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	<title>Kommentare zu: 6 vor 9</title>
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	<description>Ein Watchblog für deutsche Medien</description>
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		<title>Von: arbiter</title>
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		<dc:creator>arbiter</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2008 09:18:23 +0000</pubDate>
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		<description>Wer taucht, findet Perlen, auch über Tibet. Im am 24.5.08 publizierten Interview beantwortet Tenzin Gyatso, der Dalai Lama, den Christwestler `Heiligkeit´ nennen, die Frage, ob Tibet ein Teil Chinas sei: &quot;Ja, natürlich. Die indische Regierung hat von Anfang an gesagt, daß Tibet eine autonome Region innerhalb von China ist - und das ist richtig. Das ist eine ganz korrekte Bezeichnung. Juristisch stimmt das.&quot; Und dann folgt noch allerhand, auch daß die chinesische Armee völlig zu recht in Tibet sei, oder daß China die Opympischen Spiele VERDIENT habe. Inzwischen hat der Dalai Lama die chinesische Einladung zu den Spielen angenommen.

Selbstverständlich hat niemand gefragt, was Wolfgang Schäuble denn nun tun würde, käme es in einer autonomen Region Deutschlands, z.B. in Bayern durch infiltrierende Auslandsbayern zu Auseinandersetzungen. Die CSU hat auf ihrem Programmzettel jedenfall den Einsatz der Bundeswehr, möchte dafür die Verfassung ändern. Von Umrüstung auf Wattebausch steht im baierischen Gesetzentwurf nichts, auch nichts vom Ehrenspalier für das, was nach westlichem Sprachgebrauch `Terrorist´ heißt.

In Tibet gibt es 3 Millionen Tibeter, und außerhalb Tibets gibt es 3 Millionen Tibeter. Die in Tibet leben in China mit einer Zentralregierung in Peking. Ja, in Tibet hat es Auseinandersetzungen gegeben. Nein, sie waren nicht innertibetisch, nicht von Mönchen initiiert. Ja, die Auseinandersetzungen haben Menschenleben gefordert. Nein, der Großteil der hierzulande gezeigten audiovisuellen Berichte stammt nicht von den Schauplätzen aktuellen Geschehens. -(Wie soll das bitte bei den chinesischen Zensurmethoden auch gehen?)- Ja, die Medien hierzulande sind entweder auf den Fake reingefallen oder haben ihn gar produziert. Nein, nicht einmal die Amerikaner haben wg. Tibet protestiert. Ja, in Deutschland/Europa haben interessierte Kreise den Fake instrumentalisiert bis hin zum Aufruf für einen Olympiaboykott. Nein, in keiner der westlichen Demokratien werden Menschenrechte strikt geachtet, nicht Völkerrecht, nicht Kriegsvölkerrecht, nicht Genfer Konventionen. Ja, China hat das Recht, gewaltsamen Unruhen im eigenen Land mit staatlicher Gewalt zu begegnen. Nein, auch in China werden die Menschenrechte nicht eingehalten. Ja, das Vorgehen der chinesischen Staatsmacht in Tibet bietet Anlaß zu deutlicher Kritik. Nein, Politik darf sich nicht des Sports bedienen. Ja, Olympia ist Sportwettkampf.- Nein, auch China ist vor dem globalen Terrorismus nicht geschützt. Ja, lokal bis global bedient sich Politik des Sports. Nein, die Olympischen Spiele in Australien wurden trotz der Unfreiheit der Aborigines nicht abgesagt, fanden in Spanien trotz ETA/Baskenkonflikt statt, in Rom trotz Mafia und P2, in LA trotz Rassendiskriminierung, in Moskau trotz Kommunismus, in Berlin trotz NS in München trotz deutscher Teilung. Ja, China hat die Olympischen Spiele verdient, sagt nicht nur der Dalai Lama, oder das IOC bereits vor 10 Jahren.

