Zurechtschreibung

Ironie [zu griech. eironeia „Verstellung, Scheinheiligheit, Vorwand“]: Redeweise, bei der das Gegenteil des eigtl. Wortlauts gemeint ist.

So jedenfalls steht’s im Lexikon. Aber das nur nebenbei. Denn in der „Bild“-Rubrik „Gewinner & Verlierer“ steht heute Otto Schily, weil er die neue Rechtschreibung „boykottiert“. Und zwar so:

„Stur schreibt der SPD-Politiker seine persönliche Post weiter nach den alten Regeln.“

Warum ihn das in einer Zeitung, die seit dem 1.8.1999 selbst nach den neuen Regeln schreibt, zum „Gewinner des Tages“ macht? Keine Ahnung. Andererseits kann einer, der (laut „Bild“) „denkt und schreibt wie die Mehrheit der Deutschen„, (für „Bild“) ja kein „Verlierer“ sein.