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In unserer heutigen Presseschau empfiehlt die „taz“ tatsächlich „CNN“. Dazu David Foster Wallace über Roger Federer und Heribert Seifert über Jens Jessen.

1. „Hat hier wer an der Meinung gedreht?“
(falter.at, Barbara Toth)
„Der Wahlkampf als sportliches Wettrennen, rund um den sich – wie im Sport – eine ganze Interpretationsindustrie aufbaut: Als ‚Horse race journalism‘, ‚Pferderennenjournalismus‘ wird diese Art von Berichterstattung in den USA bezeichnet, die sich lieber mit Umfragen, Beraterstäben und strategischen Winkelzügen der Kampagnen als mit deren Inhalten beschäftigt.“

2. „Der Feuilleton-Chef der Zeit schreibt sich in Rage“
(gegengift-verlag.de, Heribert Seifert)
„Jens Jessen, der Feuilletonchef der ZEIT, hat wieder zugeschlagen. In der Nummer 38 des Wochenblatts durfte er den oberen Teil der Aufmacherseite voll machen: ‚Jugend ohne Charakter‚ steht da vor einem wuchtigen Ausrufezeichen und kündigt eine ‚Polemik‘ an, die sich gewaschen hat. (…) Wie kommt ein solcher Unfall auf die erste Seite des Blattes, das sich doch als intellektueller Nadelstreifen der Republik versteht?“

3. „Interpretation schlägt Information“
(taz.de, Bettina Gaus)
Bettina Gaus findet es nicht fair, dass Keith Olbermann und Chris Matthews von MSNBC „die Übertragungen der Fernsehdebatten zwischen den Präsidentschaftskandidaten nicht moderieren“ dürfen, während Bill O’Reilly von Fox News „senden … und senden … und senden“ darf. Die Lösung? „Wenn ich eine sachliche, umfassende Berichterstattung in den USA wünsche, dann schalte ich CNN ein, einen in Deutschland häufig gescholtenen Nachrichtensender.“

4. „Tuesdays with Rupert“
(vanityfair.com, Michael Wolff)
„The great fear about Rupert Murdoch, among journalists and proper liberals everywhere, beyond even his tabloidism and his right-wing politics, is that he acknowledges no rules. He does it, without mercy, his way.“

5. „Blogs und hohe Page Impressions?“
(basicthinking.de, Robert Basic)
Robert Basic erklärt den Zusammenhang zwischen Blogs und hohen Page Impressions – sozusagen in einem Satz.

6. „Roger Federers Genie“
(dasmagazin.ch, David Foster Wallace, 2006/2007)
In Gedenken an den grossartigen David Foster Wallace ein in deutsch übersetzter Text (Original der New York Times) über Roger Federer.