Web 2.0, die schöne neue Medienwelt beweist, der Journalismus wird sehr viel schneller, aber er wird mit Klauen und Zähnen das angemaßte Recht auf Meinungsmache verteidigen und über alle Zeit und Technik retten. Was noch fehlt, ist das grundsätzliche Geschäftsmodell der Verleger, wie sich damit auch Gewinn maximieren läßt. Haben sie dieses Ei des Kolumbus entdeckt, gibts solche Kommentare wie den vorstehenden allenfalls noch als `Leserbrief´, der, wie bisher auch, die Rundablage bereichert.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wer taucht, findet Perlen, auch über Tibet. Im am 24.5.08 publizierten Interview beantwortet Tenzin Gyatso, der Dalai Lama, den Christwestler `Heiligkeit´ nennen, die Frage, ob Tibet ein Teil Chinas sei: "Ja, natürlich. Die indische Regierung hat von Anfang an gesagt, daß Tibet eine autonome Region innerhalb von China ist &#8211; und das ist richtig. Das ist eine ganz korrekte Bezeichnung. Juristisch stimmt das." Und dann folgt noch allerhand, auch daß die chinesische Armee völlig zu recht in Tibet sei, oder daß China die Opympischen Spiele VERDIENT habe. Inzwischen hat der Dalai Lama die chinesische Einladung zu den Spielen angenommen.</p>
<p>Selbstverständlich hat niemand gefragt, was Wolfgang Schäuble denn nun tun würde, käme es in einer autonomen Region Deutschlands, z.B. in Bayern durch infiltrierende Auslandsbayern zu Auseinandersetzungen. Die CSU hat auf ihrem Programmzettel jedenfall den Einsatz der Bundeswehr, möchte dafür die Verfassung ändern. Von Umrüstung auf Wattebausch steht im baierischen Gesetzentwurf nichts, auch nichts vom Ehrenspalier für das, was nach westlichem Sprachgebrauch `Terrorist´ heißt.</p>
<p>In Tibet gibt es 3 Millionen Tibeter, und außerhalb Tibets gibt es 3 Millionen Tibeter. Die in Tibet leben in China mit einer Zentralregierung in Peking. Ja, in Tibet hat es Auseinandersetzungen gegeben. Nein, sie waren nicht innertibetisch, nicht von Mönchen initiiert. Ja, die Auseinandersetzungen haben Menschenleben gefordert. Nein, der Großteil der hierzulande gezeigten audiovisuellen Berichte stammt nicht von den Schauplätzen aktuellen Geschehens. -(Wie soll das bitte bei den chinesischen Zensurmethoden auch gehen?)- Ja, die Medien hierzulande sind entweder auf den Fake reingefallen oder haben ihn gar produziert. Nein, nicht einmal die Amerikaner haben wg. Tibet protestiert. Ja, in Deutschland/Europa haben interessierte Kreise den Fake instrumentalisiert bis hin zum Aufruf für einen Olympiaboykott. Nein, in keiner der westlichen Demokratien werden Menschenrechte strikt geachtet, nicht Völkerrecht, nicht Kriegsvölkerrecht, nicht Genfer Konventionen. Ja, China hat das Recht, gewaltsamen Unruhen im eigenen Land mit staatlicher Gewalt zu begegnen. Nein, auch in China werden die Menschenrechte nicht eingehalten. Ja, das Vorgehen der chinesischen Staatsmacht in Tibet bietet Anlaß zu deutlicher Kritik. Nein, Politik darf sich nicht des Sports bedienen. Ja, Olympia ist Sportwettkampf.- Nein, auch China ist vor dem globalen Terrorismus nicht geschützt. Ja, lokal bis global bedient sich Politik des Sports. Nein, die Olympischen Spiele in Australien wurden trotz der Unfreiheit der Aborigines nicht abgesagt, fanden in Spanien trotz ETA/Baskenkonflikt statt, in Rom trotz Mafia und P2, in LA trotz Rassendiskriminierung, in Moskau trotz Kommunismus, in Berlin trotz NS in München trotz deutscher Teilung. Ja, China hat die Olympischen Spiele verdient, sagt nicht nur der Dalai Lama, oder das IOC bereits vor 10 Jahren.</p>
<p>Web 2.0, die schöne neue Medienwelt beweist, der Journalismus wird sehr viel schneller, aber er wird mit Klauen und Zähnen das angemaßte Recht auf Meinungsmache verteidigen und über alle Zeit und Technik retten. Was noch fehlt, ist das grundsätzliche Geschäftsmodell der Verleger, wie sich damit auch Gewinn maximieren läßt. Haben sie dieses Ei des Kolumbus entdeckt, gibts solche Kommentare wie den vorstehenden allenfalls noch als `Leserbrief´, der, wie bisher auch, die Rundablage bereichert.</p>
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