Deine Spuren im Sand

Um Neil Armstrong zu würdigen, der 1969 als erster Mensch den Mond betreten hatte und am Wochenende verstorben war, sah die „Süddeutsche Zeitung“ gestern so aus

Mehr als nur ein Hauch von Pathos durchwehte die Bildunterschrift auf der Titelseite:

Ein kleiner Schritt . . .

. . . und ein gewaltiger Sprung. Am 21. Juli 1969 betrat der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Gut vier Tage hatte das Raumschiff Apollo 11 mit ihm und zwei weiteren Astronauten von der Erde zum Mond gebraucht. Zweieinhalb Stunden verbrachte der Kommandant auf der Oberfläche des Erdtrabanten. Nun ist Armstrong im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Herzoperation gestorben. Seine Spuren im Mondstaub bleiben ewig – es gibt keinen Wind, der sie verwehen könnte.

Ja, Armstrongs Spuren bleiben ewig — aber das auf dem Foto sind nicht seine.

Das Foto, zeigt laut NASA, die es unter der Nummer AS11-40-5877 archiviert hat, den Fußbadruck von Edwin „Buzz“ Aldrin, der gemeinsam mit Armstrong auf der „Apollo 11″-Mission war und kurz nach ihm den Mond betreten hatte.

Das steht auch in dem nützlichen Artikel „Keep in mind as you put together your Neil Armstrong packages tonight…“ vom Samstag, den wir gestern bei „6 vor 9″ verlinkt hatten, den die Bildredakteure der „Süddeutschen Zeitung“ aber offenbar nicht kannten, als sie am Sonntag ihre Zeitung zusammenbauten.

Außerdem ist das Bild bei der „Süddeutschen Zeitung“ spiegelverkehrt, wodurch es sich von „Welt Kompakt“ unterscheidet, wo es auf dem Kopf zu sehen war:

Auch Medien wie die „Stuttgarter Zeitung“ und FAZ.net verwendeten das Foto und schrieben den Fußabdruck mehr oder weniger direkt Neil Armstrong zu — immerhin nicht auf der Titelseite.

Mit Dank an Stefan K. und Julian H.