Was für blöde Zahlen!

In einem „großen Branchen-Report“ schreibt „Bild“ am Dienstag auf, „wie 2005 wird“, also wo im kommenden Jahr Stellen gestrichen werden und wo mit Neueinstellungen zu rechnen ist. Warum auch nicht? Weil aber „Bild vor zwei Monaten schon einmal eine solche Branchenprognose gedruckt hatte, vergleichen wir doch mal ein paar:

Chemie
— In der Chemie-Branche bleibt die Joblage 2005 laut „Bild“ „stabil“: „Der Branchenverband VCI erwartet mehr Aufträge, vor allem aus dem Inland.“
— In der Prognose vom Oktober hieß es noch: „Laut Verband VCI bauen Firmen, u. a. wegen des Ölpreises, bis zu 20.000 Jobs ab.“

Hotel- und Gaststättengewerbe
— Die Zahl der Jobs „bleibt stabil“, schreibt „Bild“ jetzt, „weil immer mehr Deutsche Urlaub im eigenen Land machen“.
Vor zwei Monaten waren allerdings noch “ rund 5000 neue Stellen im Hotelgewerbe“ realistisch, „weil mehr Auslandstouristen kommen“.

Maschinenbau
— In der heutigen „Bild“ steht, dass im neuen Jahr 5000 Stellen geschaffen werden sollen.
Zuletzt war in „Bild“ nach 4000 Entlassungen „bis Jahresende [2004]“ von einer „stabilen Jobsituation wegen Auftragbooms“ die Rede.

Bau
— „Bild“ befürchtet einen „Absturz auf Raten“: „minus 20.000 Jobs“.
Vor zwei Monaten rechnete sie noch mit „minus 60.000 Jobs“.

Öffentlicher Dienst
— Bei „4,7 Mio. Beschäftigten“ sollen „10.000 weitere Stellen“ wegfallen, „weil Bund, Länder und Gemeinden sparen müssen“, so „Bild“.
Der Oktober-Prognose zufolge galten bei „4,2 Mio. Beschäftigten“ noch „30 .000 Arbeitsplätze“ als bedroht.

Und mal abgesehen davon, dass sich im Vergleich der beiden „Bild“-Prognosen offenbar die Zahl der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst seit Oktober ohnehin um 500.000 verändert hat (siehe oben), ist das vielleicht auch alles nicht so wichtig. In zwei Monaten ist ja sowieso wieder alles ganz anders.