Aktien zu kaufen.