Unbequeme Wahrheit

Katja Burkard ist die Freundin von Hans Mahr. In der „Bild am Sonntag“ stand deswegen kürzlich die „ganz besonders heiß diskutierte Frage“:

„Fliegt die lispelnde ‚Punkt-12‘-Moderatorin Katja Burkard?“

Zwei Tage später nun macht „Bild“ Frau Burkard zum „Gewinner“ des Tages. Schließlich sei Burkards Sendung „doppelt so erfolgreich wie das zweiterfolgreichste ‚Mittagsmagazin‘ von ARD und ZDF“. Und um die Sache (Marktanteil: „26,6 % bei Zuschauern ab 3 Jahre“ usw.) anschaulicher zu machen, schreibt „Bild“ dazu:

Fast jeder dritte Deutsche schaltet um 12 Uhr ein, wenn Katja Burkard (39) die RTL-Nachrichtensendung ‚Punkt 12‘ moderiert.“

Das klingt gut, stimmt aber nicht: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben in Deutschland rund 82 Millionen Menschen. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) leben zirka 90 Prozent davon in einem sog. Fernsehhaushalt. Darüber hinaus sieht, so die GfK, mittags um 12 bloß jeder Zehnte fern – und, ja, so ziemlich jeder Dritte dieser 10 Prozent schaut sich dann Katja Burkard an. 2,02 Millionen sind das insgesamt. Kurzum: Unter Zuhilfenahme eines Taschenrechners (und unter grundloser Vernachlässigung der über sieben Millionen in Deutschland lebenden Ausländer) könnte es halbwegs folgerichtig heißen:

Fast jeder fünfunddreißigste Deutsche schaltet um 12 Uhr ein, wenn Katja Burkard (39) …“ usw. usf.

Wobei: Klingt sowas überhaupt noch nach „Gewinner“? Egal, denn ganz zum Schluss kann man der „Bild“ dann doch noch zustimmen – dann nämlich, wenn sie direkt neben die „Gewinner“-Meldung schreibt: „Man muss auch unbequeme Wahrheiten ertragen.“