"Fußball-Stars" verjähren nicht
15 Jahre ist es her, da war der Mann, der nun wegen Vergewaltigung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, mal Fußballprofi. Vier Jahre lang, von 1989 bis 1993, spielte er in der Bundesliga. Die letzen beiden Jahre kam er nur noch sehr selten zum Einsatz.
Zum Prozessauftakt hatte der Ex-Fußballer sich "regelrecht vermummt und sein Gesicht zusätzlich hinter einer Zeitung verborgen", schreibt "Spiegel Online". Er habe während seiner Aussage, "die hinter verschlossenen Türen stattfand", Reue gezeigt. Wie die meisten anderen Medien, nennt auch "Spiegel Online" den wahren Namen des Verurteilten nicht, sondern änderte ihn in Rainer Meyer. Der "Express" nennt ihn Jens H., die "WamS" Peter P., andere nennen ihn gar nicht beim Namen und der "Kölner Stadt-Anzeiger" kürzt immerhin den Nachnamen ab.
Für "Bild" (und das "Hamburger Abendblatt") macht die Tatsache, dass der Mann mal Fußballprofi war, ihn offenbar auch 15 Jahre später noch zur Person des öffentlichen Interesses. "Bild" nennt ihn heute beim vollen Namen und zeigt ein unverfremdetes Foto aus alten Fußballtagen von ihm:

Aber das ist nichts neues. Als "Bild" am 17. Oktober in großer Aufmachung über das Geständnis des "Ex-Bundesliga-Stars" berichtete, verfuhr sie schon genauso:

Mit Dank an Frauke M. für den sachdienlichen Hinweis.




